Montag, 30. August 2010

Kopftuch





Neslihan am Taksim-Platz / Neslihan at Taksim
"Je mehr ich mich mit den Kopftüchern beschäftige, desto weniger kenn ich mich aus" schreibt Anne Feldkamp in ihrem Blog Blica, in dem sie jüngst den ein oder an- deren Beitrag zum Thema verfasst hat. Mir geht es ganz genauso. Zumal die allerorten hitzig geführte Debatte um das Stück Stoff den merkwürdigen (Ein)Druck entstehen lässt, als müsse man sich klar entscheiden und sich auf die eine oder andere Seite schlagen. Pro oder Contra Kopftuch, da- zwischen bleibt wenig, wie mir scheint. Recht harmlos kommt die vom Sartorialist inspirierte Seite Hijabs High daher, die Kopftuch-Streetstyle präsentiert. Im Ge- gensatz dazu steht die Ansicht der Soziologin und Autorin Necla Kelek, deren Aufforderung an muslimische Frauen lau- tet, das Kopftuch abzulegen, und die in ihrem Buch "Himmelsreise" gar vor allzu- viel westlichem Verständnis für die islam- ischen Gebote warnt, und sie kompro- misslos als "Kapitulationserklärung vor jeder Freiheitsenteignung" bezeichnet. (S.13). Anlass zu Spekulationen und Dis- kussionen gibt widerum eine Künstlerin aus Paris, die sich Prinzessin Hijab nennt und Models auf Werbeplakaten mit Sprüh- dose, Pinsel und Stift verschleiert. Hier geht's weiter...
"The more I deal with the headscarf, the less I seem to know about it" Anne Feldkamp writes in her blog Blica, where she had published one or another post about this topic during the summer. Excactly the same to me. Especially because the heated debate about the piece of fabric implicates the pressure that one should side with the pro- or con fraction. Being for or against it; inbetween isn't much space, as it occurs to me. Quite innocent the site Hijabs High appears; a Headscarf-Streetstyleblog, inspired by the Sartorialist. In contrast to this the sociologist and journalist Necla Kelek requests women to cast off the veil. In her book "Ascension to heaven" she even warns against to much understanding from the western world for islamic traditions, which she uncompromisingly calls " a declaration of surrender against dis- possession og freedom". (p.13). Reason for speculations and dicussions is given by an artist from Paris; she calls herself Princess Hijab, and veils the models on advertisement boards by spraying or painting. Please follow...


Frauen in Üsküdar / Women in Üsküdar

Sonntag, 29. August 2010

Kein Künstler




Das ist Ara Güler, der wohl bekannteste Fotograf der Türkei; das Auge von Istan- bul. Um der Wahrheit die Ehre zu geben; seine Arbeit habe ich erst im Zuge meiner Istanbul-Vorbereitungen kennengelernt. Je- doch war es sofort um mich geschehen; seine Fotos strahlen eine Selbstverständ- lichkeit des Momentes aus, die etwas sehr unmittelbares hat. In Beyoglu, ganz in der Nähe meines Hotels, ist das Cafe Ara. Es ist nach ihm benannt und angeblich, so habe ich gelesen, soll er manchmal dort sitzen. Bei meinem ersten Besuch halte ich natürlich Ausschau nach ihm, aber er ist nicht da. Mein nächster Besuch, ich schwö- re, ist absichtslos, das leckere Essen hat mich wieder hergetrieben. Diesmal aber ist er da, und mit klopfendem Herzen setze ich mich an den Nebentisch und bestelle erst mal einen Teller Nudeln. Wenn Ara Güler noch da ist, wenn ich aufgegessen habe, so verspreche ich mir selbst, dann geh ich hin. Weiter gehts...
This is Ara Güler, the most famous and well known photographer of Turkey; the eye of Istanbul. To tell the truth; I first met his work, while I was preparing myself for the Istanbul-trip. But I was lost immediately.; his photos are expressing such a self-evidence of situations, and they are very straight. In Beyoglu, quite near to my hotel, the Cafe Ara is located. It's called after him, and sometimes, this is what I heard, he's sitting there. At my first visit I keep my eyes open, of course, but he's nit therer. The second time, I swear, I just come for the very good food, with no purpose at all. But this time he is there, and, feeling my heart-beat, I choose the table right beside his and I order some pasta first. "If he's still there, when I'm finished, I'll go and approach him" I promise to myself. Please follow...

Samstag, 28. August 2010

Mikrokosmos





Sevgi betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Schwester ein kleines Modelabel mit dem Namen Antijen. Seit sechs Jahren entwerfen sie hauptsächlich Kleider in eher puristischem, klassischen und doch sehr modernen Stil. Keiner der drei kommt ursprünglich aus der Mode- branche, Sevgi beispielsweise hat Wirt- schaftswissenschaft studiert. Trotzdem führen sie ihr gemeinsames Unternehmen mit wachsendem Erfolg und liefern in- zwischen auch nach Italien, Schweden, Spanien und Saudi-Arabien. Vor Ort kann sich die suchende Kundin ein vorhandenes Kleidermodell nach ihren Wünschen und Maßen auf den eigenen Leib adaptieren lassen. Sevgi bezeichnet sich selbst als religiös, täglich liest sie im Koran und derzeit hält sie auch den Ramadan ein. Das ist nicht anerzogen, sondern selbstgewählt sagt sie; "Mein Bruder liest weder im Koran noch hat der Ramadan für ihn eine persönliche Bedeutung." Sie versteht auch nicht die fundamentalistische Auslegung ihrer Religion und wundert sich darüber: "Wir lesen dasselbe Buch, und doch schein- bar etwas ganz anderes." sagt sie, hält dabei ein imaginäres Buch in den Händen und schüttelt ratlos den Kopf.
Sevgi runs together with her sister and her brother a little fashion-label, called Antijen. Since six years they design mainly dresses in a classical, puristic but very modern style. No one of them originally has been in the fashion business before; Sevgi for example studied economy. But anyway they manage their company with growing success and by now they supply to Italy, Spain, Sweden and Saudi-Arabia. At the shop the seeking customer can choose an existing design and order it in a modified and tailor-made version. Sevgi calls herself religious; every day she reads the Koran and currently she's adhencing the Ramadan. She wasn't educated or pushed to; it's a personal thing for her: "My brother for example doesn't read the Koran and the Ramadan has no meaning to him." She doesn't understand the fundamenta- listic interpretation of her religion and keeps wondering: "We read the same book, but it is like we wouldn't" she says, holding an imaginary book in her hands, cluelessly shaking her head.


Sevgi's Tätowierung stellt den Mikro- und den Makrokosmos dar: "Ich glaube, dass schon im Kleinen das Große steckt." Am wichtigsten im Leben findet sie die Liebe: "Das bedeutet übrigens auch mein Name." sagt sie. Weiter geht's...
Sevgi's Tatoo shows the mikcro- and the macrocosmos: "I believe that even in the small things the big picture can be found". Most important in life she considers love: "Besides, that's what my name means." she says. Read more...

Donnerstag, 26. August 2010

Sitzreihe


Zurück aus Istanbul erscheinen mir die Kölner Strassen seltsam leer und nahezu unbelebt. Das liegt natürlich am Vergleich und den noch sehr frischen Eindrücken die in mir nachwirken. Auch lädt das Wetter hier nicht unbedingt zum draußen ver- weilen ein. Allein an den Temperaturen liegt es aber sicher nicht, dass in Istanbul deutlich mehr Leben auf der Strasse statt- findet. Wikipedia verrät, dass sich in Köln im Schnitt ca. 2500 Menschen einen Qua- dratkilometer teilen; knapp 7000 Menschen sind es dagegen in Istanbul. Und die sind spürbar unterwegs; zu Fuß, mit Bus und Fähre, im Auto und im Stau. Es wird aber auch viel gesessen, und in der Regel sind es die Männer die sitzen. Allein, zu zweit, zu vielen; man sitzt so da. Traditionell gibt es in der Türkei eine klare Aufteilung; dem Mann gehört der öffentliche Raum, die Frau hat zuhause die Oberhand. Bei aller Modernität, bzw. Aufweichung dieser Regelung prägen sie doch auch das Bild der Stadt; die sitzenden Männer von Istanbul. Bitte hier entlang...
Back at home from Istanbul the streets of Cologne somehow seem to be emptied and lifeless. This feeling of course is caused by comparing and all those quite fresh impressions which continue to have an effect. Furthermore the weather doesn't help too much to keep people staying outside. But it's not only because of the temperatures that so much more life is taking place on the streets of Istanbul. Wikipedia tells, that in Cologne about 2500 people share a square kilometer; almost 7000 people do so in Istanbul. And they are noticeable on the road: by foot, by bus and ferry, by car and stuck in traffic jam. But there is a lot of sitting around as well, and mostly the men are sitting. Alone, two by two or in a crowd; they just sit there. Traditionally the space is clearly splitted; men own the public space, at home women prevail. Concerning all the modern advance and softening of this arrangement they still draw a picture of this city; the sitting men of Istanbul. See more...


Dienstag, 24. August 2010

Geliebter Norden





Serder kommt mir mit langen Schritten entgegen und auf meine Frage ob er englisch spricht antwortet er: "a little." Aus Erfahrung weiß ich inzwischen, dass dies keine zurückhaltende Untertreibung ist. Da ich nur "a verschwindend little" türkisch spreche begleite ich ihn also zu seinem Freund um die Ecke, der übersetzen kann. Serder hat einen kleinen Klamottenladen mit trendiger Streetwear. Gerade in Bey- oglu gibt es sehr viele solcher Minishops; hinter abgerissenen Fassade und aufge- rissener Strasse befindet sich ein winziger Laden, ausgestattet mit weissen Wänden, bunten Lichtern und unpassend neu erscheinender Mode. Aber gerade dieser Widerspruch beschreibt das Normale. Serder hält den Ramadan ein; für ihn bietet diese Zeit eine Möglichkeit zu sich selbst zu finden. In Istanbul gibt es Stadtteile denen man tagsüber deutlich anmerkt, dass Ramadan ist. Die Strassen sind leer, die Restaurants sind leer oder gar geschlossen; es herrscht wenig Leben draußen. Beyoglu gehört nicht dazu; hier sind die Cafes und Restaurant tags wie nachts stets voll. Dennoch treffe ich auch hier immer wieder Menschen wie Serder, die die Fastenzeit für sich selbst als spirituelle Einkehr nutzen oder begreifen.
Serder comes at full pace along my way. On my question if he speaks english he replys "a little", and from experience I know, that this isn't a shy understatement. For the reason that I speak only a most humble turkish I accompany him to his friend around the corner, who's able to translate. Serder runs a small shop with trendy streetwear. Especially in Beyoglu there are a lot of those mini-shops; behind rundown house facades and digged up streets those shops are located, stocked with white walls, blinking lights and seemingly in- appropriate modern clothes. But it is this contradiction which describes the norm- ality. Serder is adhering the Ramadan, to him this is a possibiliy to come to himself. In Istanbul there are some districts where it is obvious at daytime that currently Ramadan is taking place. The streets are empty, the restaurants are empty or even closed; there isn't much life going on outside. That's different in Beyoglu; here the restaurants and cafes always are crowded. Nevertheless I meet also in Beyoglu once and again people like Serder, who take this time as a spiritual period for themself.



"Das wichtigste im Leben ist meine Familie", sagt Serder. Besonders im Moment spürt er das ganz deutlich, denn vor 2 Monaten ist sein zweites Kind zu Welt gekommen; ein Mädchen. Sein Sohn ist bereits vier und Serder hat sich seinen Namen in den Nacken tätowieren lassen. Kuzey, das bedeutet Norden.
"Most important in life is my family to me" Serder says. Especially at the moment he can feel this very clearly; 2 months ago his second child was born: a girl. His son is already 4 years old and Serder`s neck-tatoo tells his name: Kuzey, which means 'North'.

Montag, 23. August 2010

Wachsame Augen





Zwischen Beyoglu und Cihangir, den beiden Stadtteilen Istanbuls in denen sich die hiesige Szene zuhause fühlt, liegt Cukurcuma und wird von beiden Seiten langsam einverleibt. Dadurch steigen die Mietpreise und viele der hier ansässigen Bewohner können sich ihr eigenes Viertel schon nicht mehr leisten. Kemal ist Anti- quitätenhändler; wie die meisten hier. Ein Laden reiht sich an den nächsten, und ein paar Secondhand- und Retroshops sind auch dabei. Die Begegnung mit Kemal ist ausgesprochen herzlicher Natur, wenn auch das Gespräch trotz hilfsbereitem Spontan-Übersetzer schwierig bleibt. Immerhin erfahre ich dass er 84 Jahre alt ist und sein Nachname "Wachsame Augen" bedeutet. Besonders wichtig scheint sein Geburtsort für ihn zu sein -Bayburt- denn auf meine Frage folgt eine längere Rede über diese Stadt und besonders ihren Fluss Coruh. Weil Ramadan ist kann mir Kemal keinen Tee anbieten; das bedauert er gestenreich. Über seine Fotos, die ich ihm in der Kamera zeige, freut er sich ungemein, und er bittet mich ihm Abzüge zu machen. Dann legt er seine Hand auf meinen Unterarm, blickt mir freundlich in die Augen und drückt ein paar mal fest zu. Zum Abschied kramt er mehrere Ringe aus der Hosentasche und schiebt mir einen davon auf den Finger. Es ist ein silberner Ring mit einem grünen Stein, und er schenkt ihn mir.
Between Beyoglu and Cihangir, the two parts of Istanbul where the so called scene is feeling at home, Cukurcuma is situated and is slowly getting annexed from both sides. Because of that the rental prices are increasing and some of the original inhabitants yet can't afford to live here any longer. Kemal is antique dealer, like many others in this district. One shop is close to another, and some secondhand- or retroshops are inbetween. The meeting with Kemal is very warm-hearted, even if talking is a bit difficult, although a helpful man is trying to translate. At least I get to know that Kemal is 84 years old and his sur-name means "vigilant eyes". Of enormous importance his birthplace -Bayburt- seems to be, because a speech of some length about the city and it's river Coruh is the answer on my question. For the reason of ramazan Kemal can't offer me some tea, which he regrets emphatically. He's totally excited about his pictures I show him on my camera and he asks me to bring him prints of them. Then he puts his hand on my arm, looks graciously into my eyes and presses my arm warmly once or twice. As we say farewll he digs out some rings from his pocket and slips one on my finger. It is made of silver with a green gemrock and he gives it to me as a present.

Sonntag, 22. August 2010

Klares Ziel





Ich treffe Eylül in Beyoglu, einem ange- sagten Szeneviertel auf der europäischen Seite Istanbuls. Sie studiert Medien- und Kommuniaktionswissenschaften und sie hat ein klares Ziel; Eylül möchte "Anchorwomen of the News" werden. Ihre Tante ist eine bekannte Nachrichtenmoderatorin in der Türkei, und in ihrer Kindheit fand sie es immer toll sie im Fernsehen zu sehen. Seitdem stand für Eylül fest dass sie das Gleiche machen möchte. Sich als Frau frei bewegen und entfalten zu können ist für sie sehr wichtig; einen Beruf zu erlernen der sie herausfordert, frei denken zu können und herauszufinden wer sie selber ist. Das sind für Eylül die Vorraus- setzungen, die sie sich für ihr Leben wünscht. Sie findet die Frage nach der Wichtigkeit im Leben trotzdem schwer zu beantworten: "Darüber denke ich nämlich immer neu nach. Liebe ist auf jeden Fall sehr wichtig." Ihre roten Haare sind natürlich gefärbt; übrigens hier eine oft gewählte Farbe, wie mir scheint. Vorher hatte Eylül, die ihre Haarfarbe sehr häufig ändert, gelbe Haare. Und sie meint Gelb, nicht Blond.
I meet Eylül in Beyolglu, a hip part of Istanbul, located on the european side of the city. She studies Media- and Communication sciences and she has a firm goal; she wants to be an anchor- woman. Her aunt is a well known anchorwoman in Turkey and in her child- hood Eylül always was excited to see her on TV. Since then she knew that she wants to do the same. To be emancipated and to fully unfold is important to her; to have a free mind, a profession which is a personal challenge for her and to find out who she is; that are her major premises. Anyway she thinks it's hard to answer on my question what she considers important; "I continue to think this over, you know. Love is of importance, in fact." Her hair of course is dyed; besides a color which is pretty famous here, as far as I can tell. Before Eylül, who changes her haircolor quite often, had yellow hair; and she doesn't mean blond!

Samstag, 21. August 2010

Anziehsache





Auf einer der angesagtesten abendlichen Flaniermeilen Istanbuls läuft Ayumi ge- meinsam mit ihrem Mann vor mir entlang. Ich bin fasziniert von ihrem Kimono und spreche sie an; Ayumi kommt aus Yokohama und arbeitet als Software- spezialistin für Versicherungsgesellschaften in Tokio. Da fährt sie jeden Morgen mit dem Zug eine Stunde hin, und abends wieder zurück. Das ist aber noch gar nichts, denn ihr Mann arbeitet in Osaka, wo er hinfliegen muss, und das tut er natürlich nicht jeden Tag. Also sehen sich die beiden nur ca. 2 mal im Monat. Ayumi liebt Kimonos und lernt in einer Schule wie man sie anlegt. Ein Zertifikat hat sie bereits; für den Yukata-Kimono, den sie hier auch trägt. Dabei handelt es sich quasi um Freizeitkleidung; ungeeignet für fest- liche Anlässe und nur abends zu tragen. Zur Arbeit geht sie allerdings nicht im Kimono, aber am Wochenende trägt sie ihn meist. Natürlich einen den man tagsüber trägt; damit geht sie dann einkaufen oder essen, oder trifft Freundinnen. Im Leben ist ihr alles was sie umgibt wichtig; "Die Natur, die Menschen, alles was mich lebendig sein lässt, was mich am Leben sein lässt." Außerdem bedeutet ihr Japan viel, das Land in dem sie lebt. Deswegen legt sie auch Wert darauf die Traditionen zu bewahren und zu erlernen, damit sie nicht aussterben. Das Wort Kimono bedeutet übrigens Anziehsache.
On one of the most famous streets for an evening stroll in Istanbul Ayumi and her husband walk right in front of me. Her kimono fascinates me and so I approach her; Ayumi is from Yokohama and she works as a software-operator for insurance companys in Tokyo. There she goes by train every morning, which lasts one hour, and then she goes back at night. But this is nothing compared to her husband; he works in Osaka, where he needs to use the plane. Of course he doesn't do this daily, and so they see each other only once or twice a month. Ayumi loves Kimonos and she goes to a school to learn how to wear them. She's got already one certification; for the Yukata-Kimono which she wears herself right now. This is kind of casual wear; inappropriate for festive ocassions and only to wear at night-time. For going to work she chooses 'modern' clothes, but at the weekend she mostly wears the kimono. Of course one which is ment for the daytime. Then she goes shopping, or having food with some friends. In life everything what surrounds her is important to Ayumi: "The nature, the people I live with; everythings which makes me alive." Furthermore Japan, her country, means a lot to her. That's why she puts emphasis on traditons and keeps learning them, so that they won't die out.

Freitag, 20. August 2010

Kalligraphie





In einem Restaurant im großen Basar sehe ich im vorbeigehen diesen Herrn am Tisch sitzen, während er gerade Geschäfte macht. Ohne lang zu überlegen gehe ich hi- nein und spreche ihn an, obwohl sogar Geld den Besitzer wechselt und eifrig Zahlen- kolonnen addiert werden. Herr Canbula- toglu gestattet mir ihn zu fotografieren und rechnet seelenruhig weiter. Als er fertig ist wendet er sich mir dann zu; ich lerne einen ausgewählt höflichen Mann kennen. Ich frage ihn ob dies sein Restaurant ist, aber er verneint und zeigt nach draußen in die überdachte Halle des Basars; "There, my shop." Auf der ge- genüberliegenden Seite hängen jede Menge glitzernde Bauchtanzkostüme. "No, no." sagt Ömer und nun sehe ich die Säule im Gang. Hier ist sein Shop; er verkauft kalligraphische Werke in allen Versionen, und alte Karten der Stadt. Seit 47 Jahren betreibt er dieses Geschäft, seit 45 Jahren ist er auf dem großen Basar.
As I pass by a restaurant at the Grand Bazaar I see this man sitting on a table, doing his business with another man. Altough he's adding up figures and they even deal with money I don't think twice and approach him. Mr.Canbulatoglu allows me to take his picture and continues writing placidly. As he's through with his business he pays his attention to me, and I get to know an extremely polite man. I ask him if this is his restaurant, but he denys and points his finger outside the market hall: "There, my shop." he says and on the opposite site I see a lot of glittery belly-dance-costumes. "No, no." Ömer says, and now see the column at the hallway; this is his shop. He sells all kinds of calligraphic arts and old maps of Istanbul. He does this since 47 years, and since 45 years he's at the Grand Bazaar with it.


"Gesundheit ist das wichtigste im Leben, sagt Ömer, und er weiß wovon er spricht. Seit einer Kehlkopfoperation kann er nur noch sprechen in dem er einen Finger an die operierte Stelle drückt, wo sich ein kleines Sprachimplantat befindet. "Und das Herz ist wichtig." sagt er und tippt zuerst auf sein Herz und dann auf meines. Weil in der Türkei gerade der Fastenmonat Rama- dan ist frage ich Ömer ober er ihn einhält: "Ja" sagt er, "das ist sehr wichtig für mich. So komme ich dem göttlichen näher und kann lernen was das bedeutet." dabei macht er zur Erklärung mit den Armen Bewegungen nach oben. Ich trinke noch einen Tee im Restaurant, und als ich gehen will bringt Ömer mir ein Geschenk: es ist eine Karte auf der in geschwungenen arabischen Schriftzeichen steht: "Es gibt nur einen Gott." Ömer sieht mich an, und lächelt hintersinnig:"...aber der wohnt nicht im Himmel! Der wohnt im Herzen."
"Health is the most important thing in life"Ömer says and he knows what he's talking about. Since a laryngeal operation he can only speak by pressing his finger on his neck, where a little speech-implant is located. "And the heart is important," he says, tapping on his heart first and afterwards on mine. For the reason that currently is the month of ramadan in Turkey I as him if he is adherencing it. "Yes, " he says, "that means a lot to me. So I can get closer to the devine, and I can learn about it." underlining his words by moving his arms upwards. I rest for a while and have tea at the restaurant. When I'm ready to leave he comes to me with a gift in his hands. It's a card with sweeping arabic signs, saying: "There is only one god." Ömer looks at me with a subtle smile: "But he doesn't live in heaven! He lives in the heart:"

Mittwoch, 18. August 2010

Aerodynamik





Tunc treffe ich in Nisantasi, dem Viertel Istanbuls wo sich Armani und Prada die Hände reichen, und in dessen noblen Strassen man so manche Dame auf High-heels entlangstöckeln sehen kann, die besser zuhause nochmal den würdevollen Gang eingeübt hätte.
Angenehm unpassend erscheint mir Tunc in diesem Szenario und mich bei meinem Istanbul-Projekt zu unterstützen scheint für ihn Ehrensache zu sein. Er selbst ist Metallbildhauer und hat sein Atelier, dass er mit zwei anderen Künstlern teilt, im benachbarten Stadtviertel. Tunc inter- essiert sich für die Aerodynamik der Dinge die ihn umgeben und stellt sie in seinen Skulpturen dar. Er arbeitet ausschliesslich mit Metall und Drähten und dem Schweiß- gerät. Weil er von seiner Kunst allein nicht leben kann fertigt er hin und wieder Special-effect-Requisiten an  oder jobbt als Requisiteur beim Film. Am allerwichtigsten im Leben, und diese Antwort kommt schnell, ist seine Frau. Ohne sie wäre alles nichts. Sie muss gar nicht immer um ihn herum sein, aber er muss wissen dass es ihr gut geht, und es ist entscheidend dass sie in seinem Leben ist.
I meet Tunc in Nisantasi, the part of Istanbul where Armani and Prada shake hands, and where you will see quite some ladys teeter along the noble roads in high-hells, who better would have practised a graceful gait at home before.
So Tunc appears pleasently incongruous to this scenario, and to support my Istanbul-project seems to be a matter of honor to him. He's a metal-sculptor and his workshop, which he shares with two other artists, is located in the flanking district. Tunc is interested in aerodynamics of the things which surround him; thats what he embodies in his art. He exclusively uses metal and wires and a welder. For the reason that his art won't always pay his rent he sometimes is customizing special-effect props for movies or he works as a propmaster. Most important in his life, and this is a quick reply, he considers his wife. Without her all wouldn't mean nothing. She doesn't need to be around all the time, but he has to be sure that she's fine and it is basically important that they share their lives.

Seiltanz





Ewgenia, die sich auf englisch Jane nennt, treffe ich in Cihangir und bin gespannt ob sie aus Istanbul kommt oder nicht. Ver- mutlich hätte ich in vielen anderen Stadt- teilen auf Touristin getippt, aber Cihangir hat einiges mit Berlin Prenzlauer Berg gemeinsam. Hier leben Künstler und Schriftsteller und sehr viele europäisch ge- prägte Menschen. Istanbul ist eine Stadt der Gegensätze; alles kommt vor und das oft sehr dicht beieinander. Vom Minirock bis zur Vollverschleierung ist alles dabei; ein blonder Raspelschnitt fällt trotzdem auf. Ewgenia jedenfalls kommt aus Samara in Russland, einer Millionenstadt an der Wolga. Dort arbeitet sie als Managerin in einer Immobilienfirma. Sie ist das erste mal in Istanbul und überhaupt noch wenig gereist in ihrem Leben. Das soll sich aber ändern; denn die Liebe und das Reisen sind ihr ganz besonders wichtig, sagt sie. Ewgenia hat in ihrer Jugend über 10 Jahre lang rhythmische Sportgymnastik gemacht und das scheint ihr noch im Blut zu stecken.
I meet Ewgenia, who calls herself Jane in english, in Cihangir and I'm curious if she's from Istanbul or not. In many other parts of the city I probably would have guessed that she's a tourist. But Cihangir in a way is quite similar to Berlin-Prenzlauer Berg or Soho. A lot of artists and writers live in this area, and a lot of european-style people. Istanbul is a city full of opposites which often appear very close to another. From miniskirt to waering the full veil everything is possible; those very short blond hair still is eye-catching. Ewgenia is from Samara in Russia, a megacity at the Wolga. There she works as a manager in a real-estate company. It's her first time in Istanbul and anyway she didn't travel much yet. But she plans to; love and travel is what she considers really important, she says. In her youth she did the rhythmical gymnastics for about 10 years; that still seems to be very natural to her.


Montag, 16. August 2010

Sich kennen...





Seit ein paar Tagen bin ich nun schon in Istanbul und laufe, fahre und schwitze durch diese riesige und wunderschöne Stadt in der ca. 13 Millionen Einwohner leben. Istanbul befindet sich auf zwei Kon- tinenten und heute habe ich auf der asia- tischen Seite diesen Herrn auf dem Markt in Kadiköy getroffen. Neugierig haben wir uns gegenseitig beäugt, bis ich ihn schließ- lich angesprochen habe. Mit gebrochenem Englisch und mir unverständlichem Türk- isch antwortet Herr Aysu auf die Fragen die ich ihm stelle. Glücklicherweise ist gerade ein junger Mann zur Stelle der für mich übersetzen kann. Universitätsdirektor sei er früher gewesen, erzählt Herr Aysu: "...von der wissenschaftlichen Universität Istanbul". Heute arbeitet er nicht mehr; schließlich ist er 82 Jahre alt. Er hat auch mal ein Jahr in Amerika gelebt, aber er kann sich nicht an den Namen des Ortes erinnern, obwohl er auch dort an der Universität gearbeitet hat. Wichtig ist für Herrn Aysu im Leben, dass "der Mensch, mit dem man verheiratet ist, sich kennt." Was damit gemeint ist, ist für Levent, so heisst der Mann der übersetzt, nun gar nicht leicht zu übersetzen. Auch wenn er selbst genau versteht was gemeint ist, sucht er doch nach Worten, die diese einfachen Worte erklären könnten: "Das sagt man so in der Türkei." Inzwischen weiß ich, dass es dabei um die Selbst- einschätzung geht; die eigene Wirkung, der eigene Wert, die eigene Ausstrahlung.
Since a couple of days I'm now walking, driving and sweating through Istanbul, this huge and big city with about 13 Million residents. Istanbul is located on two continents and today I went to the asian side, where I met this man at the mearket in Kadiköy. We regarded each other with curiosity, until I approached him. With broken english and fluent turkish, which I don't understand, he was answering the questions I was asking him. Fortunately there was a young man around who could translate all this. Mr. Aysu used to be the director of the university for science in Istanbul in former days. Now he's retired of course; he's 82. He once even lived in the states for a year, but he can't remember the name of the place, although he has been working there on a university as well. Mr. Aysu considers important in life: "...that the person you're married with knows herself." What this exactly means is hard to translate for the translator Levent, although he understands it perfectly: "That's a term of speech in Turkey", he says, trying to find words to explain these simple sentence. Now I found out that it is all about charisma, self- confidence and appeal.

Donnerstag, 12. August 2010

Begeisterung





Schon lange wollte ich mal eine der bunt gekleideten Afrikanerinnen fotografieren, die in Ehrenfeld gar nicht so selten an- zutreffen sind. Heute ist es endlich wahr geworden; Nabintu freut sich sogar richtig und ist ganz begeistert über ihre Bilder. Das ist schön, und gleichzeitig auch be- merkenswert; sie ruft derart viele "Oh's" und "WOW's"aus, dass man fast glauben möchte, es könne nicht sie selbst sein, die sie da so lautstark bewundert. Zumindest wenn man bedenkt wie verpönt die fröh- liche Begeisterung über die eigene Person in unserer Gesellschaft gewöhnlicherweise ist. Ein zögerliches "Mh, naja..." scheint der passende Ausdruck zu sein für die Art, die wir gelernt haben auf uns selbst zu schauen... Dabei wirkt Nabintu eher un- verkrampft und leicht mit diesem Thema. So ist auch ihre Antwort auf die Frage was für sie im Leben wirklich von Bedeutung ist; "Entspanntheit".
Nabintu kommt übrigens aus dem Kongo. Leider kann ich sie dazu aber gar nichts fragen.
Since a while I had the idea to take a photo of one of the colorful dressed african women, which I meet quite often in my area.Today was the day; Nabintu was even really happy that I approached her and she was totally excited about her pictures. That's wonderful and furthermore it is remarkable; she shouted out so many "Oh's" and "Wow's" that one almost could believe those photos wouldn't show herself. Especially if the usual taboo of being excited about oneself is considered. A phrase like; "Mh...well..." seems to be the most adequate reaction concerning the way we learned to look at ourselves. Nabintu just seems to be quite relaxed and easy with all this. And that's her answer on my question what she considers important in life, as well: "To be relaxed and easy-going."
Nabintu besides is from Congo, but unfortunatelly I can't ask her anything about it.

Mittwoch, 11. August 2010

Verwandlung





Rame, gesprochen mit Betonung auf dem 'e', kommt gerade aus einem chinesischen Supermarkt als ich ihn sehe. Sofort fühlt Köln sich total international an; lauter Welten in den unterschiedlichen Welten; und alle neben- und durcheinander. Rame erzählt mir in fremdlautendem Deutsch dass er Maler ist; astrale Kunst macht er. Was genau das ist kann ich im Gespräch nicht ergründen. Aber dass er sich wan- delnde künstlerische Phasen hat, kann man  seiner Seite entnehmen. Das Muster seiner Keidung ist ebenfalls sein Werk; die Hose hat er gerade gestern ganz frisch fertiggestellt. Mit welcher Technik er zu Werke geht ist sein Geheimnis, aber er kann sehr wohl kalkulieren wie das Muster aussehen soll. Die Jacke ist schon etwas älter: "die hab ich seit 10 Jahren oder so, nun hab ich sie verwandelt." Für Rame ist Präsenz im Leben wichtig; Gegenwärtig- keit. Und Dankbarkeit. Ursprünglich kommt Rame aus Indonesien; dort hat er auch Kunst studiert. Nun lebt er ein halbes Jahr hier, ein halbes Jahr dort. Er sagt nach- drücklich, dass man akzeptieren sollte, dass sich alles wandeln kann.
Rame, intonated on the'e`', is leaving a chinese supermarket when I see him. Immediately cologne feels so international; all those worlds in the different wordls, and all of them mixed up. Rame tells me in foreign german that he's a painter. He does astral art. Unfortunately I can't find out what that  means while I talk to him. But his site tells by the chronology that he kept changing his topics during the years. The pattern of his clothes is made by himself also; he just finished the pants yesterday. Which technique he uses is his secret, but he says he can calculate like the pattern will turn out. His jackett is quite old; "I've got it since 10 years, and now I transformed it." To Rame presence is important in life; to be open for vibrations. And being gratefull. Formerly Rame is from Indonesia; there he studies arts as well. Now he lives half a year here, and half a year there. He emphasises the importance of accepting transformation across-the-board.

Montag, 9. August 2010

Vom Geben und Nehmen




Mandy ist Modedesignerin; sie entwirft und näht Kleider aus einer anderen Zeit. Von den 20igern bis zu den 60ern findet sie in allen Jahrzenten Details und Elemente in den Schnitten die sie begeistern, und die sie gerne wieder aufleben lässt. Vor einer kleinen Weile erst hat sie sich selbst- ständig gemacht und neulich lag in meinem Postfach eine mail von ihr. Darin hat sie freundlich angefragt ob ich nicht einen Link zu ihrer Seite setzen möchte; die hab ich mir dann erst mal angeschaut und was ich da gesehen habe gefiel mir richtig gut. Also haben wir uns auf eine Kaffee ge- troffen, am verregneten Sonntagmorgen. Mandy hat lange in der Textilbranche als Angestellte gearbeitet; aber immer wenig- er konnte sie sich mit den gängigen Produktionsmethoden identifizieren. Also hat sie den Schritt gewagt und entscheidet nun selbst wie ihre Kleider entstehen. Sie fertigt auf Kundinnenwunsch alles maß- genau, und wenn der eine Arm dicker ist als der andere dann schneidet sie eben unterschiedliche Ärmel zu. Gerne würde sie in Zukunft noch ökologischer produzieren; deswegen sucht sie nach Materialien die ökologisch und nachhaltig hergestellt wurden.
Mandy is a fashion designer; she designs and produces dresses from earlier days. From the 20th to the 60th century she enthusiastically discovers details in the cuts and revives them. Since a little while she does this on her own response and some days ago I found her email in my account; she friendly asked if I would maybe put a link on her site. So firts I took a look at it and I was excited immediately. So we met for a coffe yesterday, on a rainy sunday morning. Mandy has been working for many years as an employe in the textile business. But more and more she didn't like the way clothes were produced. So she encouraged herself and ventured the step to decide by herself how things get produced. All her dresses are custommade, and if a sleeve needs to be different than the other, she cuts two differnt pieces. She'd like to produce even more sustainable, so she keeps searching for better materials for example.


Auch sonst im Leben ist Mandy eine gewisse Nachhaltigkeit wichtig; da hat sie ihre ganz eigene Ethik. Sie legt Wert darauf, dass sie mit dem was sie tut niemandem schadet und im Gegenteil sogar gutes bewirkt.
Die Entstehung des Fotos ist nun ein wenig 'ausser der Reihe', denn schließlich haben wir uns ja verabredet. Aber da ich selbst sehr genau weiss wie wichtig und schön es ist ein wenig unterstützt zu werden, und aktuell auch bei meinem Istanbulprojekt Hilfe erfahre, dachte ich mir; ich gebe einfach davon etwas weiter; an Frl. Passerine eben.
Also in private life she puts emphasis on sustainability; she sets up her own values. It's important to her not to cause a harm to others, but to do good. This post in a way is a bit 'out of the usual', because we had an appointment and met on purpose. But as I know how important and helpful it is to be supported a bit,currently with my Istanbul project for example, I thought it would be nice to give something back in return for it; to Frl. Passerine.

Musik, zwo, drei, vier...


...mal schnell zwischendurch: heute abend ab 21 Uhr spielt der Webradiosender QUU.FM aus Hamburg eine kleine, feine Playlist die ich mühsam am Wochenende zusammengebastelt habe... Wer gerne reinhören möchte: bitte hier..
...just want to do a quick announcement; tonight at 9pm the web radio station QUU.FM will play a small but mighty playlist which I slowly, slowly compiled at the weekend...if anyone is interested...please follow...

Sonntag, 8. August 2010

anders-anziehen goes Istanbul


Es ist schon eine Weile her dass ich ge- fragt wurde ob ich mich gerne mit einer Ausstellung an "Photokina: Köln fotogra-fiert"  beteiligen würde. Ich hab nicht lang gezögert und zugesagt. Schliesslich gab es auch einen geeigneten Veranstaltungsort; der Glaspavillon unter der Rheinseilbahn. Als ich dort zur ersten Besichtigung war hat sich, spontan aber hartnäckig, eine Idee in mir festgesetzt. Luftig und offen ist der Raum, zudem in direkter Nähe zum Rhein und dann noch die Seilbahn vor Ort; der Gedanke von dort aus ein wenig in die Welt hinaus zu gucken erschien mir derart naheliegend, dass ich eigentlich nur noch überlegen musste welcher Teil der Welt denn passend wäre.
In wenigen Tagen bereits werde ich mich nun auf den Weg  nach Istanbul machen, um dort zu tun was ich auch hier am lieb- sten tue: Menschen auf der Strasse foto- grafieren und ihnen die eine oder andere Frage stellen. Dass ich mir gerade Istanbul als Ort des Geschehens ausgesucht habe liegt unter anderem daran dass es eine der Partnerstädte von Köln ist und in Köln selbst sehr viele Menschen mit türkischem Hintergrund leben. Titel der Ausstellung ist übrigens; "Partnerlook - Vom Rhein an den Bosporus."
A while ago I was asked if I'd like to join the event "Photokina- Cologne is taking photos", by staging an exhibition. I didn't hesitate to agree. Finally there was a nice location found; it's the pavilion out of glass under the rhine-ropeway, which is rich in tradition in cologne. When I first came there to see the place an idea spon- taneously rushed into my mind and settled insistently. The place is airy and open, very close to the rhine, and also peer- to-peer to the ropeway; the idea to have a look outside to the word seemed to so obvious, that I began to consider which place in the world would fit.
In a few days I start my journey to Istanbul in Turkey; to do there what I perfer to do here as well. Taking pictures of people and ask one or another question. That I decided to go to Istanbul is, among other things, for the reason that there is a sister-ship between Cologne and Istanbul, and a lot of people with a turkish background are living in cologne. The exhibition is titled: "Partnerlook - From the Rhine to the Bosphorus"



Ein solches Projekt zu realisieren ist gar nicht so einfach, und so schätze ich mich glücklich von den unterschiedlichsten Sei- ten Hilfe und Unterstüzung zu bekommen. Zum einen habe ich das Kulturamt der Stadt Köln, aber auch den Städtepartner- schaftlichen Verein Köln-Istanbul als ideelle Sponsoren gewinnen können. Auch Spon- soren die mir finanziell oder mit Sach- leistungen zur Seite stehen habe ich gefun- den. Dennoch; Firmen die sich vorstellen können sich als Minisponsor zu beteiligen dürfen sich gerne melden; denn noch immer fehlt Geld. Als Gegenleistung dürfen Sponsoren mit Logonennung in mehreren veranstaltungsrelevanten Medien rechnen, unter anderem auch im Zusammenhang mit der Ausstellungsankündigung hier. Aber auch für Tipps, Anregungen, die Ver- mittlung von Kontakten in Istanbul bin ich extrem dankbar. Denn hier und da werde ich sicherlich einen Dolmetscher oder ein- fach eine Begleitung brauchen. Ich freu mich also über alles was euch einfällt. Mailt mir oder hinterlasst einen Kommentar mit eurer mail-adresse, den ich dann nicht veröffentliche. Ich freu mich wirklich über jeden Tip, vielen Dank!!!
To let a project like this become true isn't that easy, and so I'm lucky to have the non-material support by the Office for interclultural art-projets of the city of cologne and the sister-city-agreement assembly "Cologne-Istanbul". But I also receive financial and material support. But anyhow; if there is any company reading this which is willing to give a small financial support; just leave acomment. Still money is missing. In return the supporters are published in the media concerning the whole event. I will also be happy about any kind of recommendation, hint or maybe contacts in Istanbul. Surely I will need someone who can translate for me in one or another situation, or who will just accompany me to some areas. I'll be glad about anything which you can tell; so just leave a comment, if yu want with your mailadress, which I will not publish, or email me. Thanks!!!

Freitag, 6. August 2010

The great escape





Basi steht rauchend am Kleintransporter der Antiquitätenfirma für die er arbeitet, und das Foto muss ganz fix gehen. Ich frage noch schnell nach seiner Brille und worauf es ihm im Leben ankommt; Basi legt Wert auf einen eigenen Stil und da- rauf, nicht auszusehen wie alle. Er liebt die Kleidung der 50er, hört Rock'n Roll und sammelt Klamotten und Möbel aus dieser Zeit; so hat er auch seine Brille gefunden. Vor einer Weile hatte ich ja, ähnlich eilig, die Gelegenheit diese junge Dame mit ähnlicher Stil-Ausrichtung zu fotografie- ren. Erfreulicherweise hat Basi sich bereit erklärt mir per mail etwas über seine Vor- liebe zu schreiben; "Was ich an 50s Vintagekleidung beeindruckend finde ist die Detailtreue und Qualität der Kleidung. Beispielsweise wurden Schuhe oft mit Doppelnaht rahmengenäht, Brusttaschen von Hemden wurden passgenau zuge- schnitten um Hemdmuster nicht zu brechen, wie man es heute doch oft sieht...
Basi stands close to the mini-truck of the antique-shop he's working for and smokes his cigarette; so taking the photo has to happen very quickly. I ask him about his glasses and what's really important to him in life: Basi puts emphasis on his individual style. He doesn't want to look like anyone. He loves the style of the 50ies, Rock'n Roll music and he's collecting peaces and furmiture of this time. A while ago I was happy to take a photo of this young lady, as well affected to the style of earlier days. Happily Basi agreed to write something about his affection and this is what he sent per mail: "Vintageclothes impress me because of the attention to details. For example shoes of that time often used to be double-stitch sewn- welted. and the pockets of shirts were cut in reference to the pattern, to make sure that patterns won't be mixed up, like it today mostly happens...

...nach der Depression des 2.Weltkrieges wollten die Menschen eben auf andere Ge- danken kommen und sich auf die Zukunft konzentrieren; Musik, Design und Mode spielten eine größere Rolle als je zuvor. Vor allem für die Teenager, gerade die amerikanischen, die den Stil weltweit am meisten prägten.
Durch diese Neufindung entstanden neue Schnitte und auch verrückte Stoffmuster die inspiriert waren von den Kasurimustern der japanischen Kimonos; in der westlich- en Welt "atomic print" gennannt. Heute gibt es so etwas gar nicht mehr und Stücke aus einem solchen Stoff sind recht selten und daher auch oft teuer."
Außerdem schreibt Basi dass er Gabardine und Selvedgegewebe liebt, weil dieser Stoff keine Falten wirft, sehr robust ist und immer toll aussieht.
Mich erinnert Basi's Kleidung an Steve McQueen in "The great escape", hier mein liebstes Standfoto.
...after the depression of the 2nd worldwar people intended to blow the cobwebs away and to concentrate on the future. Music, designe and fashion became more important than before; especially for the american teenagers which were most style-defining world-wide. Through this re-orientation new cuts and weired patterns were invented, e.g. inspired by the kasuri patterns of japanese kimonos; called "atomic print" in the western world. Today you won't find something like that, and pieces out of this old fabrics are rare and expensive." Furthermore Basi wrote that he loves gabardine ans selvedge fabrics; because it doesn't crumple and always looks great.
I'm reminded on Steve McQueen in "The great escape" by Basi's clothes; look at this wonderful film-still.

Dienstag, 3. August 2010

Sisters





Der Turban lässt mich nicht los und so komme ich an dieser jungen Frau nicht vorbei ohne sie anzusprechen. Sie heißt Mamadee und ist Sängerin. Zum einen singt sie als Backgroundsängerin bei 'Gentleman', aber als Solokünstlerin ist sie genauso unterwegs. Außerdem ist sie Teil von Sisters, einem Projekt das aus den Brothers keepers hervorgegangen ist, bei dem auch dieser junge Mann mitmischt, den ich letztes Jahr fotografiert habe ohne zu wissen wer er ist. 'Gemeinsam gegen Rassismus' lautet die Devise in Kurzform. Ich frage Mamadee wie sie darauf ge- kommen ist Sängerin zu werden: "Ich bin sehr musikalisch aufgewachsen, hab schon früh Klavier gespielt und mir selbst Gitarre beigebracht. Ich hab immer die Harmonien für meine Schwester gespielt, und naja ...ich dachte das wär normal, und alle wachsen so auf. Dass das nicht so ist hab ich erst später gemerkt." Sängerin zu sein ist für sie einfach eine Form des sich ausdrückens; "etwas was raus muss."
Turbans still keeps catching my attention and so it's impossibel for me nat to approach this young lady. Her name is Mamadee and she is a singer. On the one hand she's backgroundsinger for 'Gentleman', but she's also quite busy as a soloartist. Furthermore she's a member of Sisters, a project arisen from brothers keepers, where this young man is participating as well, who I shot last year, not knowing who he was. "Against rassism in germany" is their motto in short words. I ask Mamadee how she decided to become a singer; "Well, I grew up in a very musically family; I played tha piano early and I taught myself how to play the guitar. I always played the harmonys for my sister, and I didn't think this was unusual and everybody would grow up like this. It took atime to realise that this is not true." To be a singer to her is a way to express herself; "...something that needed to come out:"


Die Ähnlichkeit zum Profil der Nofretete ist unübersehbar. Allerdings trug die ägypt- ische Königin keinen Turban sondern, ne- ben anderen Kopfbedeckungen, eine blaue Krone. Übersetzt bedeutet ihr Name "Die Schöne, die da kommt" und wie man bei GEO lesen kann hat sie auch einiges für ihre Schönheit unternommen.
Seit gut 5000 Jahren tragen Könige und Staatsoberhäupter Kopfbedeckungen die ihre Besonderheit und Macht nach außen hin demonstriert; sie zugleich aber auch ihnen selbst vergegenwärtigt. In der Maya Kultur, aber auch bei einem Volk in Afrika, den Mangbetus im Kongo, waren Schädel- deformationen "Mode". Man ging davon aus dass die längliche Kopfform besondere Fähigkeiten und übernatürliche Visionen bewirken könne.
The resemblace to Nefertiti is unmissable. Although the egyptian queen didn't wear aturban but a blue crown; among quite a lot of other headpieces. The meaning of her name is "the beautiful one is come". Her beauty seemed to mean a lot to her; so she was quite busy with body care, bathing, anointing and with her make-up.
Since about 5000 years kings and heads of state wear headpieces to demonstarte their power and especialness to others. But it also is helping to remind themselves on it. The Maya culture and also an african tribe -the Mangbetus in Congo- used to even deform their skulls, believing that this would advance special skills and supernatural visions.

Montag, 2. August 2010

Original und Fälschung





Schwule Männer sind in Köln nichts unge- wöhnliches; Trachten, wie bereits erwähnt, hingegen schon. Momentan finden hier die Gay Games statt; neben Menschengruppen im Sportlerdress sieht man jetzt noch mehr Schwule, und vor allem auch Lesben, die allerorten unterwegs sind. Und nicht immer ist es ein Trachtenkostüm, das, bezogen auf die Kleidung, verrät dass es sich um Besucher handelt. Ich muss sagen, ich bin froh in einer Stadt zu leben in der Homo- sexualität so normal ist. Der junge Mann links im Bild kommt aus Salzburg: "Da wirst du angeguckt, wenn du Hand in Hand mit einem Mann gehst" sagt er mit tiefer Stimme und in einem Dialekt, den ich ge- rade noch so dechiffrieren kann. "Zum Glück hab ich aber einen emanzipierten Freund," sagt der junge Mann rechts im Bild; "und wir gehen trotzdem Hand in Hand dort." Natürlich frage ich nach den Trachten: "Er ist das Original, ich bin die Fälschung" sagt der dialektfreie, der aus Bonn kommt und dort Gruppenreisen für schwule Männer organisiert. Links wird gerade von Rechts zu einem Überrasch- ungsevent ausgeführt, und die Trachten "sind halb Ernst, halb Spaß und ein bisschen Show ist auch dabei." Die beiden machen einen so glücklichen Eindruck mit- einander, dass es eine wahre Freude ist.
Gays are no rare appearance in cologn; garbs however are, like mentioned before here. Currently the gay games are taking place in cologne; besides groups of sportingly dressed people by now there are even more gays and lesbians than usually around all over the place. And concerning the clothes it doesn't need a garb to recognize a lot of them as visitors. I personally have to say that I'm quite glad to live in a city where it is so common to be gay. The young man on the left is from Salzburg: "There people stare at you, when you walk han in hand wit another man." he says with a deep voice, speaking in such a broad dialect that I hardly understand him. "Fortunately he's well emancipated" his friend on the right replys; "and we walk hand in hand in Salzburg anyway." Of course I ask about the garbs: "He's the original, I'm the fake." the non-dialect speaking man says, who is offering group-tours for gay men. The left man will be surprised by the right man tonight, with some show their heading to right now; the garbs are half serious, half fun and a little bit of show as well. Those two men seem to be so happy together, it's really a pleasure to witness it.