Mittwoch, 31. März 2010

Wieder was erlebt...


Kaum belästigt man fremde Menschen auf der Strasse darf man schon ins Radio...
Der Deutschlandfunk hat geladen, praktischerweise mit Studio in Köln, und so habe ich mich auf den Weg gemacht um mal wieder was ganz neues zu erleben... Von freundlichen Menschen umgeben wurde ich angewiesen nicht in's sondern unter das Mikro zu sprechen und keinesfalls hinein zu spucken. Noch bevor ich richtig begriffen habe was los ist, war es auch schon wieder vorbei. Zeit ist was ganz subjektives...und das Leben manchmal sehr aufregend.
Soon as you bother foreign people on the street you make it to the Radio... The "Deutschlandfunk" has invited, conveniently with a studio in cologne, and so I started my way to make some new experiences again... Surrounded by most friendly people I was instructed to speak below the micro, not into it and nohow to spit on it. And before I even could realize what was going on it was already over again. Time really is a subjective thing...and life can be very exciting.

Retro





Immer wieder sehe ich ältere Herren die, ohne es zu beabsichtigen, gemäß dem Trend der "Szene" gekleidet sind. Dabei sind sie die originalen Vorbilder des Retro-styles,die noch tragen, was wieder modern geworden ist irgendwann. Dieser Herr ist Schlesier, was unschwer an seinem speziellen Akzent zu erkennen war. Er ist gelernter Anstreicher und Klempner. "Gesundheit" das ist ihm wichtig; "...für mich und meine Frau wünsch ich mir Gesundheit." Ein hintergründiger schalkhafter Humor blitzt bei allem durch was er sagt, und ein bisschen ruppig ist er dabei auch. Aber auf eine freundliche Weise, als wollte er sich gern ein bisschen balgen.
Again and again I see elderly men who, unintentionally, dress according to a trend. They're the original inspiring examples, who still wear what renewed became fashion someday. This man is Silesian, easy to recognize through the accent he's speaking. He is skilled painter and plumber. "Health" is what's important to him; "Health for me and my wife." Everything he says brings a fine and subtle humor along, and he's a bit rough aswell. But in a friendly way, just like he wants to play and tussle a bit.

A better choice





Tina ist Make-up Artist, legt privat aber Wert auf Natürlichkeit. Sie trägt gern Baggy-Klamotten, und ist heute für ihre Verhältnisse richtig hell angezogen. Im Leben entscheidet sie immer mehr selbst was passiert und was nicht "...das hat auch was mit dem Alter zu tun."sagt sie "Ich bin ein sehr neugieriger, offener Mensch, aber ich suche mir immer genauer aus was ich will und was nicht." Apropos Alter; ich kann sie recht schwer einschätzen, und frage ob sie gerade anfängt in ihrem Beruf. Den übt sie aber schon seit gut 8 Jahren aus... Ihr beeindruckendes Portfolio kann man sich hier ansehen, und auf ihrem Myspace-Profil gibt's noch weitere Bilder.
Tina is a makeup-artist, but prefers the natural look for herself. She likes the baggy-style and is, by her standards, quite brightly-dressed today. In her life she more and more decides what will happen and what will not. "It's a question of age, I guess" she says; "I'm rather open-minded and curious for life. But I make a better choice of what I want, or what I don't want." Apropos age; it's not easy for me to make a guess about her age, and so I ask her if she just started working in the make-up business. But she's doing it since about 8 years... Her impressive portfolio can be seen here, and some more pictures on her myspace-profile as well.

Dienstag, 30. März 2010

Design und Realität





Kate ist Schottin, sie kommt aus Glasgow. In Köln studiert sie gerade 2 Semester Design im Uni-Austausch an der KISD. Begonnen hat sie mit Produktdesign und interessiert sich zunehmend für Service-Design; dabei steht der Mensch als Anwender bzw. Empfänger einer Dienst- leistung im Vordergrund. Das klingt nach einer guten Sache; eine Dienstleistung besteht aus materiellen und nicht- materiellen Komponenten, und die werden verwoben zu einem Gesamtkonzept. In einem interessanten Artikel zum Thema, verfasst von Prof. Birgit Mager, die auch an der KISD unterrichtet, ist zu lesen, dass Dienstleistungen inzwischen 69% des BIP ausmachen; sich mit dem Thema Service-Design auseinanderzusetzen scheint also mehr als sinnvoll. Das nutzbringende daran ist auch was Kate so fasziniert. Sie plant übrigens weitere Auslandssemester, am liebsten will sie nach Helsinki, und einfach ein bisschen rumkommen. Ihre Kleidung kauft sie meist second hand, und sie liebt es wild zu kombinieren.
Kate is scottish, she comes from Glasgow. In cologne she stays for two exchange semesters at the KISD, where she studies Design. She started with product-design and is increasingly interested in service-design; here humans as users or recipients of a service are in the centre of attention. That sounds like a good thing; service includes material and non-material elements, which are combined to an overall plan. In an interesting article Prof. Birgit Mager, who aswell teaches at the KISD, writes that service averages 69% of GDP; so to delve into service-design absolutely makes sense, as it seems. The beneficial aspect is what fascinates Kate so much. Besides she plans more exchange semesters; she would love to go to Helsinki, and keep touring around. Her clothes she buys preferably second hand, and she loves to clash styles.

Sonntag, 28. März 2010

Vorwärts





Kurz bevor der Regen wieder übernimmt treffe ich Julia. Sie ist Regieassistentin am Kölner Schauspielhaus, und natürlich ist so ziemlich meine erste Frage ob sie für oder gegen den Abriss ist. "Dagegen" ist die, für mich, wenig erstaunliche Antwort. Aber Julia ist skeptisch, was das Bürgerbegehren angeht. Denn im Juli, also zur schönsten Sommerferienzeit, wird getagt, und ob dann die erforderlichen 150.000 Stimmen zusammenkommen, da hat sie ihre Zweifel.
Sie selbst hatte Mittwoch abend Premiere mit Vinterbergs "Das Fest", und bevor das nächste Stück im April in Arbeit geht hat sie erst mal ein wenig frei. "Berufliches Vorankommen" das ist worum es Julia momentan viel geht; sie träumt von einer eigenen Regiearbeit, und ein passendes Stück hat sie auch schon im Kopf.
A minute before the rain is coming back I meet Julia. She is assistant director at the cologne theatre and so my almost first question is if she is pro or contra pulling down the theatre building. "Contra" is her, to my mind, expectable answer. But Julia is sceptical about the citizens initiative. In July the council is holding the meeting, during the best vacation time. And if it will be possible to collect another needed 150000 signatures, she has doubts about.
She heself had the premiere of "Das Fest" of Vinterberg on wednesday night, and till the next play is getting rehearsed in april she has some time off. "Advancing job-wise" is what's important to her at the moment. She's dreaming of her debut as director, having an appropriate play in mind.

Samstag, 27. März 2010

Zielsetzung





Man sieht sich immer zwei mal, sagt der Volksmund, und in diesem Fall liegen beide Male nicht nur denkbar dicht beieinander, sondern ich freu mich auch sehr darüber. War ich doch beim ersten mal nicht schnell genug diesen jungen Mann anzusprechen nutze ich die erneute Gelegenheit sofort. Adrian ist gelernter Visagist und Hobbyfotograf. Seine Muse ist eine Kollegin von ihm mit der er in einem Jeansstore arbeitet und die er am liebsten und immer wieder fotografiert. Ihr gehört auch der Hund Jaques. "Ein Ziel zu haben, das ist wichtig" sagt er "dranzubleiben an dem was man möchte; das muss gar nichts großes sein, aber das man weiß wofür man etwas tut." Ich habe den Eindruck, dass Adrian ein recht konkretes Ziel hat, aber irgendwie scheint es mir nicht angebracht zu fragen, und so phantasiere ich für mich herum, was das wohl sein könnte. Übrigens; man beachte die Denim-Fliege!
'You always meet twice' they say in common parlance, and in this case both meetings are not only very close together; I'm quite happy about it. As I was too slow at the first time, I take my second chance to approach this young man. Adrian is a make-up artist and an amateur photographer. His muse is a colleague of him he works with in a jeans store; he prefers shooting her, again and again. And it's her dog, called Jaques. "Having aims is important" he says "to go for what you want, that mustn't be a big thing, but you need to know wherefore you do anything." I get the impression that Adrian has a concrete aim he's going for, but somehow it doesn't seem to be appropriate to ask for details. And so I start fantazising about what it could be. Besides; take a look at the denim bow-tie!

Freitag, 26. März 2010

Schöne Dinge





Die roten Haare lassen mich nicht los; Robert macht gerade Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt, noch bis Oktober. Dann, das ist sein fester Plan, will er Mode-und Produktdesign an der UdK in Berlin studieren. Schöne Dinge faszinieren ihn: "Bei allem Sinn für Realität, den ich habe, würde ich doch sagen dass ich ein Träumer bin; ich mag einfach gerne die Vollendung, das Schöne." Zeichnen kann er gut, sein Kopf ist voller Ideen, und momentan arbeitet er an der Mappe für die Aufnahmeprüfung. Das er Sinn für's Detail hat bleibt mir nicht verborgen; als er mir seine mailadresse aufschreibt tut er das mit einem schwarzen Füllfederhalter, als Unterlage dient eine Vintage-Krokomappe und aus seiner Tasche gucken caramelfarbene Lederhandschuhe hervor.
This red hair thing won't let me go; Robert is doing his alternative service in a workshop for handicapped people, until october. After this, that's his plan, he want's to study fashion- and productdesign at the UdK in Berlin. Nice things keep fascinating him:" With all sense for realitity, that I surely have, I nonetheless would say that I'm kind of a dreamer; I just like the pink perfection, the beauty." He's quite good at drawing, his mind is full of ideas and constantly he's working on his portfolio for the entrance test. His sense for details is easy to recognize: when he writes down his mailadress for me he's using a black fountainpen, he writes on a vintage croc-leather billfold and a pair of lightbrown leather gloves juts out of his bag.

Spring sailor





Marlena ist 13 und haut mich um mit ihren roten Haaren und den blauen Augen. Mit meiner Frage ob ich sie fotografieren darf haue ich aber auch sie erst mal um; sie ist total baff. Marlena freut sich dass es endlich wärmer wird und sie mal wieder andere Sachen tragen kann. Wichtig in ihrem Leben sind zum Beispiel ihre Freunde und Familie: "...und Pferde mag ich gern, und reiten." Ihre Mutter, mit der ich später telefoniere, erzählt mir noch, dass Marlena schon mal in einer Haribo-Werbung mitgespielt hat, und fragt mich wer denn eigentlich überhaupt so einen Blog liest. Diese Frage begegnet mir immer wieder; auch was das überhaupt ist, ein Blog, und warum man das macht, obwohl man doch gar kein Geld damit verdient.
Marlena is 13 years old, and blows me away with her red hairs and the blue eyes. But asking her if I may take a picture blows her mind aswell; she is totally stunned. Marlena is happy about the warm temperatures, and that she can get dressed differently again. Important to her are her friends and her family; "...and I like horses and riding." Her mother tells me later on the phone that Marlena has been acting yet in a Haribo-commercial, and asks me who actually is reading a blog? This question crosses my way quite often; much the same as "What is a blog anyway?" or "Why do you do this, although you don`t make money with it?"

Donnerstag, 25. März 2010

Was das Leben zu bieten hat...





Worum es Maykelin geht im Leben? Sie zieht die Schultern hoch, sieht mich an und sagt "Na, ums Leben! ... Ich versuche alles was das Leben mir bietet auch zu nehmen; wenn ich es will. So ein ganz sicheres Leben ist für mich nicht wichtig ; ein Haus, ein Auto...all das, darauf kommt es für mich nicht an... Also jetzt nicht..." sagt sie und lacht. Maykelin kommt aus Cuba und ist Schauspielerin. Durch einen Film ist sie vor ein paar Jahren hergekommen, und seit kurzem lebt sie nun in der Nähe von Köln.
What Maykelines life is about? She hunchs her shoulders, looking at me and says: "Well, its about living! ... I try to take anything which life is offering to me, in case I want it... An established, safe life isn't important to me; a house, a car...all this, that's not the point for me.... Not right now, at least..." she says and laughs. Maykelin is from Cuba and she is an actress. Through making a film she came to germany a couple of years ago, and since a while she lives close to cologne.

Mittwoch, 24. März 2010

Frühlingserwachen








Heute hat er sich wirklich breit gemacht, der Frühling. Jedes Jahr wieder bin ich erstaunt über das unterschiedliche Tempo, mit dem die Menschen auf ihn reagieren. Manche tragen ihn sofort 'am Leib', andere sind noch ganz winterlich unterwegs, haben höchstens den Mantel über dem Arm. Mayi gehört ganz offensichtlich zur ersten Sorte. Sie studiert Medizintechnik; "Das ist ein Ingenieur-Studium, es geht hauptsächlich um große medizinische Geräte; Kernspin und so." Sie ist Perserin, ihr Name ist die Kurzform von Maedeh und bedeutet "Heilige Tafel", "die Tafel an der die Heiligen speisen". Wichtig sind drei Dinge für sie im Leben "Gesundheit, Familie und Liebe, ganz klar" sagt sie, und zählt dabei mit den Fingern vor.
Today spring really started to make itself at home. Every year I'm surprised about how different people react on the warm weather; some immediately dress like summer, some still appear in winter-look, maybe carrying their coat over the arm. Mayi obviously belongs to the first group. She studies medical engineering; "It's mostly about the big appliances, like nuclear spin for example..." She is persian, and her name is the short version of Maedeh, what means the "sacred table", "the table where the holy men are eating". Important in life are three things to her: "Health, family and love, thats for sure" she says while counting 1,2,3 with her fingers.

De Pief





Hier also die zweite Hälfte des gut befreundeten Paares, von dem ich kein gemeinsames Foto gemacht habe... Pief wird der Herr genannt, und das liegt daran, dass er nur selten ohne Pfeife anzutreffen ist. Man kann sagen er ist ein Kölsches Urgestein; "Ich bin gelernter Maler und Anstreicher, hab aber dann 30 Jahre ein Antiquitätengeschäft an der Aachener- strasse gehabt, und später hab ich noch angefangen Möbel zu designen. Die waren dann aber futuristisch. Pief-Design, guckense mal im Internet." Hab ich gemacht, und da gibt's auch ein Foto von ihm mit Pfeife. Ist ja irgendwie auch das Thema der Woche hier...
"Fragen Sie mich auch mal was mir wichtig ist" fordert er mich auf: "Wenn ich nochmal 20 schöne Jahre hätte... das geht mir im Kopf herum."
So, here is the second part of the friends I didn't take a together-picture of (aarrghhh) Pipe is how this man is called; because you wouldn't meet him too often without a pipe in his mouth. It's safe to say that he is a real cologne individual: "I learned to be a house painter, and then I was running a antique shop for about 30 years in the heart of cologne. Finally I began to design furniture, but futuristic furniture. Pief-Design, take a look in the internet." Well, I did and there you find a photo of him smoking his pipe. Seems to be this-weeks-topic...
"Please, ask me also whats most important for me" he invites me: "If I had 20 more nice years...that's what comes to my mind."

Dienstag, 23. März 2010

Waltzing Matilda...





Dieses wunderschöne Lied von Tom Waits geht mir nicht mehr aus dem Kopf seit ich diese beiden getroffen habe. Daniela ist "in der Gastronomie unterwegs" wie sie sagt, und sie hat ambitionierte Ziele. "Zukunft - das ist was mich gerade beschäftigt. Die nächsten 5 Jahre, die gehören mir..." und dabei freut sie sich ganz zuversichtlich. Ihr Hund Matilda ist auch ganz außer sich vor Freude, und deswegen nimmt Daniela ihn irgendwann auf den Arm, damit er nicht unter eins der beschleunigten Räder kommt. Übrigens ist Daniela mit einem guten Freund unterwegs, den ich auch fotografiert habe, und dem der nächste Post gehört. Warum ich nicht wenigstens ein Bild von beiden gemeinsam gemacht habe kann vielleicht derjenige beantworten der in meinem Oberstübchen gerade nicht zugegegen war. Also wirklich, manchmal...
I can't get this wonderful song of Tom Waits out of my head, since I met the two of them. Daniela is "busy in the gastronomy" she says and she has ambitious aims. "Future - that's whats in my mind right now. The next five years are mine..." she says with a confident smile. Her dog Matilda is happy as well, and so Daniela finally lifts him up, so he won't get hurt by one of the passing cars. By the way: Daniela is accompanied by a very good friend, and I also took a picture of him; the next post is reserved for him. Why I didn't take at least one photo with both of them may be answered by the one who hasn't been at home in my belfry. Honestly, sometimes...

Montag, 22. März 2010

Der die Pfeife raucht





Unfotogen sei er, meint dieser Herr, lässt sich aber auf den Versuch ein. "Ja, Sie machen da schon was draus ... die können Sie ruhig nehmen, die Bilder." sagt er, nachdem er sie prüfend angesehen hat. Soeben kommt er vom Besuch eines Kollegen, den er immer trifft wenn er in Köln zu Besuch ist. Eigentlich ist er selbst ja Kölner, aber sehr lange schon arbeitet er in Leipzig: "Ich bin direkt nach dem Mauerfall mit ein paar anderen hingegangen, im Auftrag der Regierung." Eine Steuerberatungsgesellschaft führt er dort, und sein Leben findet also nun fern von Köln statt. Und dabei sieht er immer noch urkölsch aus, finde ich. "Wo sie jetzt so fragen... am wichtigsten ist die Gesundheit. Ich bin froh, dass ich noch so fit bin."
Die Einstellung zum Rauchen hat sich ja extrem gewandelt in den letzten Jahren, und gerade bei Pfeiferauchern muss ich an den legendären "Internationalen Früh- schoppen" denken, wo in Pfeifen-und Zigartettenrauch verschwindende Journal- isten jeden Sonntag das Weltgeschehen diskutiert haben.
This man is convinced to be unphotogenic but he gives me a try: "Yes, they're ok...you can take them" he says after a critical look at them. He just visited a collegue he's always meeting when he stays in cologne. Originally he is from cologne , but since a long time he runs a tax consultant chancery in Leipzig: "I went to Leipzig directly after the fall of the berlin wall, by order of the governement, together with a group of others, and so my life takes place there now." Although he still looks like a typical cologne native, to my eyes. "Now that you're asking...Health is most important. I'm glad that I still feel fit and sporty."
Smoking in public rooms has changed a lot in the last years, and especially pipe-smokers remind me at the legendary german adaption of "Meet the Press" where all the jounalists were discussing world affairs, disappearing in huge clouds of smoke. Has it been the same in the states? Who can tell me?

Sonntag, 21. März 2010

Vivid Nissa








Nissa iat 21 und brennt für ihr Ziel beruflich etwas mit Mode zu machen. Sie arbeitet in einem Klamottenladen, will gerne ins Marketing oder auch Modedesign studieren, hat schon Erfahrung in Agenturarbeit und das alles sprudelt nur so aus ihr heraus, während sie sich obendrein gekonnt in Pose schmeisst. Sie ist 21 und Spanierin; ihr Name allerdings ist persisch und bedeutet Frau. "Ich trag was mir Spaß macht, alles durcheinander. Die Schuhe zum Beispiel hab ich von ebay für ganz kleines Geld." Eigentlich hat sie gar keine Zeit gerade, aber davon lässt sie sich überhaupt nicht aus der übersprudelnden Ruhe bringen. Ich mich schon eher, deswegen gibt's auch hier ein unscharfes Bild...
Nissa is 21 and she's eager to work in the fashion business. She has a job in a clothes-store, wants work in marketing or maybe study fashion-design, she is experienced in agency-business and all this she tells in a very exuberant way, while she, on top of it all, is skillfully striking a pose. She's 21 and spanish, although her name is persian and means "Woman". "I wear what I like, mixing everything. Those shoes for example are from ebay, and I bought them for very less money." Actually she's in a hurry at the moment, but she doesn't mind and stays bubbly calm. In opposite to me, maybe that's why the first photo is not in focus...

Samstag, 20. März 2010

Sonne und Regen





Jetzt kommt er deutlich zum Vorschein, der Frühling, wenn auch mit Regen. Kirstin wird bestens beidem gerecht, und ich freu mich über so viel Farbe. Sie ist Künstlerin und malt. Gestern hatte sie eine Vernissage in der alten Feuerwache, und ist jetzt auch wieder auf dem Weg dorthin. Der Abend war ein Erfolg, die Party gut und überhaupt zeigt sich das noch immer neue Jahr von seiner besten Seite. "Familie, das ist das wichtigste für mich, und ich freu mich auch, dass ich wieder mehr Zeit habe zum malen demnächst, denn mein Sohn kommt jetzt in den Kindergarten..." Auf ihrer Website gibts bald eine aktualisierte Werkschau zu sehen, und das Kleid ist übrigens von Gudrun Sjöden.
Now the spring finally ia arriving, although bringing along some rain. Kirtsin is well prepared for both, and I appreciate her colorfulness. She is an artist and paints. Yesterday she had a vernissage at the 'Alte Feuerwache' and now she's on her way to the exhibition again. The event has been successful, the party was nice and the still newly year shows itself at it's best anyway. "Family, that's most important to me, but I'm also glad that I'll be able to spend more time on painting again, because my little son now will visit the kindergarden." On her website an updated show of her work is coming up soon, and the dress, by the way, is made by Gudrun Sjöden.

Denim-man





Gary rollt mit 2 Koffern an mir vorbei und nicht nur deswegen habe ich das sichere Gefühl dass ich ihn auf Englisch ansprechen sollte. Ich tippe auf Amerikaner, ziehe auch kurz Italien in Erwägung und liege mit beidem gründlich falsch. "Ich bin aus Südafrika" sagt er und gerade ist er auf dem Weg nach Amsterdam. Gary ist Creative Director einer großen Textilfirma und auf Geschäftsreise. Gedanklich ist er mit der Herbst/Wintermode 2010 beschäftigt, seine Firma macht in Streetwear. Zu gerne hätte ich ihn gefragt was das Wichtige in seinem Leben ist. Ich hab's tatsächlich vergessen, und nun frage ich mich was er wohl geantwortet hätte.
Gary crosses my way pulling 2 suitcases and that's not the only reason why I'm absolutely convinced I should approach him in english. I guess he's american or maybe italian, but I'm totally wrong: "I'm from South-Africa" he says and he's on his way to Amsterdam. Gary is creative director of a big textile-company and on a business-trip. He's quite busy with the autumn/winter-season 2010, his company is doing street-wear. I wish I would have asked him what's most important for him, but unfortunately I forgot. How could I? Now I ask myself, what would have been his answer.

Freitag, 19. März 2010

Reisetagebuch





Den Frühling hab ich gesucht - den Herbst hab ich gefunden. Dieser freundliche Herr ist gerne unterwegs, und so kommt es auch, dass seine Kleidung eine Art Landkarte darstellt; die Schuhe sind aus Meran, der Pulli ist aus Innsbruck, Hut und Jacke sind aus Miltenberg am Main, und zumindest die Jacke ist schon über 25 Jahre alt. Die Schweiz, Italien und Österreich sind offensichtlich seine liebsten Reiseziele; alle möglichen Ortsnamen hageln auf mich ein, und für meine erkennbare Unkenntnis ernte ich ratlos tadelnde Blicke. "Gelernt hab ich nichts, aber ich hab immer Kabel gemacht...da hatte ich gute Arbeit. Und ich bin 'en Altstadt-Kraat'. Da bin ich auch zur Schule gegangen, aber die gibts heut nicht mehr." Eigentlich hatte er, als ich ihn angesprochen habe, gesagt "...wenn's nicht zu lange dauert." Aber dann stehen wir doch eine ganze Weile beieinander, und der Abschied ist irgendwie zögerlich.
I was looking out for spring, finding autumn. This friendly man loves to travel, and so it comes that his clothes are kind of a map; the shoes are from Meran, the jumper is from Innsbruck, the hat and the jackett are from Miltenberg and at least the jackett is about 25 years old. Swiss, Italy and Austria are his famous travel destinations and he seems to be baffled about my lack of knowledge concerning the places he mentiones. "I didn't learn anything, but I worked in the production of cables; so I always had good work. I was raised in the old downtown, and went to school there. It doesn't exist anymore today." Actually when I approached him he told me taking the photo shouldn't take too long , but in the end we stand together for quite a while, saying hesitantly good bye.

Donnerstag, 18. März 2010

Zeit nehmen





Samira ist Perserin und das mit dem Abitur hat leider nicht geklappt. Nun überlegt sie was sie möchte und befindet sich in einer Phase der Selbstfindung. Währenddessen jobbt sie in einem Klamottenladen und versucht, sich nicht selbst andauernd Stress zu machen. Inzwischen machen ihr den ihre Eltern auch nicht mehr: "In meinem Umfeld da studieren die alle Medizin und Jura und so, meine Schwester auch, das ist dann nicht so leicht für mich." Dass da der Druck hoch ist kann ich mir gut vorstellen, und so kommen wir auf das Thema 'Eigene Werte finden' und Samira wird sehr nachdenklich.
Was ihre Kleidung betrifft so trägt sie gerne und viel Vintage "bloß heute irgendwie nicht."
Samira is persian and (unfortunately) didn't manage the A-level-thing. Now she thinks about her aims and wishes and finds heself in a period of self-discovery. Meanwhile she's working in a clothes-shop, trying not to constantly stress herself too much. By now her parents doesn' either anymore: "I'm surrounded by friends who study medicine or law, like my sister as well, and that's not easy for me." I can imagine the pressure this unleashes, and so we're at the subject of "finding own values" and samira shows herself thoughtful. About her way to dress she says that she prefers vintage, and wears it a lot "except today..."

Mittwoch, 17. März 2010

Challenge





Ein Hauch von New York liegt auch in diesem Bild; Pierre kommt ursprünglich aus New Jersey, ist Sänger, Model und Tänzer und lebt in Köln. Zuletzt hat er beim Musical Dirty Dancing mitgewirkt, aber nun hat er noch ganz andere Pläne: Er ist im Begriff ein Massage-Studio zu über- nehmen. Der Vertrag ist bereits unter- zeichnet, und die Ausbildung hat er in den letzten Jahren absolviert. Körperarbeit also aus einer anderen Richtung, für einen Tänzer sicher eine konsequente Erweiter- ung. Challenge - Herausforderung - ist das Thema seines Lebens. "Für mich ist das einfach so, ich muss mal was ganz Neues machen. Das setzt auch jede Menge Energie frei!" sagt er und wirkt höchst zuversichtlich.
A touch of New York is in this picture also; Pierre is originally from New Jersey. He's a singer, dancer, model, living in cologne. Lately he was singing at 'Dirty Dancing' and now he's heading to a complete different future; Pierre is about to assume a massage-studio. The contract is made yet, and he went through a lot of trainings during the last years. Bodywork from another perspective; a consequent enhancement for a dancer I guess. Challenge; thats a topic in his life: "To me it's important to have my challenges, to do something totally new from time to time. It's good for my energy." he says and seems to feel quite confident.

Ari macht's möglich...


Wieder einmal im Windschatten vom Advanced Style segeln 2 meiner Bilder in die weite Welt hinaus. Diesmal ist das Reiseziel kein geringeres als die New York Times, in der am Donnerstag online ein Bericht über Ari Seth Cohen's Blog aus New York zu finden war. Der aufmerksame Leser weiß, dass dort auch regelmäßig Bilder meiner älteren Herrschaften zu finden sind, und so freue ich mich, dass die mal wieder tüchtig rumkommen. Am Sonntag wurde der Artikel dann in der Printversion veröffentlicht, die ich jetzt endlich in meinen Händen halte, und ich bin...ja, ich bin...also , ich freu mich einfach. So ist das, das will ich nicht verhehlen... So viel direkte oder indirekte Aufmerksamkeit für mein liebstes Lieblingsprojekt in diesen Tagen. Das freut mich einfach sehr, sehr.

Edit: Die beiden linken Bilder sind von mir, das rechte ist von Ari selbst!
Ari makes it happen. Again in the Advanced Style's lee-side two of my pictures sail around the world. This time with no less destination than the New York Times, where on thursday an article about Ari Seth Cohen's blog, from New York, was published. The attentive reader of course knows that from time to time pictures of my beloved seniors are posted there, and so I'm glad that they are going on a nice trip again. On sunday the article was published in the print version of NYT, and finally I hold my copy in my hands and I'm...yeah I'm...well, I'm....I'm just happy about it. A lot of direct and indirekt attention for my dearest favorit-project in these days. Makes me happy, I can't conceal it...

Edit: The left picture and the one in the middle are my photos, the right one is made by Ari!

Dienstag, 16. März 2010

Stilbruch





Als ich Anne entdecke telefoniert sie gerade, und spricht sehr schnell auf französisch in ihr Handy. Plump bleibe ich einfach in ihrer Nähe stehen; ich will auf jeden Fall mein Glück versuchen. Sie wartet gerade auf ihre Familie, die soeben aus Frankreich zurückkehrt und schon wenige Sekunden später bei uns steht. Anne ist Halbfranzösin, erfahre ich, und sie studiert Romanistik und Philosophie. Sie mag viele Kleidungsstile, die sie gern zitiert. Und dann bricht. Was damit gemeint ist muss wohl nicht weiter erläutert werden. Wichtig im Leben ist für sie:"Offen genug für andere zu sein, und geschlossen genug für mich." Und auch das verstehe ich sofort, und übrigens auch sehr gut.
Anne beeindruckt mich mit ihrer enorm lebendigen Ausstrahlung; das muss ich einfach auch noch schreiben.
When I discover Anne she is busy on her mobile, talking very fast in french. Crudely I stay close to her; I definitely want to chance my luck. She's waiting for her family, arriving from a trip to france, and a second later they are already with us. Anne is half-french, I learn, and she studies romance studies and philosophy. She likes a lot of styles, and quotes them. And she likes to breach them. There is no need to explain what is ment, I guess. Important in life is "To be oppen enough for others, but closed enough for myself." shes says, and again I understand immediately, and besides; I understand it very well.
Anne impresses me with her highly vibrant charisma; I just have to write that down.

Italienisches Windspiel...


Der liebe Gott schuf Himmel und Erde, den Menschen und Hunde. Letzteren gab er ein Fell, damit sie nicht frieren, sollte man meinen. Aber weit gefehlt; Coco friert sehr wohl, was daran liegen mag dass ihre Vorfahren aus Ägypten kommen. "Italienisches Windspiel", so heißt diese Rasse, und auch trotz des klangvollen Namens muss Coco sich gegen ihn schützen; den Wind nämlich, besonders den kalten. Dafür wurde eigens aus Japan ein wärmendes Wams herbeibestellt, und bevor nun eine theologisch-philosophische Diskussion losbricht; "Prosa vor Fakten" hab ich mir in diesem Fall erlaubt. Mehr Hunde mit Stil unter Dogstyle...
God created heaven and earth, men and dogs. To beware the dogs of freezing he gave them fur, one could think. But far from it! Coco is well freezing, which is perhaps because his ancestors are from Egypt. "Italian greyhound" is the name of this dog breed. So, Coco's got his own warm waistcoat, especially delivered from Japan, to keep him warm enough. And before a religio-philosophic discussion is kicked off; I took the liberty of prose versus the rigor of facts.
More dogstyle you'll find here.

Montag, 15. März 2010

In Erwartung





Diese Dame steht kurz vor ihrer Pensionierung, und freut sich auf einen neuen Lebensabschnitt. "In Erwartung..." ist daher die knappe und spontane Beschreibung dessen, was momentan am bedeutsamsten für sie ist. Seit 40 Jahren ist sie Grundschullehrerin: "Ich unterrichte Sport, Kunst, Deutsch..." Da wir beide in Eile sind, fällt unser Zusammentreffen recht kurz aus, und so erkenne ich die tollen Schuhe leider erst später auf dem Foto; sie erinnern an die japanischen Holzsandalen "Geta", deren spezielle Sohle den Fuß vor allzu engem Bodenkontakt bewahren soll. Der Rock ist ein umgeändertes Vivien Westwood-Modell. Er war eigentlich knielang; ihre Schneiderin hat ihn in eine Art Kleid verwandelt und deutlich verlängert. "Die Brille ist schon über 30 Jahre alt; die ist von Casanova. Ich glaub die Firma gibt's auch noch..." Ob das stimmt habe ich noch nicht herausfinden können, wohl aber dass die Firma anscheinend spezialisiert war auf außergewöhnliche Fassungen.
This lady will retire soon, and is happily looking forward for a new chapter in her life. "Expectations" is the short and spontaneuos answer, what her life is about at the moment. Since 40 years she a teacher in the primary school: "I teach sports, art and german." Because both of us are in a hurry, our meeting is quite short and unfortunately I recognize her wonderful shoes only later on the photo; they look like the japanese wood-sandals "Geta", which keep the feet from connecting too much with the ground. Her skirt is from Vivian Westwood, and she asked her tailor to customize it; it used to have knee-length and now it is kind of a dress and much longer. "My glasses are about 30 years old, from 'Casanova', I think this label still exists."she says. I couldn't find out yet if that's true, but doubtless they were specialized on extraordinary spectacle frames

Sonntag, 14. März 2010

Zeitenwende





Dieser Herr ist im Textilgewerbe tätig, und trägt gerne Farben; hier zum Beispiel eine Cordhose in Brombeer. "Es ist schade dass, besonders Männer, oft so wenig Mut haben sich eigenwillig zu kleiden. "Gucken Sie doch mal da; alle beige und schwarz..." sagt er und zeigt zur Ampel, wo eine kleine Menschenmenge steht und wartet. Farben und bewusst gewählte Kleidung sind auch eine Würdigung an das eigene Leben, und besondere Momente", und so würde er seine Mitmenschen gerne ermutigen etwas couragierter und bewusster bei der Wahl der eigenen Kleidung zu sein.
"Welcher Punkt ist in Ihrem Leben gerade wichtig? ", frage ich noch, und seine Antwort: "Ich glaube es steht eine Zeitenwende bevor, jetzt nicht speziell für mich; ich meine eher auf der ganzen Welt. Und ich denke das ist sehr positiv."
This friendly man works at the textile industry and like wearing colors; cord pants in mulberry in this case. "It's too bad that, especially men, quite often doesn't have the faible to dress themself unique. "Just have a look; all dressed in beige and black" he says pointing at a little crowd waiting at the traffic-lights. "Colors and conciously chosen clothes are a valuation of the own life, and special moments in it", he says and he would like to encourage people to dress themselves more gritty and aware.
"What is an important point in life?" I ask, and his answer is :" I think a turn of eras is happening; not specially in my own life; I mean it happens in the whole world, and I think this is quite favourable."

Samstag, 13. März 2010

Bandbreite





Von weitem sehe ich Jana im Gemüseladen verschwinden, und irgendwie bin ich an jemanden erinnert. Und richtig; als sie herauskommt erkenne ich sie sofort wieder: ich hab sie hier schon mal fotografiert. "Wir treffen uns immer, wenn ich mir überhaupt keine Mühe mit meiner Kleidung gegeben habe" sagt sie, und vielleicht ist es genau das was mir auffällt. Es ist aber auch ihr Stil, und Jana sagt sie hätte doch letztes mal das gleiche angehabt. Das stimmt aber so nicht...
Auch wenn sie diesmal keine Kopfhörer trägt, frage ich trotzdem was sie momentan gerne hört: Deep Child; Backroom. Für mich zuerst wenig gewöhnungsbedürftig, doch während ich dies schreibe läuft es so im Hintergrund und passt irgendwie auch gut zu meiner derzeitigen Samstagabendstimmung. Jana arbeitet übrigens als Bookerin bei Traumschallplatten, und hat vermutlich auch deswegen eine ziemliche Bandbreite, was Musik angeht.
From far away I see Jana entering the grocery store, and feel reminded at someone. Well, when she comes out again I recognize her immediately; I took her photo here yet. "We only meet, when I didn't take much care about getting dressesd" she says, and maybe that's exactly the point. But it's her style also, and Jana says she had worn the same the last time. But that's not true.
Although this time she doesn't wear earphones I ask which music she likes most at the moment: Deep Child, Backroom. I need a bit getting used to it, but while writing this I listen to it in the background, and somehow it fits quite good to my saturday-night-mood. Jana, besides, works as a booker at Traumschallplatten, and seems to have a big range concerning her taste of music.