Freitag, 31. Dezember 2010

Schnee, Ahoi



Viel Musik und wenig Worte; mit einem herzlichen Abschieds- und einem ent­spannten Willkommens-Ahoi winke ich mitten im Schnee in beide Jahres­rich­tungen. Später werde ich eine Wunder­kerze abbrennen, ein kleiner Moment ganz für mich alleine, das mach ich immer so. Gute Vorsätze hab ich keine, und in einer Neujahrsmail die ich heute bekommen habe, stand in robusten Worten auch eine schöne Erklärung dafür: "Der Beginn eines Jahres ist kein kranker, oller Gaul, den man nach Belieben beladen kann. Davon bricht er garantiert zusammen." Irgendwie ein schönes Bild. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen prima Jahreswechsel, ohne den Ballast großer Erwartungen, und hier kommt nun Schneelaunen-Musik...
Some music and only a few words; with a warm farewell- and a relaxed welcome­ahoy I wave to both directions of new years eve. Later I will burn a sparkler, one moment all by myself,  like every year. I don't have any resolutions, and in a new years mail I got this morning I found a quite fittingly explanation for this, in tough words: "The beginning aof a new year isn't an old and sick hack, which can be loaded at one's convenience. That will surely let him collapse." A strong imagination.With this in mind I wish a wonderful new years eve to all of you, without being ballasted with too many expectations. And here's some snow-mood-music...

Montag, 27. Dezember 2010

Kleine Nachlese


Heute gibt's zur Abwechslung nur wenig Text und dafür viele Bilder. Die sind alle im Verlauf des sich dem Ende entgegen neigenden Jahres entstanden, und nun ist es, wie ich finde, Zeit, dass sie mal vor die Tür kommen. Um sie zu machen bin ich ja schließlich auch vor die Tür gegangen, und rückblickend, wie man das so macht am Jahresende, kann ich sagen; es war schön dort, also vor der Tür.  Draufklicken macht die Bilder groß und hier geht's los und weiter...
For a change today I post less text, but many photos. All of them were taken during this year, wich in these days is drawing to an end. I thought it would be nice to let them out now, especially because I could only take all these pictures while I was out myself. And, looking back,  as it is usual at the end of the year, I can say: it was nice out there. Click to enlarge and please follow this way...

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Pfefferkuchen und so..


Kaum nähert sich Weihnachten bin ich plötzlich 5 Jahre alt. Wie scheinbar alle anderen auch finde ich mich beim Hausputz und denke dabei an Bullerbü. (Was eigentlich sind sind Pfefferkuchen, die die da immer backen?) Nur mit Mühe kann ich mir verkneifen die Balkontür für das Christkind einen Spalt zu öffnen; es muss ja auch hereinkommen können, nicht wahr. Das ist allerdings ungewöhnlich für mich und überrascht mich selbst. Da es aber nun einmal so ist geh ich die nächsten Tage im Schnee spielen. Nicht jedoch ohne hier noch einmal tüchtig zu winken und allen Alles, und am besten das Beste, zu wünschen. Und weil ich seit einer kleinen Weile so oft ich kann und immerzu Sally's Song höre gibt's den jetzt auch noch. Ahoi.
The closer christmas day is coming I'm suddenly getting 5 years old. Like all the others I find myself cleaning the house, thinking of the six  Bullerby children. (What exactly are those gingerbreds, they always are baking?) Hardly I can deny myself leaving the balcony door ajar, so that the christ child will find it's way in.That all is quite unusual for me and I'm surprised myself. Well, but as things are like that now, for the next days I'll have some fun in the snow. But before I heavily wave to all of you, wishing you all that one can wish for. And for the reason that I currently listen to Sallys Song as often as possible I add it as well. Ahoy!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Gasthörerin





Bei Einbruch der Dunkelheit kommt mir mit flinken Schritten Frau S. entgegen. Auch wenn sich hier das Pflaster eisfrei zeigt, kaum einen Meter weiter wird der Weg zur Rutschpartie. "Ich hab mal Judo gemacht, ich kann also gut fallen. Aber das muss ja nicht sein." sagt Frau S. Das mit dem Judo ist schon eine Weile her; das war in den 60iger Jahren: "Ich wollte mir selbst helfen können, deswegen habe ich damit ange­fangen. Ich hab es aber fast nie ge­braucht." Einmal wurde sie an ihrere Haustür bedrängt: "Da konnt ich mich auch ohne Judo wehren. Aber es gibt einem Selbstbewußtsein und Sicherheit." Frau S. ist heute 86 Jahre alt, und jetzt ist ihr Sport das Kanufahren: "Ich bin im Verein, und ich bin eine der ältesten Kanuten dort. Die wollen mir immer viel mehr helfen da als mir lieb ist." Im Winter macht sie Pause, ihre Finger werden zu schnell kalt. Ansonsten ist sie einmal die Woche in ihrem Kanu auf den Flüssen in der Um­gebung unterwegs. Weiter geht's...
In the gathering darkness Mrs. S. nimbly comes my way. Even though the street seems to be clear of snow, a few steps away you'd slide all over the place. "I used to practice judo, so I know how to fall, but it's not really necessary, is it?" Mrs. S. says. Her judo era is yet a while ago, it was back then in the 60ies: "I wanted to learn self-defense, so I signed in. But I nearly never had to make use of it." Once she was pressed hard at her frontdoor: "But I could manage that without judo. Anyway, it increases your self-convidence." Mrs. S. is 86 years old now, and her present sport is canoeing: "I'm one of the oldest canoeists at the club, and they always tend to help me more than I want them to." During winter-time she takes her time out, her fingers start to freeze too soon. At other times she's out with her canoe at least once a week, paddling the rivers in the immediate vicinity. Please follow...

Montag, 20. Dezember 2010

Pullover-Mann





Der Pullover dieses Herren ist zwar keine Mütze, dafür aber selbstgestrickt. Vor 30 Jahren haben klappernde Nadeln und flinke Finger ihn erschaffen: "Den hat meine Mutter für mich gemacht und ich freu mich immer wenn ich ihn mal anziehen kann, er ist nämlich sehr warm." Das muss wohl so sein, denn der Herr ist tatsächlich ohne Jacke unterwegs, und gestern bei unserer Begegnung war es noch ein paar Grad kälter draußen. Zuhause im Schrank liegen noch weitere Pullover-Modelle der Mama bereit, jede einzelne Masche wohlbedacht und handverbunden mit der nächsten, zusammengefügt zum maßgefertigten und einmaligen Kuliergewirk: "Ich kann die gar nicht alle anziehen, und diesen hier find ich am schönsten." Wichtig findet der Pullover-Mann Individualität im Leben: "Und zwar wirkliche Individualität, nicht so pseudo, und am Ende sind doch alle gleich." Woran er den Unterschied erkennt, frage ich ihn. "Das ist schwer zu sagen, wahrscheinlich weiß jeder für sich selbst am besten, ob er wirklich frei ent­scheidet."
Indeed, the jumper of this man is no hat, although after all it's selfknitted. 30 years ago deft fingers and clacking needles have created it: "My mother made the junper for me, and I'm always happy when I can wear it, because it's a very warm one." It better should be, because this man actually is out with no jackett at all, and yesterday, when we met, it was even colder than today. At home, in his closet, he keeps some more knitted specimens of his Mama, each and every stitch well considered and combined by hand to a custom-made and unique knitted good: "I can't even wear all of them, and this one I like most." In life the jumper-man considers individuality im­portant: "And I talk about real indi­viduality, not pseudo, facing the final truth that all people yet are alike." I ask him how he can tell the difference: "Well, that's not easy, probably everybody knows best himself if he's ones own person."

Sonntag, 19. Dezember 2010

Sonntagsmützen





Wie es so ist, wenn man mit einem Plan das Haus verlässt. Mützen, dachte ich mir, Strickmützen, am besten selbstgemachte, die werd ich heute mal fotografieren ge­hen. Angespornt durch einen Facebook-Kommentar (danke Ingrid) habe ich mich also auf den Weg gemacht um wirklich erst auf den allerletzten Drücker tatsächlich auch noch wenigstens eine einzige Strick­mütze im Bild festzuhalten. Doch zuvor ist mein suchendes Auge mal von diesem, mal von jenem in Bann gezogen worden, von Strick allerdings keine Rede. Ganz im Ge­genteil. Nicht wärmend, aber frisur­erhaltend beispielsweise sind die schnee-abwehrenden Kopfbedeckungen dieser 3 Freundinnen, die bestens gelaunt auf dem Weihnachtsmarkt am Dom unterwegs waren. Weiter geht's, bitte hier entlang...
How life goes if you leave the house having a plan in mind. Hats, I thought to myself, knitted hats, selfmade ones at best, that's what I'll try to capture with my camera today. Encouraged by a facebook-comment (thanks Ingrid) I set out for finding them, and believe it or not, at the very last moment I finally found a knitted one to photograph. Before this and that caught my attention, but no knitted caps for me, nowhere. Quite the contrary. Maybe not warming but preserving the hairdo are these snow-defensing head-pieces of the 3 cheerful girlgriend, who where out at the christmas market at the cathedral. Please follow....

Samstag, 18. Dezember 2010

...aller Ehren wert





Herr W. ist 87 Jahre alt und zum ersten Mal in diesem Winter trägt er heute seine Mütze. Als ich meine Kamera aus der Tasche nehme, holt er seinen Kamm hervor, und bringt sein Haar in Ordnung. Weil Herr W. nicht gut stehen kann suchen wir uns ein kleines Mäuerchen in der U-Bahn Station, und reden ein Weilchen im Sitzen. Es gibt tatsächlich keine Bank für Passanten, nirgends. Herr W. lebt alleine, und er ist sehr froh in seiner eigenen Wohnung zu sein. Vor ein paar Jahren hatte er einen Schlaganfall, seitdem geht alles etwas langsamer; "Einkaufen, Essen machen und so." Deswegen hat er eine Aufwartefrau, wie er sagt. Das bedeutet Haushaltshilfe und sie ist schon seine zweite: "Die erste Frau die immer zu mir kam ist leider gestorben. Sie war un­glaublich, die wusste schon immer was ich brauche, noch bevor ich es selbst wusste." Weil er gelesen hatte, dass Franz-Josef Strauss seiner eigenen Haushälterin das Bundesverdienstkreuz verliehen hat, be­fand Herr W. die seinige sei ebenfalls aller Ehren wert und habe diese Würdigung durchaus auch verdient. "Also habe ich beim Ministerium in Düsseldorf angerufen, und mein Anliegen vorge­tra­gen." sagt er und lacht verschmitzt. Die Dame am Telefon sei auch sehr nett gewesen, erzählt er, sie habe ihm allerlei erklärt, aber letztlich sei aus der Sache  nichts geworden. 
Mr W. is 87 years old and wears his hat for the first time in this winter. When I take my camera out of my bag he grabs a comb out of his pocket and does his hair. For the reason that  Mr W. rather sits or walks than standing we have a seat on a small wall at the metro-station. There is no bench around for people to rest, nowhere! Mr W. lives on his own, and he's happy, that he still can stay in his place. A couple of years ago he has had a apoplexy, since then things are going more slowly: "Like sopping, or fixing meals, and things like that." That's why he engaged a charwoman. In fact she's the second charwoman, who regularily visist him: "The first one unfortunately died. She was wonderful. She always knew what I needed before I did." Once he red that the Prime Minister of Bavaria, Franz Josef Strauss, awarded his charwoman with the Federal Cross of Merit. Mr. W. decided that this would be an appropriate appreciation for his charwoman as well. "So I called the government department and declaimed my request." he says with a shrewd smile. "The lady on the phone was quite nice, and she told me this and that. In the end of course it didn't come off. 
 

 

 


"Ich habe viel von meiner Mutter gelernt. Sie war eine sehr aufrechte Frau, die hat sich nicht verbiegen lassen. Auch nicht zur Hitler-Zeit. Das hat mich sehr beein­druckt." erzählt Herr W.
"I've learned a lot from my mother. She was a very upright woman, she wouldn't bounce back. Not even during the Hitler era. I was deeply impressed by that." Mr W. says.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

So lange wie möglich





"Ich möchte so lange wie möglich in meiner eigenen Wohnung bleiben" antwortet Frau P. auf meine Frage ob sie sich vorstellen könne in einem Seniorenwohnheim zu leben. 84 Jahre ist sie alt, mit 9 Jahren ist sie mit ihren Eltern in das Haus gezogen in dem sie heute noch lebt. "Ich hab meine Tochter, und eine Enkelin und ich geh jeden morgen eine Stunde mit dem Hund, und abends noch mal." Der Hund gehört übrigens nicht ihr, sondern der Enkelin: "...aber die muss ja arbeiten." Mit ihrem Wunsch was das Wohnen betrifft ist Frau P. nicht alleine; über 90 Prozent der alten Menschen in Deutschland denken ähnlich. Allerdings; wann genau ist man eigentlich "alt", und ist alt nicht inzwischen schon fast eine Beleidigung? Neudeutsch heisst das jetzt 50-Plus, Best-Ager, Silver-Ager, vielleicht noch Senior, oder gar "junge Alte". Fest steht, der demografische Wandel hat bereits begonnen, und so werden in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Menschen immer älter, und der Anteil junger Menschen in der Bevölkerung wird schrumpfen. Wer heute 35 ist wird im Jahr 2030 zur 50-Plus Generation gehören, und kann sich 10 Jahre später schon langsam bei den Silver-Agern einreihen.
"As long as possible I want to stay in my own apartment." is Mrs P.'s answer on my question whether she could imagine living in a retirement home. She 84 years old, and at the age of 9 together with her parents she moved into the house, she still lives in."I have my daughter, and my grand-child, I walk the dog every morning for about an hour, and again at in the evening. Besides, it's not her dog; it belongs to her grand-daughter: "...but she has to leave home for work." Mrs P. isn't alone with her wish concerning staying at home in old age: about 90 percent of the old people in germany are of the same opinion. But; what exactly is old, and isn't it almost an insult to say 'old'? Today we rather talk about 50 plus, best-agers, silver-agers, maybe senior, or the 'young old's'. Anyway, the demographic change has yet begun, and so during the upcoming centurys more and more people will get older and older, and the part of young people of the population will decrease. If you're 35 today, you will belong to the group of 50 plus in 2030, and only 10 years later you almost can add yourself to the silver agers. 
 

 

 


Nun sind die zukünftigen Alten in einer anderen Zeit aufgewachsen und somit ein bisschen anders sozialisiert. Selbstbe­stimmung und Selbstverwirklichung bei­spielsweise spielen in dieser Zeit und in dieser Gesellschaft besonders für junge Menschen eine wichtige Rolle, und so ist es unwahrscheinlich, dass der Wunsch zuhause alt zu werden nachlassen wird. Spannend darüber nachzudenken, wie das Wohnen im Alter in Zukunft aussehen mag. Weiter geht's, bitte hier entlang...
Well, the soon-to-be elderlys grew up in a different time, and for that reason they are socialized a bit different. Self­determination and individual fulfilment are important issues in the present society, especially for the young ones. So it's highly improbable that the desire of staying at home could basically change.  Interesting to consider how living might be at an older age. Please follow...

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Vom sich widmen und anderen Blogs


Heute mal ein bisschen anders: Es ist viel los in meinem kleinen Leben gerade. Oberflächlich betrachtet hat nicht alles was darin passiert unbedingt miteinander zu tun. Wenn ich etwas genauer hinsehe das meiste allerdings schon, vielleicht nicht alles auf der selben Lebens-Ebene.  Ein bisschen ist es wie direkt nach einem Umzug; es ist toll und es ist aufgregend, aber diese angefangenen, noch unaus­gepackten Kisten überall, die angeblich alle zu einem gehören, verbreiten Unruhe. Eine meiner wichtigsten Ressourcen, und eine meiner größten Freuden, ist das "sich wid­men". Das kommt ein bisschen zu kurz gerade, und ich freue mich sehr auf irgendwann bald, wenn das (hoffentlich) wieder möglich sein wird. Und weil ich auch noch schleppend vor mich hinkränkele, mit einer den Geist ein­dumpfenden Käseglocke über dem Kopf, gibt es heute mal ein, zwei, drei Blog­empfehlungen:
To make a little change I post something differently today: There is a lot going on in my life at the moment. Superficially seen all these things doesn't necessarily form a set. But on closer inspection I realize, somehow they do, anyway. Maybe not on the same level of live. It's comparable to house moving. It's exciting and great, but all these begun, but not yet unpacked boxes cause disturbance. One of my most important ressources, and one of my greatest pleasures is "applying oneself". Currently I miss that a bit, and I'm looking forward to some upcoming time, when this (hopefully) may be possible again. And for the reason that I'm in frail health in these days, bothered by a so called chees-cover around my head, clouding my mind, today I will recommend one, or two, or three blogs to you:

Los geht's mit "Song des Tages", dem ich obiges Video entnommen habe. Dieser Blog ist ein schöner Ort. Jeden Tag gibt es dort ein neues Stück Musik, und in der Rubrik "wir" erfährt man die Namen der fleissigen Sammler: Joha, Ben und Nico. Hinter den Namen verbergen sich ihre eigenen, lesenswerten Blogs. Ben beispielsweise hält in 'Anmut und Demut' dieses hier bereit, passt prima zum Text oben.
Weiter geht's mit Kathrin die "drüberleben" schreibt. Ein Blog über die tabu-belegte Krankheit Depression. Dass es sich hierbei kaum um ein Nischenthema handeln kann rechnet Kathrin anschaulich vor; in ihrem Beitrag Ein Aufruf, ein Weckruf, ein 'Bitte, geht's noch?'
Zu guter letzt "This is wide angle", ein noch junger Blog über's Fotografieren, der erfreulicherweise nicht der Technik den Vorzug gibt, und dessen Autor Marc für dieses Zwischenprüfungs­-Foto eine nicht nachvollziehbare Fünf bekommen hat.
Viel Spaß!
Let me start wit "Song of the day", where I found the video above. This log is a fine place. Everyday a wonderful piece of music get's introduced, and in the category "us" you learn more about the three guys behind the scenes: Joha, Ben and Nico. They all run their own blogs, which are also recommendable, and Joha even writes in english from time to time.
I continue with "drüberleben" which is very hard to translate. It's a mix of 'survive, getting over it', living or being above, and including things into live...mmmh, very hard to translate, like I said. Kathrin writes about the tabooed disease depression. That this won't  be a niche-topic anymore in the future, Kathrin concerns herself for.
Last but not least I recommend "This is wide angle", a quite fresh photo-blog which isn't dedicated to the technique only. The author Marc is a photographer and inexplicably he got an E for this intermediate examination photo.
Enjoy!

Montag, 13. Dezember 2010

Stoiker und Seelenfrieden





Maria ist eigentlich aus Lettland, aber gerade für ein Auslandssemester in Mainz. Sie studiert Philosophie und interessiert sich besonders für Ethik und die antiken Philosophen: "Seneca zum Beispiel." Ich bitte Maria, mir als Philosophie-Laien zu erklären, was sie an diesem Thema fasziniert. Das ist allerdings gar nicht so einfach für sie, mal eben schnell auf deutsch. Entscheidend ist für sie der Blick auf das große Ganze; die Welt in ihrer Gesamtheit zu sehen. So ist es ihrer Ansicht nach falsch egoistisch zu sein, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Trotzdem ist es erstrebenswert eine eigene Un­abhängigkeit zu erlangen, im Fühlen und im Denken. Dafür wählt sie ein drastisches Beispiel: "Wenn ich ins Gefängnis komme, dann ist das wichtigste, dass ich selbst weiß ob ich Recht oder Unrecht getan habe. Auch wenn mir damit Unrecht angetan wird, wichtig ist nur mein Urteil, so kann man innerlich frei bleiben."
Maria is from Lettland, but currently she stays in Mainz for a semester abroad. She studies philosophy and focuses on ethics and the ancient philosophers: "Seneca for example." As I'm an amateur in philosophy I ask Maria to explain what fascinates her so much about this topic. That, in fact, isn't that easy for her, in a minute in german language. What matters is the view to the big picture; to see the world in it's entirety. So to her mind it's wrong to be egoistic, to be ambitious of the own advantage. Nevertheless it is desireable to develop ones independency concerning feeling and thinking. She gives an extreme example: "If I go to prison, the most important thing is to know myself whether I did injustice or not. Even if I suffer injustice by going to prison; only my knowledge about right or wrong is of importance.




Nun habe ich ein wenig recherchiert, und finde diese Aussage über Stoiker -zu denen Seneca zählt (Wiki): "Nur ein lebenslanges Bemühen um Selbstformung, das auch den Herausforderungen von Schicksal und mit­menschlichem Umfeld standhält, schafft Aussicht auf die Seelenruhe des stoischen Weisen. Voraussetzung dafür ist eine ausgeprägte Affektkontrolle, die zur Frei­heit von Leidenschaften (Apathie), zu Selbstgenügsamkeit (Autarkie) und Uner­schütterlichkeit (Ataraxie) führen soll." Apathie wird übrigens nicht als passive Teilnahmslosigkeit verstanden, wie es heute üblicherweise der Fall ist, sondern als Gelassenheit. Auch der Begriff 'stoischer Gleichmut' ist heutzutage anders besetzt, als es den antiken Stoikern gerecht werden würde. Hier habe ich eine bezeichnende Einschätzung gefunden, wie der Begriff sogar als Schimpfwort dient: "...ein gefühls-und antriebsarmer Mensch." Ich selbst reagiere auf empfundenes oder offensichtliches Unrecht (leider) sehr emotional, und so beschäftigt mich Marias stoische Geisteshaltung sehr. Und wenn ich so über das Frauenbild Senecas lese, wären die wiederum sicher gut beraten gewesen, auf stoische Gelassenheit zurückgreifen zu können.
Now I did a little research, and found these words about stoics (Wiki), to whom Seneca belongs: "The idea was to be free of suffering through apatheia (Greek: ἀπάθεια) or peace of mind (literally, 'without passion'), where peace of mind was understood in the ancient sense — being objective or having "clear judgment" and the maintenance of equanimity in the face of life's highs and lows." Apathy, besides isn't ment in the way of modern understanding, as passivity, but as calmness. Also the word stoicism in these days is attached with a different meaning than the ancient stoics developed it. I found a fittingly example, how it even is used as an invective: "...a stoic is a passive person with a lack of emotion." Myself, I (unfortunately) react quite emotional to injustice, objectively or subjectively, and so Marias stoic mentallity keeps me thinking. And if I read about Senecas perception of women, I think they must have been well-advised to draw on stoicism. 

Sonntag, 12. Dezember 2010

Platz für Helden





In Mainz bin ich vor ein paar Tagen Lukas begegnet. Bereits ein erstaunliches Drittel seines Lebens ist er nun schon Fernseh-Moderator. Begonnen hat alles 2001 bei Viva. Aber dort ist er nicht recht glücklich geworden, und so hat er sehr bald den Sender verlassen. In den folgenden Jahren hat er überwiegend bei KiKa moderiert; zB. "Fortsetzung folgt" und "Ein Platz für Helden". Beides Doku-Formate, die nah am Leben von Kindern dran sind, und Lukas hatte ganz offensichtlich sehr viel Spaß an dieser Arbeit: "Bei Platz für Helden ging es immer um Kinder, die etwas besonderes auf die Beine gestellt haben; die Helden waren immer die Kinder." Eine dieser Reportagen hatte den Titel "Ein Schiff für Flensburg". 8 Kinder haben 3 Wochen lang ein altes Segelschiff auf Vordermann gebracht. Lukas war immer mittendrin und sein Kontakt zu den Kindern sehr nah. "Das war eine tolle Zeit auf dem Schiff, und es ist einfach viel Vertrauen untereinander entstanden."
A few days ago I met Lukas in Mainz. He's is a TV-Presenter since an amazingly third of his life. It all began at Viva, a german music-video-channel. But Lukas didn't feel to comfortable being a VJ, and so he quit quite soon. In the following years he mostly has been workin for KiKa, an childrens-channel, for example at the show "To be continued" or "Some space for heroes". These are documentary shows, focusing matters of children, and obviously Lucas really liked working on these shows. "Some space for heroes always was about  children achieving special projects, like realizing social ideas for the public good. One of these projects was called "A boat for Flensburg." 8 children were whipping an old sailing boat into shape again. Lucas joined them for the whole time, having close contact to the kids: "That was a great time at this ship, and a lot of trust could emerge."



Momentan verändert sich Lukas Fernseh-Leben ziemlich einschneidend. Ab 2011 wird er für 3 Sat im neuen Kulturkanal eine Sendung moderieren. Dort hat er schon hin und wieder  "neues" moderiert: "Aber eine ganz neue Sendung in einem neuen Kanal, das ist schon sehr spannend." Der Titel ist derzeit noch geheim, aber fest steht; ab April wird gesendet. Lukas liebt seinen Job: "Das Tolle daran ist, ich kann ich sein, muss mich nicht verstellen, und treffe jeden Tag interessante Menschen, komme ein bisschen durch die Welt und stelle Fragen, die mich wirklich inter­essieren." Ansonsten ist ihm im Leben noch eines wichtig: "Mein Zuhause, meine kleine Höhle. Die ist ganz wichtig für mich."
Currently Lukas TV-life is changing quite a lot. From 2011 on he will be a presenter at a new culture channel of 3Sat. There he yet was to be seen at "neues", a report-program about news from the digital world. "But a totally new program for a completely new channel, that's amazing!" The title is still secret, but from april on it is on air, for sure. Lukas loves his job: " It's great because I just can be me, I don't need to play-act, every day I meet interesting people, I travel the world a bit, and I can ask questions which I'm really interested in." Apart from that one more thing is really mportant to Lukas: "My home. My secret cave. That really matters to me a lot."

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Tausend Köpfe





Im September habe ich bei meiner Ausstellung Frau B. kennengelernt; hier mehr dazu. Damals hatte sie mir erzählt dass sie malt, und zwar meistens Gesichter und Menschen, denn die faszinieren sie. Die spontan getroffene Verabredung uns wiederzusehen war gar nicht so leicht in die Tat umzusetzen, aber schließlich haben wir doch einen Termin gefunden. Zur Mittagszeit am vereinbarten Tag bin ich bei Frau B. eingetroffen und man soll ja nicht glauben wie schnell neun Stunden vergehen. Und zwar ohne dass es auch nur ansatzweise thematischen Leerlauf ge­geben hätte. Früher wieder aufzubrechen wäre schlicht nicht stimmig gewesen, und ich bin mir sicher, uns wäre auch später nicht langweilig geworden.
Frau B. hat das Schneiderhandwerk erlernt, aber eigentlich hätte sie lieber Kunst studiert. Malen ist also ihre private Leidenschaft, und das schon seit einigen Jahrzehnten. Im Laufe der Zeit hat sich ihr Stil verändert, vieles hat sie ausprobiert und immer wieder ist ihr Thema das Gesicht, und der Mensch. Sie kennt sich aus in der Kunst und mit den Malern, und doch legt sie Wert darauf nicht alles so intellektuell anzugehen: "Einmal war ich bei einer Führung im Museum, Van Gogh, und die Museumsführerin hat auf einen kleinen pinken Fleck am Rande eines Bildes gezeigt: 'Was glauben Sie, warum Van Gogh hier diese Farbe aufgetragen hat?' " spielt sie näselnd nach. "Ganz einfach, hab ich da gesagt, weil er es noch auf der Palette hatte." Man müsse nicht überall etwas reingeheimnissen, meint Frau B und lacht sich kaputt.
In september I met Mrs. B during my exhibition, here you may see her photos. Back then she told me that she paints, namely faces and people, for the reason that she's fascinated by this subject. Spontaneously we decided to make an appointment, but it took us some time to find a date. But finally we made it, and fixed a day. I arrived at noon-time, and you wouldn't believe how quickly 9 hours can pass by.Without running out of topics at all. And I'm sure, we wouldn't have been bored, if I would have been staying even longer. Mrs. B learned the tailors trade, but she'd rather studied arts. So painting is her private passion, since decades yet. During the years she modified her style and techniques, she has tried a lot and over and over again faces and humans have been her subject. She's at home in arts, and knows a lot about painters, but she puts emphasis on not facing everything only with an intellectual attitude: "Once I visited a guide-tour at an exhibition in a museum, Van Gogh. The guide pointed at a pink spot in the painting and asked 'What do you think; why Van Gogh used this pink color here?' " Mrs. B imitates the guide. "That's easy; because he still had some pink on his palette." One shouldn't expect a meaningful secret in everything, Mrs. B says, shaking with laughter.



Bevor meine Führung durch Frau B.s privates Bildermuseum beginnt gibt es erst mal einen selbst gemahlenen Kaffee und Gebäck. Weiter geht's, bitte hier ent­lang...
Before my private guide-tour through Mrs. B's museums of her paintings starts, first we have a good freshly ground coffee and some pastry. Please follow...

Samstag, 4. Dezember 2010

Kältegänge





Vor einem halben Jahr habe ich Elvis auf der Strasse angesprochen und fotografiert. In den letzten Wochen hab ich ihn immer mal wieder durch die Stadt streifen sehen. Als die Kälte kam habe ich mich gefragt wie es ihm oder auch Mustafa wohl ergehen mag, wie sie besonders die kalten Nächte überstehen. Elvis hatte mir bei unserer ersten Begegnung erzählt, dass er immer draussen übernachtet. Eine Nacht in einer Odachlosenunterkunft zu verbringen kommt für ihn nicht in Frage. Heute habe ich Elvis wiedergetroffen und und auch mit ihm reden können. Er erzählt ein bisschen aus den letzten Monaten, sagt es gehe ihm gut und betont dass ihm die Kälte nicht viel ausmacht: "Ich hab alles was ich brauche, warme Klamotten, 2 Schlafsäcke, Decken." Sorgen macht er sich eher um Andere sagt Elvis: "Ich bin schon so lange auf der Strasse, und hab einige kalte Winter überlebt." Als ich Elvis frage wie oder ob ich ihm helfen kann, ob er etwas braucht; warme Kleidung, Essen, Geld, als ich ihm sage dass ich mir Sorgen um ihn mache bei dieser Kälte, da schweigt er, und so schweige ich auch, und schweigend stehen wir eine Weile da und gucken uns in die Augen.
Seven month go I met Elvis on the street and approached him. During the last weeks I saw him once and again walking the streets down town. When it became so cold outsideI wondered how he or Mustafa were, how they get through the very cold nights outside. When we met first Elvis told me that he always stays on the street; a night in a homeless shelter to him is absolutely out of the question. Today I met Elvis again and we had a little talk together. He told me about his last month a bit, sais he's fine and he pointed out that the coldness doesn't bother him: "I have everything I need, warm clothes, 2 sleepingbags, blankets." He rather worries about others, Elvis says: "I live on the street for such a long time now, and I survived some cold winters yet." When I ask Elvis if or how  I can help him, if he needs clothes, food, money, when I let him know that I worry about him becuase of the cold, he suddenly remains silent, and so do I, ans together we remain silent, looking at each others eyes.




In vielen Großstädten bieten Hilfseinrich- tungen und Sozialstationen besonders im Winter Hilfe für Obdachlose. In Berlin wer- den Kältebusse eingesetzt, die nachts herumfahren um Menschen vor dem Er- frieren zu retten. Köln schickt Sozial- arbeiter auf Kältegänge. Sozialdienste und karitative Einrichtungen bieten mobile Suppen- und Teeküchen an. Doch auch die Helfer selbst sind auf Hilfe angewiesen. Geld- und Sachspenden werden allerorten dankbar angenommen. "Am meisten werden momentan Decken gebraucht." sagt Elvis. Aber auch warme Jacken, Kaffee, Tee, Isomatten können in verschiedenen Einrichtungen abgegeben werden. Für finanzielle Zuwendungen werden oftmals Spendenbescheinigungen ausgestellt, wie zB. vom Gulliver Projekt in Köln.
Wer helfen möchte findet im folgenden eine erste Übersicht von Anlaufstellen in Deutschland. Ich freue mich über weitere Tipps und werde die Liste entsprechend ergänzen. Hier entlang, bitte sehr...


In many cities ais organisations and charity associations offer especially during wintertime help for homeless people. In Berlin 'busses against the cold' drive around at night-time, saving people from freezing to death. In Cologne socialworkers do this by walking the streets, so called 'cold-walks'. Social services and caritative unions offer mobile soup- and teakitchens. But the helpers need help, as well. Donations in terms of money or items are very welcome all over the place. "Most needed are blankets at the moment." Elvis says. But also warm clothes, coffee, tea, sleeping mats can be handed off atthe social stations. You can even get a donation receipt for your financial support, like from the Cologne Gulliver project.
If you are willing to help you may find an initial list of shelters in germany. I appreciate more tips and advices and will add them to this list. Please follow...






Donnerstag, 2. Dezember 2010

Pfeil- und Fadenbude





Gestern hat mich mein Weg nach Oldenburg geführt und dort bin ich auf dem Lamberti-Markt Herrn Schmidt begegnet. Herr Schmidt ist von Beruf Markt- beschicker; gemeinsam mit seiner Frau betreibt er eine Pfeil-und Fadenbude. Das macht er schon sehr lange, aber bevor er mir verrät seit wann genau muss ich erst mal schätzen wie alt er ist. Ich rate 76, liege aber falsch, denn Herr Schmidt ist 83. Und wo ich schon bei den Zahlen bin kommen gleich noch mehr; seit beinahe 60 Jahren ist er mit seiner Frau verheiratet. 8 Kinder haben sie zur Welt gebracht; 4 Jungen und 4 Mädchen. 10 Enkel und 18 Urenkel sind die bisherige Nachkommen- schaft, aber zumindest die letztgenannte Zahl kann sich ja noch erhöhen. In Herrn Schmidt's Familie hat das Marktgeschäft eine lange Tradition; schon seine Eltern und Großeltern waren auf dem Markt zuhause. "Und hier auf dem Markt haben auch ein paar meiner Kinder und Enkelkinder ihre Buden."
Yesterday I was on a short visit in Oldenburg and there I met Mr. Schmidt at the Lamberti-Market
Mr. Schmidts profession is sutler; he's a marketer. Together with is wife he runs a dart- and string-stall. He does this since quite a long time, but before he tells me when he started he asks me to make a guess about his age. I say 76, but I'm wrong; Mr. Schmidt is 83. And as I yet started telling numbers here are some more: since almost 60 years he's married with his wife. They have 8 children together; 4 boys and 4 girls. 10 grandchilds have given birth to 18 great-grand-childs, but this number may even increase. In Mr. Schmidt's family it is an old tradition to become a marketer; his parents and his grand-parents have also been at home at the market. "And here on this market some of my children and grandchildren now  run their stalls as well. "



Solange er noch kann will Herr Schmidt seine Bude behalten, und seine Frau, die inzwischen 80 ist, ist ganz seiner Meinung: "Wir haben das erlebt; viele die mit 65 aufgehört haben zu arbeiten sind krank geworden." Sie sind sich sicher dass es nicht gut ist plötzlich sein Leben so einschneidend zu verändern und sich zur Ruhe zu setzen: "Da sind sie dann allein zuhause und ganz schnell werden sie vergessen und sind allein. Das tut niemandem gut." Herr Schmidt liebt das Marktleben: "Ich lese dann immer über den Streit mit der Rente, dass man ein, zwei Jahre länger arbeiten soll. Sie müssen sich mal überlegen; ich bin 83 und zahl immer noch Steuern!" Weiter geht`s...
As long as he is able to Mr. Schmidt wants to keep on running his stall, and his wife, who is 80 years old, agrees: "We witnessed some people who stopped working with 65 and became sick." They are convinced that it isn't good to change a life so radical all over a sudden by retiring. "Then you stay at home all alone, and you pass out of peoples mind. That's not easy for no one." Mr. Schmidt loves to be a marketer: "I hear of all these argues about retiring with 65, or 67, that people have to keep up their work for two more years or so. I mean, I'm 83 and I still pay taxes." Please follow...