Montag, 31. Mai 2010

Contortionist





Ja, man kann wirklich viel lernen beim bloggen; zum Beispiel den Unterschied zwischen einem Kontortionisten und einem Kontorsionisten. Bei beiden handelt es sich um Menschen die ihren Körper unge- wöhnlich verbiegen können; im Volksmund Schlangenmensch genannt. Der erste, der sich mit 't' schreibt, präsentiert seine Kunst indem er sich in ganz kleine Kisten stapelt oder durch sehr enge Gegenstände, z.B. einen Tennisschäger, quetscht. Im Gegensatz zum zweiten, der sich mit 's' schreibt, und sich einfach kunstvoll und akrobatisch in alle möglichen absurden Richtungen verbiegt. Kiros hat beides im Programm. Der gebürtige Äthiopier lebt in Litauen und tourt mit seiner Show um die ganze Welt. Er ist gerade in Köln ange- kommen, wo er aber nicht auftritt, son- dern erst mal Kontakte knüpfen möchte. Die nächsten Monate wird er in Canada verbringen, oder war es Neuseeland? Er hat mir derart viele Länder aufgezählt, aus denen er grad kommt, wohin die Reise geht, dass ich durcheinander gekommen bin. Das Reisen macht ihm Spaß, sein Beruf bedeutet ihm alles: "Ich treffe so viele Menschen, werde dauernd inspiriert, bin immer in Bewe- gung; das ist für mich enorm wichtig." Ja, einsam fühlt er sich schon auch manchmal, wenn er lange unterwegs ist. Aber das ist es ihm wert. Sein Talent hat er schon als Kind entdeckt und immer weiter verfein- ert. Auf seiner Seite kann man auch Videos ansehen die ihn in Aktion zeigen, wenn man den Anblick aushält. Ich persönlich gehöre zur Gruppe derer, die sich sofort die Augen zuhalten müssen, wenn die Gummi- menschen loslegen.
Well, one can learn so much while blogging; for example the difference between an contortionist who performs by bending and flexing his body and his bones in an absurd and spectacular way, in opposite to a contortionist who is specialized in enterology. That means those artists are able to slip through very small holes in things, like a tennis racket, or they fold themeselves into tiny boxes. In Kiros repertory both arts are included. Born in Ethiopia he now lives in Lithuania, and with his show he travels around the whole world. He just arrived in cologne, but he's not having a show here; first he wants to establish some contacts. The next months he will stay in Canada, or was it New Zealand? He told me so many countries where he already was or where he plans to go to, that I finally got confused. He loves travelling, and his preofession meanss everything to him. "I meet so many people, I always get inspired, and keep I moving; all this is very important to me." Yes, he fells lonesome sometimes, if he's on tour for a long time. Bit it's worth it. He found out about his talent when he was a child, and since then he kept refining his skills. On his page you will find some videos who show Kiros in action, if you can stand watching it. I personally belong to the goup of those who squinch thir eyes shut, when the rubber people start twisting.

Sonntag, 30. Mai 2010

Großfamilie





Seinen Namen möchte dieser Herr mir lieber nicht verraten; und wenn ich nur ein bisschen besser informiert wäre bräuchte er das vermutlich auch gar nicht. 15 Jahre lang war er nämlich Mitglied des Bundes- tages; die Möglichkeit ihn zu kennen ist theoretisch also gegeben. Dass ich nicht weiß wer er ist scheint er allerdings ganz angenehm zu finden. Zudem ist das auch alles eine ganze Weile her; ursprünglich war er Land- und Forstwirt, bevor er in die Kommunalpolitik gegangen ist. Inzwischen ist er 80 Jahre alt, und wirklich wichtig im Leben ist ihm "...eine glückliche und gesunde Familie. Wissen Sie, ich habe 6 Kinder und 20 Enkel. Die Familie ist also groß." Die englische Mode liegt ihm, "...aber da hat auch meine Frau ihre Finger mit ihm Spiel."
In den letzten Tagen habe ich ja bereits hier und hier Frauen mit großer Kinderzahl und reicher Enkelschar getroffen. Wirklich aktuelle Zahlen habe ich nicht gefunden, aber fest steht; Großfamilien wie die Waltons sind selten geworden. Viele Kinder zu bekommen ist hierzulande ungewöhn- lich, wenn ich auch im eigenen Umfeld schon so manches dritte Kind begrüßen durfte. In den USA soll es bereits einen anderen Trend geben, der gar das dritte oder vierte Kind in den Stand eines Statussymbols erhebt und die "kennedy- eske Sehnsucht nach der Gründung einer eigenen Dynastie" erfüllt, wie in der FAZ zu lesen ist. Wer selbst aus einer großen Familie kommt gründet später selber eine, könnte man vermuten, wenn man die Geschichte des Ted Leeson hört; der 91jährige mit acht Kindern, 33 Enkeln, einer Vielzahl Ur-und Ur-urenkeln er- wartete, wie im Januar zu lesen war, den 106 Familiennachkommen.
This friendly man prefers not to tell me his name; and if I was only a bit better informed it probably wouldn't be necessary anyway. For 15 years he was member of the german Bundestag, to know him is theoretically absolutely possible. But that I don't recognize him even seems to please him in way. And nayway all this is a long time ago. He used zo be an agriculturist and forest manager befor he decided to become a community poltician. Now he is 80 years old and in his life is really important to him: "To have a healthy and happy familiy. You know; I have 6 children and 20 grandchildren; so it's a big family." He likes the british style; "...but my wife also is taking part concerning my clothes."
The other days I met some women yet with many children and a swarm of grandchildren. I didn't find very new statistics but one thing is sure; large families like The Waltons are rare. To get many children in this country is uncommon, although I had the chance to welcome one or another third child in my personal surroundings. In the USA a different trend shall become perceivable; there the third or fourth child almost is a status symbol and the journalist Amy Astley furthermore supposes a desire to build up an own dynastie, like the Kennedys. (FAZ). Who himself grew up in a large familiy seems to raise one mor easily, it seems, if you read the story of 91 year old Ted Leeson; he has 8 children, 33 grandchildren, a bunch of grand-grandchildren, and was expecting the 106th member of his family in january.

Samstag, 29. Mai 2010

Sunbeam





Keren rollt auf ihrem Board über die Kreuzung und ich entscheide spontan, dass ein bisschen zu spät zu kommen ja so schlimm auch nicht ist. Also spreche ich sie an, und sie erzählt mir, dass sie noch gar nicht so lange mit ihrem Brett durch die Gegend saust; dafür wirkt sie aber sehr geübt. Keren macht gerade ein Praktikum beim WDR; sie möchte gerne On-Air- Designerin werden. Für sie kommt es im Leben darauf an, für die Dinge die sie machen möchte, auch genügend Zeit zu haben; "Ich möchte mich nicht so gerne von anderen, unwichtigeren Dingen ablen- ken lassen, sondern mir die Ruhe und die Zeit nehmen mich widmen zu können." Ihr Name ist übrigens iraelisch und bedeutet Sonnenstrahl. Im Hintergrund erinnern uns die Kirchenglocken dass wir nun beide wirklich weiter müssen.
Keren crosses the intersection with her board and spontaneously I decide that being late probably isn't that bad. So I approach her and she tells me that she's quite new at skating; although she looks like she she's well excercised. At the moment she is a trainee at the local TV-station; she wants to become an on-air-designer. In life is important to her that she finds enough time for the things she really wants to do: "I don't want to be distracted by so many other, less important things and rather take my time to adress myself to my personal topics." Her name besides is israeli and means sunbeam. In the background the churchbells ring and remind both of us that we got to go.

Freitag, 28. Mai 2010

Weltreise und so





Mitten am Tag und mitten auf der Strasse erfahre ich folgendes; Michaels Hose ist nicht rosa sondern pink, und sie ist aus Stockholm. Der drin steckt ist aus Nürn- berg und mit Kollegen unterwegs in Köln; mal gucken wie es hier so ist. Michael ist Abteilungsleiter in einem angesagten Con- ceptstore, den ich natürlich nicht kenne, auch wenn ich damit Erstaunen hervor- zurufen scheine. Für Michael geht's im Leben darum "zu tun was man möchte, und sich nicht von anderen reinreden zu lassen." Was er da so tut, wenn er das tut was er möchte, frage ich ihn: "Ich reise gern zum Beispiel, und ich ziehe mich auch sehr gern zurück und suche die Ein- samkeit." 2009 war er auf Weltreise; ein ganzes Jahr lang hat er viele Länder bereist. Einige, z.B. Kambodscha nur ganz kurz, andere recht lang; wie Neuseeland, das am meisten Eindruck bei ihm hinterlassen hat: "Da kann man wirklich Einsamkeit und Abgeschiedenheit erleben; ganz toll." sagt er und ich kann ihm seine Begeisterung deutlich ansehen. "Da ist dann aber Wanderhose angesagt; nix pinkes."
In the middle of my day and in the middle of the road I receive the following information; Michaels pants aren't rosé but pink, and they are from stockholm. The one who's wearing it is from Nürnberg and together with colleagues on a one-day trip in cologne; to check out our city with the big cathedral. Michael is a departement manager in a famous concept store which of course is not familiar to me; although I seem to cause astonishment by this. For Michael life is about "doing the things you want to do, not beeing swayed by others." What that means concretely I ask him; when he does what he want's to do: "Well I like to travel for example, and I really like to be alone and I appreciate the solitude." In 2009 he has been on a world trip; for one year he visted a lot of countries; some only for a short while, like cambodia; some for quite a long time, like New Zealand which impressed him deeply: "There you really can explore solitude, it's amazing." he says and I can clearly see the fas- cination in his eyes. "...there I run around in hike clothes by the way; no pink..." he says with a smile.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Gazelle





Dieser junge Mann heisst Xander, kommt aus Südafrika und ist ein wahres Überraschungspaket. Er singt, tanzt, foto- grafiert und noch allerlei sonst. Wenn Xander auf der Bühne steht nennt er sich Gazelle, und ihm zuzuschauen macht ein- fach Spaß. Ich hatte gestern abend Gelegenheit ihn live zu erleben, aber z.B. seinen Song "Die verleure Seun" gibts auch im Netz zu sehen. Arte Tracks hat kürzlich einen Beitrag über Gazelle gezeigt, der unter anderem verrät warum er im (selbst- kreierten) Leopardenkostüm auftritt. Der Pulli den er hier im echten Leben trägt ist von The Inoue Brothers, einem Label an dem er auch beteiligt ist; ein sehenswertes Video dazu gibts hier - selbstverständlich hausgemacht. Inoue Brothers kollaborieren übrigens mit Comme des Garcons und nächste Woche reist Xander, der mo- mentan in New York lebt, nach London und Copenhagen zum Launch, zu deutsch 'Einführung am Markt'. All das und einiges andere kann man auch auf seinem Blog erfahren.
Als ich Xander um ein Foto gebeten habe wußte ich zwar dass er später auftreten wird, aber kein bisschen mehr. Dass er 'nebenbei' noch fotografiert und an einem Modelabel beteiligt ist hat er im Nebensatz dahingenuschelt ... und, nun ja; dass er auf der Bühne eine derart wilde Show hinlegt hätte ich nicht unbedingt erwartet.
This young man's name is Xander, he's from Southafrica and he truly is a surprise package. He sings, dances photographs and a lot more. He calls himself Gazelle when he performs on stage, and to see him there is just fun. Last night I had the chance to watch his performance, but his song "Die verleure seun" (The lost son) for example can be seen here. Arte Tracks showed a short report about gazelle the other night, and there some informations are given about his selfcreated leopard costume and some more things. (interview in english). The sweater he wears in real life on the picture is from The Inoue brothers, a label at which he is participating. A video about their fashion is published here; of course it's 'homemade' as well and worth seeing it. Inoue brothers besides are collaborating with Comme des Garconnes, and next week Xander, who temporarely lives in New York, will visit London and Copenhagen, where their launch is taking place. All this and even more you can find on the Gazelle-Blog.
When I asked Xander for a picture I knew that he would be on stage later, but not a tiny bit more. That he 'besides' works as a photographer and is part of a fahion label he mumbled as a sideline, and - well... that he would perform in such a wild and vibrant way I didn't expect either.



Wichtig im Leben ist für Xander zu leben. "Viele Menschen leben gar nicht richtig; sie arbeiten und regeln alles, aber das ist nicht leben wie ich es meine. All diese Erlebnisse und Erfahrungen auf die man sich einlässt, die einen fordern oder wachsen lassen, das ist leben. Und geniessen soll man das Leben, Spaß haben."
In life is important to Xander to live. Many people doesn't really live; they work and manage everything, but that's not life like I understand it. All the experiences you make, you let yourself in for, which let yourself grow - that's life. And one should enjoy life and have fun."

Mittwoch, 26. Mai 2010

It's beyond my control





War es vor ein paar Tagen endlich warm genug um allerorten frühlingshaftes, ja beinahe sommerliches Strassenleben zu beobachten, hat sich der Wettergott nun schon wieder umentschieden. Als ich Sabine in ihrem Maxikleid sehe fällt mir spontan eine Textzeile aus dem Film "Gefährliche Liebschaften" ein: "Dagegen bin ich machtlos" ist John Malkovichs zerstörerische Antwort auf die Fragen der verzweifelten Michelle Pfeiffer. So schlimm ist es bei mir natürlich nicht; aber Maxi- kleider... was soll ich sagen; Dagegen bin ich machtlos! Sabine ist Schauspielerin und Regisseurin und hält mir gut gelaunt eine Dvd unter die Nase; es ist ein Kurzfilm den sie gedreht hat, und nun besteht begründete Hoffnung dass ein langer Film draus werden könnte. Mit meiner Frage was ihr im Leben wichtig ist kann sie erst mal gar nicht soviel anfangen. "Zu weit gefasst" ist sie ihrer Meinung nach. Die Reaktion verblüfft mich, und wir reden ein bisschen über Sinn und Unsinn dieser Frage. "Im privaten ist Ehrlichkeit wichtig für mich, aber für unterschiedliche Bereiche würde ich sicher auch unter- schiedliche Antworten geben."
Was it finally warm enough a few days ago, to feel the almost-summer-spirit allover the streets the god of weather unfortunately changed his mind again. When I first saw Sabine in her maxi-dress a quote of "Dangerous Liaisons" crossed my mind immediately: 'It's beyond my control' is John Malcovichs distructive answer to Michelle Pfeiffers desperate questions. Well, it's not that bad to me, but maxi-dresses...what can I say; it's beyond my control! Sabine is an actress and a director and cheerful she gets dvd out of her bag; she finished her shortfilm and now is confidently hoping that she can make a long-film out of the story as well. My question what's important in life is nothing she can easily deal with in the beginning; "It's not concrete enough to me" sha says and now I'm the one who is surprised. So we talk a little bit about sense or non-sense of this question. "Honesty, I'd say is really important in private life. But I think I would give you different answers for any part of life."

Dienstag, 25. Mai 2010

Sultan





Was tut man wenn so viel zu tun ist, dass der Weg zum eigenen Herd beschwerlich scheint? Man geht unbeschwert dorthin wo ein anderer kocht. Im vorliegenden Fall also habe ich mich aufgemacht zum türkischen Pizzamann meines Vertrauens. Und dort steht Sultan hinterm Tresen. Wenn's auch noch so voll ist; Sultan lacht, verblüfft mit blitzschnellen Handgriffen, und obwohl ich nur vergleichsweise selten zu Gast bin, kann ich doch berichten dass der Dönermeister immer glaubhaft gute Laune hat. Für mich ist er eine so zentrale Figur in dem kleinen Laden, dass ich mir sicher bin; er muss der Chef sein. Diesmal frage ich nach und weiß es nun besser. Alles was ich bisher dort gegessen habe war verlässlich lecker; aber am allerwich- tigsten ist die herzliche und doch raum- lassende Freundlichkeit, die Sultan und seine Kollegen verbreiten. So singe ich also heute mal ein Loblied auf die ehrliche und bodenständige gastronomische Nachbar- schaft. Sultan freut sich dass ich ihn foto- grafiere; "Die Bilder nehm ich mit in die Türkei im Sommer!" Für ihn kommt es da- rauf an "dass man das Leben genießt; dass man zufrieden ist." Und weil es so schön passt, eröffne ich heute mal die Rubrik "Berufs(be)kleidung."
What to do if you have so much work that to heat the domestic stove seems to be burdensome? You light-heartedly go outside to find a place where good food is served. In this special case I headed to the Lahmacun-dealer of my trust. And there Sultan works behind the counter. No matter how busy he is; Sultan laughs, surprises with his lightning speed and even if I'm only an infrequent visitor I can tell that he always is in a believably cheerful mood. To me he's such a pivotal person in the little restaurant that I'm sure ; he must be the owner. This time I ask, and now I know better. Anything I ate there was reliably delicious, but even more important is the heartful and easy friendliness shedded by Sultan and his colleagues. And so today I sing a little praise on the honest and down-to-earth gastronomical neighbourhood. Sultan likes the idea that I take pictures of him; "I will take them with me on my trip to turkey this summer!" To him it's important "that one savors life. To be contented.." And because it's a good chance now, I open up a new category today; "working clothes".


Der Name Sultan bedeutet übrigens Herrscher, Herrschaft oder auch Stärke und ist sowohl ein männlicher wie auch weiblicher Vorname.
The name Sultan means sovereign, sovereignty or strength and is a males first name as well as a females first name.

Montag, 24. Mai 2010

Im grünen Grase





Was tut man bei dem schönen Wetter? Man setzt sich auf die grüne Wiese. Dort treffe ich Sue im roten Kleid und kann dem nahe- liegenden nicht widerstehen; ich frage also ob ich ein Foto von ihr machen darf. Es werden ein paar mehr, weil's gar zu ver- lockend ist. Sue hat eine Ausbildung als Friseurin, ist aber auch Tänzerin und ar- beitet als ehrenamtliche Sozialarbeiterin in einem Jugendzentrum. Das macht sie seit ihr kleiner Sohn auf der Welt ist: "Ich kann nicht immer nur zuhause sitzen und wollte gerne noch was tun. Also gebe ich im Jugendzentrum Streetdance-Kurse." Um selbst ein bisschen was zu lernen hat sie neulich an einem Workshop beim Vor- tanzmeister Detlef D! Soest gemacht. (...über d!en schreib ich hier jetzt einfach mal nix.) Jedenfalls hat d!er sie eingeladen am Casting für den 2. Teil des Street- dance-Films teilzunehmen. Das hat Sue dann auch gemacht, und war ziemlich überwältigt von all den neuen Eindrücken. Sie findet es wichtig dass man sich im Leben über das freut was man hat, und das man auch Dinge hinterfragt; "Ich kann nicht einfach nur alles hinnehmen; ich muss auch darüber nachdenken warum etwas so ist wie es ist."
...noch ein paar Bilder gibt's hier...
What to do when the waether is fine? Sitting otside in the green gras. There I saw Sue in her red dress and I couldn't resist the obvious; so I ask if I may take a picture. I take some more, because it's too compelling. Sue is a hairdresser, but she's a dancer as well and works as a volunteer social worker in a youth centre. She does so since her litte son is born; "I can't just sit a home all day, and I wanted to do something else as well." To train herself she joined a workshop of germanys auditionmaster Detlef D! Soest. (..I don't feel like writing about him at all) Anyway; there D! invited her to also join the casting for the second part of the Streetdance movie. Sue decided to go and was overwhelmed by all the new impressions and experiences. She thinks it's important to be happy about what life has to offer, and that one questins things; "I can't just take things like they appear, I also have to consider why things are the way they are."
...see more photos of Sue here..


Samstag, 22. Mai 2010

Feine Tuche





Herr Pleuger ist Tuchkaufmann. In den 50er Jahren hat er in dieser Funktion Schneider im gesamten Ruhrgebiet mit feinen Tuchen und Anzugstoffen beliefert. 1960 hat er sich schließlich selbstständig gemacht und ein Atelier für exclusive Stoffe und Maßkonfektion eröffnet; zuerst in Bonn. Seit 1962 führt er sein Geschäft in Köln, und auch mit 76 ist er noch nicht be- reit in Rente zu gehen. In der Textil- branche tätig zu sein liegt in der Familie; feine Tuche liegen ihm am Herzen. Herr Pleuger trägt nur maßgeschneidertes; vom Hemd bis zum Schuh, und jegliche Ver- massung ist seine Sache nicht. Das bedeu- tet aber keineswegs dass er dieselbe Hal- tung auch von anderen fordert; ich selbst stehe deutlich leger vor ihm. Vorsichts- halber frage ich also nach; entweder ist er sehr höflich oder aber, wie ich vermute, tolerant genug, mir sogar ein Kompliment zu machen. Das war nicht mein Ansinnen, freut mich aber dennoch. Auf meine Frage was im Leben wichtig ist antwortet er beherzt: "Da gibt es eigentlich nur ein Wort zu sagen; "Zufriedenheit!"
Die Begegnung mit Herrn Pleuger gehört auf jeden Fall zu jenen, die zu kurz gewesen sind. Und so werde ich ihn wohl bald in seinem Laden am Offenbachplatz besuchen gehen.
Mr. Pleuger is barathea-merchant. Back in the 50ies he supplied tailors all over the Ruhr-district with fine woolen materials and suit cloth. In 1960 he decided to open up his own business; an atelier for fine fabrics and custom tailoring. Since 1962 it is established in cologne, and although he's 76 he's not ready to retire yet. To work in the textile sector runs in the family, fine woolen fabrics lie at his heart. He only wears made-to-measure clothes; from shirt to shoe, and any massification is not acceptable for him personally. That does'nt mean he's expecting the same from others; myself, I stand in front of him distinctly casual dressed. Just to be on the safe side I inquire about it. Either he's very polite, or, like I assume, he's tolerant enough to even pay me a compliment. That was not what I intended to provoke, but I'm delighted anyway. On my question what's important in life he stout-hearted replys: "Well, there is only one word to say; contentment!"
The meeting with Mr. Pleuger definitely belongs to those which were too short. And for this reason I think I'm going to visit him in his atelier at Offenbachplatz soon.


Donnerstag, 20. Mai 2010

Longing...





So, noch ein letztes mal zurück zu den Mönchen aus Bhutan; auch Oxana erscheint zum Tanz. Und zwar ganz wörtlich; ihren Platz nimmt sie etwas abseits der Zu- schauer ein. Von dort kann sie noch sehen, sich aber auch ihren eigenen, vogelleichten Tanzschritten hingeben. Oxana ist Russin und der Glaube spielt eine große Rolle in ihrem Leben; sie ist russisch-orthodoxe Christin, fühlt sich aber auch dem Buddhis- mus verwandt. Der Tanz der Mönche ist für sie ein Gebet, und so nimmt sie nicht zum ersten Mal teil. Künstlerin ist sie, und mit einem Künstler war sie auch verheiratet: "Ein Koreaner...für ihn hab ich mein Land verlassen, und wir haben 5 Kinder zu- sammen; asiatische Kinder. Eines Tages hat er mich verlassen, und ich habe die Kinder alleine groß gezogen."
Ihre Kleidung wählt sie frei und nach Ge- fühl: "Ich bin niemandem verpflichtet, und trage was ich möchte. Ich mag das Blau ...und das Gold. Das Gold ist eine Sehn- sucht; in meiner Heimat sind die Kirchen golden..." Oxana ist eine vielseitige Frau; sie unterrichtet griechischen Tanz, hat eine Ayurveda-Ausbildung hinter sich, fotografiert, malt; immer neues zählt sie in ihrer dezent slawischen Sprachmelodie auf. Was am wichtigsten im Leben ist? "Na, Liebe! Das ist doch klar, was sonst?!"
Well, back to the monks of bhutan again; for the last time. Oxana also shows up for the dance, literally speaking. She chooses her place beside the audience; from there she's able to watch, but also can devote herself to her bird-like dancing steps. Oxana is russian and faith is playing a prominent role in her life. She belongs to the russian-orthodox church, but feels related to buddhism as well. The dance of the monks is a prayer to her, and so it's not the first time she joins the event. Oxana is an artist, and she's been married to an artist: "He was korean, and I left my country for him. Together we have 5 childrean; asiatic children. One day he left me, and I raised up the children by myself."
She chooses her clothes intuitively; "I'm accountable to none, and so I wear whatever I feel like. I love the blue...and the gold. It's a longing; in my country churches are golden." Oxana is a multifaceted woman; she teaches greek dance, has finished an ayurvedic training, photographs, paints... over and over she puts something new on the list, narrated in her melodious, lightly slavic mode of speaking. What's most important in life? "Well; Love of course; that's for sure. What else could it be?"

Mittwoch, 19. Mai 2010

Scream Tart





Antje singt in einer Punkband; "Die Lautstärke beruhigt mich." sagt sie, und macht eigentlich gar nicht den Eindruck als wäre sie beunruhigt. Der Name der Band ist Scream Tarts, und wer Antje gerne mal in action sehen möchte; bitte hier; das Bild wurde bei einem Konzert im Sonic Ballroom aufgenommen. 12 Jahre lang hat Antje bei der Formel eins gearbeitet; in der Orga- nisation. Dann hat der Autohersteller für den sie tätig war der Rennstrecke den Rücken gekehrt.
Für Antje zählt das "Jetzt" im Leben: "Das Leben kann so schnell vorbei sein; deswegen ist das 'Jetzt' so wichtig."
Antje is a snger in a Punk-band; "Loudness settles me." she says, although she doesn't seem to be unsettled. The name of her band is Scream Tarts, and you may have a look at her in action here; the picture was taken during a concert at the Sonic Ballroom. For about 12 years Antje has been working for the Formula one; in the organisation department. But then the car company she was working for had turned it's back to the race course.
In life matters for Antje the "Now": "Life can be over so quickly, that's why 'Now' is so important."

Dienstag, 18. Mai 2010

Bruttosozialglück





Den Namen dieses Mönchs im Schwarzhut- gewand aus Bhutan kenne ich leider nicht. Auch meine Frage was ihm im Leben wich- tig ist konnte er mir nicht beantworten; "No english..". So bin ich dankbar, dass ich ihn fotografieren durfte; wie im vorigen Post bereits erwähnt hat gestern im Rahmen einer Bhutan-Ausstellung eine 11köpfige Gruppe von Mönchen einen Einduck ihrer religiösen Cham-Tänze ver- mittelt. Natürlich als Kurzversion und aus dem Zusammenhang gerissen; in Bhutan wird in verschiedenen Klöstern und Tem- peln jährlich ein mehrtägiges Fest zele- briert; die extra darin ausgebildeten Mönche sind prachtvoll kostümiert und huldigen mit ihren Tänzen buddhistischen Gottheiten und guten Geistern. Böse Geister und Dämonen sollen vertrieben werden. Tantrischer Buddhismus ist im Königreich Bhutan Staatsreligion. Zentrale Richtschnur auf politischer und gesell- schaftlicher Ebene ist die Vermehrung des Bruttosozialglücks. Hierzu gibt es ein sehr sehenswertes Video des Psychiaters und Lernforschers Prof. Dr.Dr. Manfred Spitzer, der nahezu im Plauderton sein Wissen über das menschliche Streben nach Glück ver- mittelt. Bei BR-Alpha gibt es übrigens inzwischen über 100 Folgen der Reihe Geist und Gehirn mit Herrn Spitzer... weiter gehts...
Unfortunately I don't know the name of this monk dressed in the black-hat-habit. And he either didn't answer my question, what is most important in his life; "No english..." So I'm grateful that I was allowed to take apicture of him. Like I already mentioned in the post before a group of 11 monks from Bhutan are, within an exhibition of Bhutan-arts, guests of cologne. They introduce their religious Cham-dances, of course in a short version and taken out of it's usual context. In Bhutan annually a celebration for several days is taking place in different monasterys and temples. The monks, all specially educated in cham dancing, are dressed in magnificent costumes. With their dances they pay a hommage to buddhistic divinities and spiritual ghosts. Evil spirits and demons shall be chasen away. The tantric buddhism is the state religion of Bhutan. A central guideline concerning political and social affairs is the increase of gross national happiness. A video about Bhutan and the gross national happiness can be seen here; it's truly worth seeing it! ....read more...


Montag, 17. Mai 2010

Unterpfand





Manchmal ist es ganz besonders schade dass Eile herrscht. So auch heute; die Dame fällt mir während einer Tanzvor- führung von Mönchen aus Bhutan auf der Domplatte auf. Im Rahmen einer Aus- stellung über Heilige Kunst aus Bhutan im ostasiatischen Museum sind die Mönche zu Gast in Köln, und zelebrieren an öffentlich- en Plätzen ihre religiösen Cham-Tänze.
Ausnehmend entspannt und freundlich hat die Dame im Anschluss leider doch nur we- nig Zeit; die anderen warten. Der Mantel, so sagt sie mir, ist selbst genäht. "Ich nähe alles selber; das hier war eine Decke, die mein Sohn im Himalaya dabei hatte. Er hat darin geschlafen, und ich habe mir später diesen Mantel daraus genäht." Un- glaubliche 75 Jahre ist die Dame alt, und auf meine Frage was ihr im Leben wichtig ist lacht sie kurz und sagt. "Familie! Ich habe 6 Kinder und 13 Enkel..." Früher hat sie als Malerin gearbeitet, zusammen mit ihrem Mann; "Wir haben so große Bilder gemalt; in Kirchen zum Beispiel. Heute male ich fast gar nicht mehr; nur Zeich- nungen oder Miniaturen."
In Bhutan war sie selbst nie, auch wenn sie gerne einmal dorthin gereist wäre; "Ich wollte an so viele Orte auf der Welt, und meist bin ich dann doch nach Rom ge- fahren." sagt sie.
Einen Moment nachdem wir auseinanderge- gangen sind, stelle ich fest, dass ich noch immer ihren kleinen schwarzen Schirm in der Tasche habe, der nicht mit aufs Foto sollte. Nun hoffe ich natürlich auf ein Wiedersehen...
Sometimes it's too bad that there is hastiness. Like today; this wonderful lady catches my attention while a dance-performance of Bhutan monks is taking place beside the cologne cathedral. Within an exhibition of sacred arts of Bhutan the monks are guests of cologne; showing their religious cham-dances.
Exceptionally friendly and relaxed the lady tells me after the performance, that she only has a little time; her company is waiting. Her coat is selfmade by her; "I sew everything by myself. This has formerly been a blanket, which my son gave to me. He travelled with it in the Himalaya and slept in it. So then I made a coat out of it." Incredible 75 years old is this lady; and on my question what's most important for her in life she laughs and replys: "Family. I have 6 children and 13 grandchildren." In erarlier days she used to be a painter, together with her husband; "We painted huge pictures, in churches for example. Today I hardly paint; and if only drawings or miniatures."
She has never been to Bhutan, although she would have liked to; "I wanted to travel to a lot of places, but mostly I visited Rome..." she says with a smile.
A few minutes after saying goodbye I realize that I still carry around her little black umbrella, which wasn't supposed to be on the photo. So now I cherish the hope, that we'll meet again...

Sonntag, 16. Mai 2010

Teach the teacher





Vor einer Weile habe ich Frau S. getroffen und hier schon mal fotografiert. Weil unser Gespräch recht kurz war damals und ich sie gerne mehr gefragt hätte, habe ich ihr geschrieben, und wir haben uns auf einen kleinen Spaziergang getroffen. Sie unter- richtet an einer Hauptschule, und sie ist richtig gerne Lehrerin. Anstrengend sei der Beruf, hatte sie bei unserer ersten Begegnung auf meine Frage geantwortet - und dabei doch recht entspannt gelächelt. Diesmal frage ich genauer nach: "An- strengend", sagt sie "ist die permanente Lautstärke und Unruhe." Während der Unterrichtszeit ist sie eigentlich immer in irgendeiner Form von Kontakt; ruhiges, konzentriertes arbeiten kennt sie nur in ihren Vor- und Nachbereitungszeiten. "Es ist es oft auch schwierig die Schüler zu motivieren." sagt Frau S. Da sie an einer Hauptschule unterrichtet, erlebt sie es häufig, dass Kinder zwar begabt sind, aber überhaupt nicht gefördert wurden oder werden. Ein allgemeiner Frust der Schüler, eine ablehnende Haltung gegenüber Schule, Gesellschaft, Lehrer und Erwachsenen ist, womit sie permanent umgehen muss.
Eine ganz große Rolle in ihrem Alltag spielt die persönliche Zuwendung zu ihren Schülern. Nicht selten kommen die mit privaten Sorgen...weiter gehts...
A little while ago I already met Mrs. S and took a picture of her. Because our meeting was quite short at that day and I was interested to ask some more things, I've sent her an email and we met again, having a little stroll together. She works at a secondary school and she really loves to be a teacher. "Demanding" she answered at our first meeting on my question how it is to be a teacher, but she said it with a wise smile. This time I ask more precisely; "Demanding" she says "is the permanent loudness and restlessness around me. During the class time she always is in any kind of contact. To work concentrated and in silence is only possible for her during the preparation or post-processing. "Often it is hard to motivate the students." Mrs. S. says. For the reason that she works at a secondary school she often experiences, that the kids are gifted in a way. But they don't get encouraged by their parents at all. A generally frustration of the kids, and a negative attitude against school, teachers, society and adults is what Mrs. S. has to deal with all the time.
A prominent role in her daily routine plays the personal attention to her students. Frequently they approach her with private problems...read more...

Samstag, 15. Mai 2010

Außendienst









Als ich Saskia mit ihrer großen Sonnenbrille sehe, kommt mir spontan der Gedanke eine kleine Sonnenbrillenserie zu foto- grafieren. Kaum befinde ich mich jedoch mitten im Gewühl der unterschiedlichsten Sonnebrillenträger erlischt mein Jagd- instinkt jählings und ich finde meine eigene Idee total überflüssig. Es gibt nun also keine Serie, stattdessen etwas über Saskia: Sie ist Lehrerin und hat wie die meisten Lehrer eine kritische Haltung ihrem Beruf gegenüber. Anstrengend, auf- reibend und oftmals frustrierend ist das Lehrer-Dasein und die Annahme man habe viel Freizeit grundlegend falsch. In ihrer großen Tasche trägt sie Korrekturarbeiten mit sich herum; aber dafür setzt sie sich mit ihrer Freundin irgendwo draußen hin. Die Freundin ist ebenfalls Lehrerin und hat eine Tasche ähnlichen Inhalts bei sich. Saskia ist gern Lehrerin, und doch plant sie ein Sabbat-Jahr. Darauf freut sie sich; sie möchte gerne mal wieder die Perspektive wechseln und mehr Zeit für ihre lang- jährige Leidenschaft -das Balletttanzen- haben.
When I met Saskia with her big sunglasses a spontaneous idea crosses my mind; a photo-serial of sunglasses. But as soon as I found myself in between all the sunglass-people my hunting instinct died immediately, and I found my idea totally useless. So no photo-serial but something about Saskia; she's a teacher and, like most of them, has a critical eye on her profession. Hard and exhausting and often frustrating, that's what characterises the work of a teacher quite often. Who thinks they have a lot of time off is mistaking. In her big bag Saskia carries corrections along; but she will work outside today. Her friend, who accompanies her, is also a teacher and has a bag with same content. Saskia plans a sabbatical and is looking forward to it. She's keen on changing perspectives and having more time for her old passion; to dance ballett.

Freitag, 14. Mai 2010

Einfach so





Frau M. kommt gerade vom Friseur als ich sie anspreche. Zum ersten Mal hat sie sich ihre weissen Haare blond färben lassen. Einfach so, weil sie das mal ausprobieren wollte. Wir sind schnell mitten im Ge- spräch; als hätten wir uns nicht gerade erst kennengelernt sondern wiedergetroffen. Frau M. ist Sozialarbeiterin und auf die Frage worauf es ihr im Leben ankommt antwortet sie spontan; "...dass man Normen und Werte nicht einfach über- nimmt, sondern für sich persönlich hinter- fragt." Dann überlegt sie ein bisschen und fügt noch einiges hinzu; ...dass man sich wirklich für sein Gegenüber interessiert. Und dass man sich selber treu bleibt, bzw. erst mal lernt wie das geht. Damit man Unterschiede akzepztieren kann, und zu sich selber steht." Aus allem was sie aufzählt entsteht ein neuer Gesprächs- faden für uns, und wir stehen eine ganze, schöne Weile miteinander da und reden. Auch über sehr persönliche Dinge. Das geht auch mitten auf der Straße, ohne Vor- ankündigung.
Mrs. M has just been at the hairdresser when I approach her. For the first time she colored her white hair blond. Just because; she was curious enough to have a try. Quickly we're in the middle of a talk, which makes me feel like we meet again, not getting to know us. Mrs. M is a socialworker, and on my question what life is about she spontaneously replys; "That one doesn't assume standard values and norms, but questions them." Then she thinks for a minute and adds some more; " ...that one really is interested in the person vis-a-vis. And that one stays true to oneself, or respectively first learns how to. So that differences can be accepted and one is able to stand for oneself." Everything she says opens up a new topic to talk about for us, and we stand quite a long and nice while together, talking. Also about very personal things. Thats possible, even in the middle of the street; without any arrangemant.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Wonnemonat Mai





Köln am 12 Mai; im Eskimo-Parka kommt mir Ryo entgegen. Er ist Austauschstudent aus Tokyo und noch bis September in Köln. Fußballtrainer will er werden, denn Fußball ist, wie ich erfahre, auch in Japan eine populäre Sportart. Auf seinen Kopfhörern läuft Jazz; er mag das improvisierte daran und das hilft ihm sein eigenes Improvi- sationsvermögen auszubilden; beim Fuß- balltraining eine nützliche Fähigkeit, findet er. Diesen erstaunlichen Gedankengang teilt er direkt und nicht etwa auf Nachfrage mit. Nun bin ich neugierig was genau er hört, aber Ryo kann sich nicht erinnern; also hält er mir den Kopfhörer hin. Ich höre eine softe Soulballade. "Das ist aber kein Jazz" sage ich, und hastig drückt er auf seinem Mp3 Player herum; ein neues Lied ertönt, und eine mir unbekannte Frau haucht "I can see Love in your eyes" in mein Ohr. Das klingt wohlmeinend, aber auch ein bisschen nach Pianobar. Die Jazzplatte ist wohl grade verrutscht und ich gebe auf. "Im Leben ist Inspiration wichtig", sagt Ryo in mühsamem Deutsch; "Das ist gut um verspielt zu bleiben, und das Leben spielerisch zu nehmen."
Cologne, may 12th, dressed in an eskimo parka Ryo crosses my way. He's an exchange student from Tokyo and stays till september in cologne. He's going to be a soccer trainer, because soccer is famous in Japan as well, I learn. On his earphones he listens to Jazz; he likes the extemporized quality of it, and thats good to train ones skills of extemporizing; very useful in soccer, he thinks. He's telling this amazing line of thought just like that, I don't ask any special question. Now I'm curious what excactly he's listening to, but he can't remember, and so he hands out his earphones to me. I hear a soft soulballad. "That's no Jazz" I say, and hastily he presses some buttons on his mp3 player. A new song is played and now a women whispers "I can see love in your eyes" into my ears. Thats sounds benevolent, but a bit like piano-bar as well. The Jazz-cd seems to be lost at the moment, and I give up. "In life inspiration is important" Ryo says in broken german; "It's good to keep playful, to take life in a ludic way."

Mittwoch, 12. Mai 2010

Serenity





Das ist der Herr 'Not quite like Beethoven'. Alex heisst er im echten Leben, und in eben jenem hab ich ihn nun auch kennen- lernen dürfen. Neben der Leidenschaft fürs bloggen haben wir noch die Nominierung für unten erwähnten Grimme-Online-Award gemeinsam. Und weil wir gegenseitige Leser unserer Blogs sind, war die Freude um so größer nach der Veranstaltung im Düsseldorfer Medienhafen darin noch zusammen verloren zu gehen. So viele Häuser im Hafen, so wenige Menschen und kein einziges Schiff.
Alex ist ertaubt und schreibt einen Blog über das Leben eines gehörlosen. An seinem linken Ohr sieht man die Ausläufer seines Cochlea Implantates, das ihm beim hören hilft. Seinen Blog zu lesen kann ich nur empfehlen; einen Nachmittag mit ihm zu verbringen auch. Wenn man schon so einiges voneinander gelesen hat im Inter- net, ist der Weg sich kennenzulernen kürzer als normal, und beide sind wir erinnert an Brieffreundschaften von früher. Seltsame neue Internet Welt.
This is Mister 'Not quite like Beethoven'. Alex is his name in real life, and that's the place I was able to get to know him today. Besides our passion for blogging we share being nominated for the Grimme-online-award. And for the reason that we both are mutual readers of our blogs we were happy to join the event in Düsseldorfs media-harbour today, and getting lost together in it afterwards. So many houses at the harbour, very few people and no ship at all.
Alex is deaf and writes a blog about the life of a deaf person. At his left ear you can see the mounting of his cochlear implant, which helps him hearing. To read his blog I definitely can recommend, and to spend an afternoon with him as well. If you have red quite a bit of each other in the internet becoming aquainted is more easy than it usually is. We both are reminded on pen pals of former days. Strange new world of web.



Natürlich frage ich Alex auch worauf es ankommt im Leben. "Gelassenheit" ant- wortet er, aber so richtig zufrieden ist er nicht mit diesem Wort. "Serenity" drückt es besser aus für ihn, und das bedeutet übersetzt 'heiterer Gleichmut'.
Alex bloggt aus Berlin und ich winke mal heiter und wohlgemut in die Hauptstadt rüber.
Of course I ask Alex what's important in life to his mind. Serenity he replys, and he thinks there is no better way than saying it in english.
Alex is blogging from Berlin, and so I wave a cheerful and lighthearted hello to him in the capital city.

Dienstag, 11. Mai 2010

Sprachlos...


... bin ich. Darüber dass mein liebstes Lieblingsprojekt -mein Blog- nun nominiert ist. Und weil das erst mal sacken muss, ich es aber unbedingt erzählen möchte, mach ich es heute mal kurz. Hier gibts die Liste aller 23 Nominierten; allesamt interessante Projekte,Seiten oder Blogs und so saßen wir heute im Kreis beisammen und durften uns kennenlernen. Am 30.6 ist Preis- verleihung. Aber mal im Ernst; allein schon nominiert zu sein ist unglaublich. Es gibt übrigens auch 'nen Publikumspreis und da darf jeder sein wertes Abstimmungs- kreuzchen machen... Ich freu mich sehr, sehr und sag auch herzlichst Danke für das Interesse und all die Kommentare immer, die den Blog erst lebendig werden lassen. Danke!!
Speechless I am. Because my most favorite project - this blog - is nominated for the Grimme-Online-award, which is one of the most important awards in good old germany. And for the reason that I have to realize all this slowly, I keep it simple today. Here is the list of all the 23 nominees; all of them interesting projects, sites or blogs. And so today we all were sitting together in a circle to get to know each other. At the 30.of june the price giving ceremony will take place. But to be serious; to be nominated is incredible enough. Besides; there is a special audience award as well, and here all of you may choose their favorite site.
I'm so happy, I can't tell, and I just want to thank you for your interest and all the comments, which let this blog become alive. Thanks!!

Sockentrick





Alexandra eilt an mir vorbei und gleich kommt ihr Zug. Schnell muss es also gehen, und hastig frage ich sie nach ihrer Kleidung, was sie da liest und was sie im Leben beschäftigt. Sie macht gerade Abitur und ihre Kleidung kommt irgendwie so zu ihr; "...das hier ist geschenkt, dies hab ich schon ganz lange, die Tasche ist aus Spanien; ich weiss auch nicht so genau... Ich hab keinen Laden in dem ich immer einkaufe." Sie liest Milan Kunderas "Unerträgliche Leichtigkeit des Seins" und momentan beschäftigt sie ihre eigene, frisch entwickelte Philosophie über Zeit; "Ich glaube nicht dass Zeit eine Abfolge ist, sondern eher dass immer alles da ist; also das auch alles gleichwertig ist; Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit. Wir denken immer, dass es nur eine Zeitebene auf einmal gibt, das 'Jetzt'." So eine Theorie erklärt man natürlich nicht in 2 Minuten, bevor der Zug abfährt. Jedenfalls nicht einem schlichten Hirn auf dem Gebiet der Physik, wie mir. Deshalb hab ich ein bisschen rumgegoogelt; Kunderas Roman setzt sich unter anderem mit dem Thema Zeit auseinander; Nietzsches Philosophie der ewigen Wiederkehr flankiert den Handlungsstrang.
Auch ich habe das Buch gelesen. Meine lebhafteste Erinnerung daran ist der perfide Sockentrick der Malerin Sabina.
Alexandra is in a hurry as she crosses my way; her train is about to come. So we need to be quick and hastily I ask her about her clothes, what book she carries around and what her life is about. She's just finishing high-school and her clothes just find their way to her somehow; "This someone gave to me... this I have since a long time...the bag is from Spain...I don't know... I don't have a shop where I always buy my clothes." She's reading Milan Kunderas "The unbearable lightness of being" and at the moment her mind is busy with developing her own philosophy about 'time'. "I don't think time is a sequence; I think that anything is there at anytime, and so all is of equal value; past, present, future. We always think there is only one level of time at the moment; 'now'." Such a theory of course is hard to explain in 2 minutes, waiting for the train to come. At least to a person of simple disposition concerning physics, like me. So I had a little google-research again; Kunderas book is among others dealing with the subject 'time'. Nietzsches philosophy of eternal return accentuates the story.
I have red the book as well. My most vivid remembrance is the mean sock-trick of the painter Sabina.

Montag, 10. Mai 2010

A chequered man





Billy freut sich dass ich ihn fotografieren möchte; "Meine Frau hat heute morgen noch einen Witz gemacht, weil ich 2 verschiedene Karos trage." Und nicht nur das; die Weste ist gestreift, das Hemd ebenfalls kariert. Billy hat den Stoff für die Hose in Nippes auf dem Wochenmarkt ge- kauft und sie sich nähen lassen. Inspiriert ist sie von Tom Ford, dem schönsten Silberblick der Modewelt und Regisseur von "A single man" (trailer), der in seiner Herbst/Winter Kollektion 09 so manches Karo verarbeitet hat. Karos und Tartans begeistern mich persönlich sowieso, und was hier recht konventionell umgesetzt ist gabs die Tage bei Stil in Berlin in ganz moderner Ausführung. Großen Wert legt Billy allerdings auf die Details; den Riegel am Bund und die sehr schräge Tasche.
Billy ist in Ghana aufgewachsen, hat schon überall in Europa gelebt und pendelt derzeit zwischen Köln und Paris. Lange hat er Sportkleidung produziert, aber jetzt orientiert er sich neu. "Im Leben geht es darum zufrieden zu sein; mit sich, mit dem was man tut." sagt er.
Billy likes the idea that I want to take a photo of him; "This morning my wife was kidding at me, because I wear two different chequers." And not only that; his vest is striped and the shirt chequered as well. Billy bought the fabric for the pants at the market in Cologne-Nippes and a tailor made it for him. It's inspired by Tom Ford, the most beautiful slight squint of the fashion world and director of "A single man" who used quite some chequers in his autumn/winter collection 09. Checks and tartans keep fascinating me anyway, and what is implemented here in a rather conventional way was shown at Stil in Berlin the other day much more fashionable. Billy puts great value on the details; the bolt at the waistband or the sloppingly pockets.
Billy grew up in Ghana and lived all over the place in europe yet. Currently he commutes between Cologne and Paris. For a long time he used to produce sportswear, but at the moment he is reorganising his life. "Life is about being satisfied; with oneself, with what one does." he says.

Sonntag, 9. Mai 2010

The Whirlwind





Ansgar kommt aus Dortmund und ist Prog-Rock Fan. Das steht für Progressive Rock und der hat seine Wurzeln in den späten 60er und den 70er Jahren. Die zeitliche Zuordnung dürfte anhand der Kleidung ja recht leicht fallen. Für all jene die mit der musikalischen Zuordnung hingegen etwas unsicherer sind; berühmte Vetreter dieser Musikrichtung sind unter anderem Yes, Manfred Manns Earth Band, Jethro Tull, Genesis und King Crimson. Aktuell ist Transatlantic eine (die?) angesagte Band, und Ansgar ist auch gerade auf dem Weg in die Live Music Hall wo sie heute abend spielen. Wenn er mit dem Abi fertig ist möchte er selbst auch am liebsten Musiker werden. Er spielt Klavier, Gitarre und Keyboard und träumt von einem selbstbestimmten Leben. "Ich möchte nicht wegen 'Geld verdienen' ein Leben führen müssen das ich nicht will." Nach der Schlaghose hat er lange gesucht und sie schliesslich in Essen gefunden.
Ansgar is from Dortmund and a Prog-Rock-Fan. Thats the short version of progressive rock, which has it's roots back in the late 60ies and the 70ies. The historical attribution is probably quite easy, on the basis of the clothes style. For those who need a little help with the musical attribution; most popular representatives of this style of music are Yes, Manfred Manns Earth Band, Jethro Tull, Genesis and King Crimson. Currently a (the?) famous group is Transatlantic, and Ansgar is on his way to Live Music Hall, where they will perform tonight. When Ansgar will have finished school, he would like to become a musician as well. He plays the piano, keyboard and guitar and he's dreaming of a self-paced life; "I don't want to live a live generated by earning money, which I don't want to live." The flared pants he was looking for for quite a while, and he finally found them in Essen.

Samstag, 8. Mai 2010

Ehrenfelder Paar





Dieses Paar aus Ehrenfeld weckt meine Neugierde durch den sehr ähnlichen Kleidungsstil, den die beiden haben. Wie lange sie schon verheiratet sind kann ich nicht sagen, aber der freundliche Herr war 40 Jahre lang als Bäcker und Konditor bei einer bekannten Kölner Bäckereikette angestellt. Nun ist er in Rente und er kümmert sich um seine Frau; "Ich bin Butler, Koch, Fahrer und Unterhalter ... alles ..." sagt er mit kölscher Präsenz; ein bisschen ruppig und mit dem Schalk in den Augen. Er macht sich einen Spaß, daraus mir nur ein paar Informationen zu geben und dann muss ich raten wie alt die beiden sind; er ist 74, verrät er mir schließlich, weil ich dem wirren Ratespiel nicht gewachsen bin. Seine Frau, stolze 80 Jahre alt, antwortet auf meine Frage, was für sie wichtig ist im Leben: "Das wir zusammen sind!" Ihr Mann pflichtet ihr bei und fügt hinzu: "... und Gesundheit." Dann müssen sie aber wirklich weiter.
This couple of Cologne-Ehrenfeld arouses my curiosity with their quite similar way of dressing. I can't tell since how long they're married, but the friendly man has been working for 40 yeary as a baker and confectionist at a huge bakery-company in cologne. Now he's retired and takes good care for his wife; "I'm a butler, cook, driver and entertainer ... everything" he says with the typically cologne charm; a little bit grumpy with a waggish sense of humor. He has fun in giving me just a few informations and asking me to make a guess on their ages. He's 74 he finally tells me, because I'm not matching up to this confusing guessing game. His wife, in the proud age of 80, replys on my question what's important in life: "That we can be together." Her husband endorses her, adding: "...and health!" Then they really have to move along.