Samstag, 31. Dezember 2011

In die Töpfe gucken

Es ist soweit, der Verlosungs-Tisch ist gedeckt. Zeit, endlich die Topfdeckel zu lüften, die phänomenale Spendensumme zu verraten, das Los zu ziehen und sich vom braunen Cord-Anzug zu verabschieden:



1000 Dank an Dickus, der all dies so wunderbar zu einem Video zusammengeschnitten hat!
Und allen, die sich, in welcher Form auch immer, an unserer Aktion beteiligt und oder auch gespendet haben, gilt der ausdrückliche Dank des  spontan entstandenen Kochtopfdreigestirns auf Zeit, bestehend aus Elisabeth Lorscheid, Johann König und mir selbst.

Die glücklichen Gewinner werden in den nächsten Tagen benachrichtigt, dürfen aber sehr gerne von selbst schon mal eine email mit ihrer aktuellen Anschrift an mich richten. (smilla(ät)anders-anziehen.de)

Ich hoffe alle anderen sind nicht allzu traurig; ich selbst bin nämlich immer furchtbar enttäuscht, wenn ich bei einer Verlosung nix gewinne. (Da hilft auch älter werden nicht und keine Schokolade...)

Und sonst noch: einen guten Rutsch euch allen! Setzt die Segel für 2012...
Ich freu mich auf das nächste Jahr!

Samstag, 24. Dezember 2011

Schneefest


"Sehr kalt in Deutschland!" finden Addam, Daniela und Alan aus Venezuela, und dass sie die zu den schneefesten Skihosen passenden Jacken nicht tragen, liegt daran, dass sie eigentlich gerade Fußball spielen. Mitten im Weihnachtsgewimmel in der Fußgängerzone haben sie eine freie Ecke gefunden. 8 Tage verbringen sie in Europa, 3 davon in Deutschland, und auch wenn es für mein Empfinden in Köln zur Zeit bad-warm ist, in Venezuela  liegen die Temperaturen an Weihnachten bei ca 30 Grad und mehr.
Wie man in Venezuela traditionell die Feier­tage verbringt steht hier und hier geschrieben, (falls jemand in der besinn­lichen Hektik den Blick in die Welt schwei­fen lassen möchte)
Ich muss ja sagen, ich hab mir sehr gewünscht, dass es auch dieses Jahr ein weihnachtliches Schneefest gibt,  aber ich habe wohl zu oft mein Tellerchen nicht leer gegessen.
Euch allen schöne Tage, das wünsch ich in die Runde, und schließe mit dem Google-Suchwort der Woche: "Christkind bei der Arbeit"
"Very cold in Germany!" That's the opinion of Addam, Daniela and Alan from Venezuela, and they don't wear their jacketts just for the reason, that they are playing football at the moment. In the middle of the christmas-hurry-scurry at the retail-strip they found an empty space to play. They stay in Europe for 8 days; 3 days in Germany. And eventhough it is, to my mind,  quite warm in Cologne in these days; in Venezuela the temperature rises up to 30 degrees and more.
Well, I made my wish for a snowy christmas, but obviously I didn't clean my plate too often.
Anyway; Merry Christmas to all of you, and I'll end with the google-search-word of the week: "Christ Child at work"

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Flüchtig


"Der Jugend unbeschwertes Spiel...", das hab ich mal in einem Buch gelesen; leider will mir nicht einfallen in welchem. Gesagt hat es ein alter, kauziger Mann der weder mochte, was er solcher Art kommentierte, noch das Herz der Leser  zu erobern sonderlich im Stande war.
Der Jugend unbeschwertes Spiel. Ein paar Bilder aus dem späten, sommerlichen Herbst. Als Widmung und auch zur Er­innerung, falls das unbeschwerte Spiel mal allzusehr Vernachlässigung erfährt.
Ich glaube, das obere Bild werde ich mir eines Tages in sehr groß an die Wand hängen. Ich seh es so gern an.
"The youths light-hearted plays..." I've red this in a book once, unfortunately I can't remember in which one. An old and grumpy man said these words, and neither he appreciated what he was commenting on, nor did he prove himself able to win the readers hearts.
The youths light-hearted plays. A few photos from the late and summerly autumn. As a dedication or maybe as a reminder, if the light-hearted play is getting neglected too much.
I think one day I will put the photo above on my wall in huge size. I simply love to look at it.


...und noch mehr, bitte hier entlang...
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Dienstag, 20. Dezember 2011

"Ich rechne ja in Nudeln..."





Das ist Elisabeth Lorscheid, die Ende 2009 den Kalker Kindermittagstisch e.V. ins Leben gerufen hat. Aufmerksamen Blog­lesern wird nicht entgangen sein, dass ihrem Projekt die Spendensumme zugute kommt, die durch die Verlosung von Johann Königs Bühnenanzug gesammelt wird. Details und alle Infos dazu aus­führlich hier und in Kurzform hier; (jede noch so kleine Spende hilft!)
Die Aktion geht noch bis 29.12.2011.

Für 150 bis 180 Kinder kocht Frau Lorscheid gemeinsam mit ein oder zwei Unter­stützerinnen an 5 Tagen in der Woche ein frisches, warmes Mittagessen: "Es kommen aber auch schon vormittags immer Kinder rein, die holen sich dann Obst oder ein trockenes Bröt­chen. Viele Kinder gehen morgens ohne Essen im Magen, und ohne Schulbrot aus dem Haus." Nur durch Spenden und Zu­wendungen jeder Art finanziert sich der Verein. "Die Räume stehen uns mietfrei zur Verfügung, aber Strom und Nebenkosten müssen wir selbst bezahlen." Viel Platz ist nicht; ca 60 qm inklusice der Toiletten. Da wird es Mittags richtig eng.
This is Mrs. Lorscheid, who invented the Kalker kids-lunchtable in 2009. The gentle blog-reader probably may have realized yet, that all donations, collected for Johann Königs stage-outfit, are for her projects benefit. More details and informations you may find here and here.
Even a small donation helps! 

Mrs. Lorscheid and her assistants prepare a warm and fresh cooked meal for 150 up to 180 kids; 5 days a week: "Some kids show up in the morning already, they grab some fruits or bred. Many children leave home without having breakfast, or any breaktime sandwiches." The lunchtable is financed only by donations and benefits of all kind: "We don't have to pay rent, but additional expenses and the costs of electricity." There's not much space for all of them, 60 square metres, including the restrooms." So it's getting quite crowded at lunch-time.



Frau Lorscheid, die selbst 2 Söhne hat, erzählt im FrauTV-Video wie und warum sie auf die Idee kam, den Mittagstisch zu gründen. Letzen Winter habe ich den Bericht zufällig im Fernsehen gesehen, und ich war sehr beeindruckt von der tat­kräftigen Frau, die eigene Wege sucht und findet, mit Notlagen umzugehen. Die Grundsituation des Vereins hat sich wenig geändert: noch immer weiß Frau Lorscheid nie wie es weitergeht. Spenden kann sie daher dringend brauchen, denn Geld ist die Garantie, dass sie weitermachen kann. "Die laufenden Kosten müssen bezahlt werden, und trotz der Lebensmittelspenden müssen wir ja auch noch Nahrungsmittel zu­kaufen."
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Mrs. Lorscheid, who has two sons herself, tells at the Frau-TV-video how and why she invented the kalker kids-lunchtable. Last winter I've seen this report on TV, and I was immidiately impressed by this woman, who searches and finds her very own ways out of states of emergency. The basic situation of her project is still the same; Mrs. Lorscheid never knows how she can manage to continue. So she really needs any donation, for the reason that money is kind of a guarantee, that she can keep up her work. "We need to pay the running charges, and although we get donatons of food, we still have to buy some."
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Sonntag, 18. Dezember 2011

Radrennen





Zuerst überholt Lu mich mit dem Fahrrad und anschließend ich sie; ich bin neugierig, die Frau mit dem bunten Schal und der bestickten Weste von vorne zu sehen. Dass ich sie fotografieren darf freut mich, und nachdem wir ein Weilchen geredet haben ziehe ich beschwingt und gut gelaunt von dannen. Manche Menschen haben dieses Talent, eine aufgehellte Stimmung zu be­wirken, und für mich gehört Lu unbedingt dazu.
Lu ist in Köln geboren. Sie hat in Heidel­berg studiert und dann ein halbes Jahr in England verbracht. Nun ist sie frisch zu­rückgekehrt, und tritt demnächst ihre neue Stelle an. Lu ist Musiktherapeutin und arbei­tet hauptsächlich mit Wachkoma­patien­ten. Sie erklärt mir worauf es bei der Arbeit ankommt, worum es geht und was sie macht. Ich muss gestehen, ich fühl mich hier und heute nicht in der Lage, das kompetent und ohne Gestammel wieder­zugeben. Was ich aber sagen kann ist, dass ich wiederum an Lus Kompetenz keinerlei Zweifel habe. Sie erzählt lebendig und konzentriert und es ist mehr als deutlich, mit wieviel Leidenschaft sie bei der Sache ist.
"Bewusst zu leben, zu wissen was man tut" ist ihre Antwort, als ich frage, worauf es ihr im Leben ankommt.
First Lu is overtaking me with her bike, then I overtake her; I'm curious to look into the face of the woman with the colorful scarf and the embroidered vest. I'm happy that she agrees when I ask her for a photo and after a while of talking together I go away cheerful and delighted. Some people have this talent to create a cheeful atmosphere, and to me Lu definitely is one of those people.
Lu was born in Cologne, she studied in Heidelberg and stayed in England for six months. Now she just came back to Cologne, starting her new job in a short while. Lu is musictherapist and she mainly works with patients in a vigiliant coma. She explains the matter of this work, what this means and what she's doing. I have to admit that today I don't feel competent enough to repeat it without starting to stammer. But about Lu's competence I don't have any doubts at all; she's thoroughly concentrated and speaks in such a vibrant way, that her passion for her work is very obvious.
"Being conscious in life, being aware." she replys, when I ask her what she considers important in life.

Samstag, 17. Dezember 2011

Spendenaktion in Kurzform


  • Verlost wird der einigermaßen zerbeulte aber tourbegleitende Bühnenazug von Johann König.
  • Das Geld kommt komplett und ohne Abzug dem Kalker Kinder­mittags­tisches e.V.,  zugute.
  • Jeder der auf unten genanntes Konto spendet nimmt an der Verlosung teil.
  • Auch wer nicht spendet, kann gewinnen: Zusätzlich werden je 10 Johann König Bücher und DVD's, sowie 2 Gästelistenplätze verlost.
  • Wer den Spendenaufruf weitersagt, verlinkt, kurz, wer hilft, ihn zu verbreiten, hinterlässt hier im Blog einen Kommentar und nimmt so an dieser 2. Verlosung teil.
  • Gespendet werden kann bis zum 29.12.2011 um 12:00.
  • Am nächsten Tag nimmt Johann König höchstselbst beide Auslosungen vor. Das Video dazu wird hier gepostet.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Das ganze in ausführlichster Form: hier.
  • Kommentare am liebsten im vorigen Post "Wasser mit Wassergeschmack"


Kontoinhaber: Kalker Kindermittagstisch e.V.
Kontonummer: 386054
Bankleitzahl: 370 502 99 Kreissparkasse Köln

Bitte im Verwendungszweck  eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen. Wer eine Spendenquittung benötigt, fügt seine Adresse und das Wort Quittung an.

Edit: Der Kalker Kindermittagstisch hat hier übrigens einen Dankes-Kommentar an alle hinterlassen, die sich beteiligen.

Freitag, 16. Dezember 2011

"Wasser mit Wassergeschmack"





Das ist Johann König in seinem Bühnen­anzug. Dass er darin auch auf der Straße posiert hat einen Grund, und zwar einen guten: "Was machen wir jetzt mit dem Anzug? Versteigern?" hat Johann mich letzten Dienstag, wenige Minuten nach der letzten Aufführung seines Programmes "Total Bock auf Remmi Demmi" im Kölner Tanzbrunnen, gefragt. 257 mal ist er im braunen Cordanzug,  den ich, auch das soll hier Erwähnung finden, höchstpersönlich entworfen und angefertigt habe,  auf die Bühne gegangen. Die Entstehungsfrage Anfang 2009 lautete übrigens ganz ähnlich: "Wie machen wir jetzt den Anzug?" Näheres (aus der Erinnerungsperspektive des Künstlers) dazu im unten angefügten Videoausschnitt.

Seinen Bühnendienst hat er also getan, der braune Cordanzug. Jetzt soll er helfen Gutes zu tun:
Zugunsten des Kalker Kinder­mittags­tisches e.V.,  den die unglaub­liche Frau Lorscheid ins Leben gerufen hat, und gegen eine Spende, verlosen wir das gute Stück (und noch ein paar andere Dinge mehr, s.u.). Frau Lorscheid versorgt mit ihrem Mittagstisch täglich zwischen 150 und 180 Kinder in Köln-Kalk mit warmem Essen. Wie sie dazugekommen ist erzählt sie am besten selbst im Frau-TV Bericht. Natürlich stelle ich sie und ihr Projekt hier im Blog auch noch persönlich vor.
Edit: hier zu finden: "Ich rechne ja in Nudeln" (O-Ton Frau Lorscheid)

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This is Comedian Johann König in his stage outfit. He strikes a pose on street as well for  a reason, and it's quite a good one. "What are we going to do with the suit now? Put it up to auction?" Johann asked me shortly after his last tour performance of his show "Total Bock auf Remmi Demmi" at the Cologne Tanzbrunnen last tuesday. For 257 performances he dressed up in his brown corduroy suit, which is of my own making, if I may take my chance to mention that. Back in 2009 the first question concerning his new tour outfit sounded quite similar: "How are we going to make the suit?" The video below tells the story from the point of view of the artist himself.


The suits stage-work is done, now it is supposed to do a good deed: To the benefit of the Cologne Kids lunch table, invented by the incredible Mrs. Lorscheid, and for a donation we raffle the suit off. Mrs. Lorscheid serves from 150 to 180 kids every single day with a warm meal for lunch. She does this, because she one day suddenly felt there was a need for this. In a very few days I will show a portrait of her and her awesome project of course.

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video

Dienstag, 13. Dezember 2011

Love is all you need





Eine Woche haben Albina und Edward Zeit sich ein wenig in Deutschland umzusehen. Sie machen einen Städtetrip, der in München begonnen hat und über Köln nach Berlin führt.
Die beiden leben in St. Petersburg, wo Edward einen technischen Beruf ausübt, der im weiteren Sinne wohl mit Gas zu tun hat, uns aber an die Grenzen der Verstän­digung bringt. Da ist es mit Albina's Berufs­wünschen schon leichter. Sie möchte gerne Modedesignerin werden. Eine Ausbildung in dieser Richtung hat sie nicht gemacht: "Aber es ist meine Leidenschaft, und ich versuche es einfach." Den Mantel, den sie trägt, hat sie zum Beispiel selbst ent­worfen und genäht.
Albina and Edward are in Germany for one week. They're on a city-trip, starting in Munich, travelling  further to Cologne and finally Berlin.
They live in St. Petersburg, where Edward is working in a technical profession which has something to do with gas, but unfortunately we reach the limit of verbal communications while he tries to explain. It's easier for Albina to tell her career choice: she want's to become a fashion designer. She's not educated in this line of work: "But it's my passion, and I simply have a try." She designed and sewed her coat by herself, for example.



Die Antwort auf die Frage worauf es im Leben ankommt ist kurz und kommt spon­tan. Albina sagt: "Love. Love is all you need." Edward stimmt zu: "I live for her."
Und weil ich mich nicht entscheiden kann, und Albina so schön in den Niesel­regen hineinlächelt, kommen hier noch ein paar Bilder.
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On my question what they consider impor­tant in life Albina replys spontaneously: "Love. Love is all you need." Edward agrees: "I live for her."
And for the reason that I found it too hard to sort out photos, and because Albina was smiling so nice although it was drizzling, here are some more photos.
This way, please..

Sonntag, 11. Dezember 2011

"Schöner unsere Paläste"...





...so heisst der Bildband von Gerd Danigel, und am liebsten würde ich nun eine Aus­wahl der darin enthaltenen Fotos ver­öffentlichen. Allein, am Ende wäre es wohl beinah das ganze Buch, denn daraus auszuwählen gleicht einer Unmöglichkeit. Die Schwarz-Weiss-Fotos, zwischen 1978 und 1998 auf den Strassen Berlins ent­standen, zeigen Gerd Danigels hinter- und feinsinnigen real-poetischen Blick auf eine Welt, die inzwischen gründlich und mehr­fach erneuert wurde.
Meine ausdrückliche Begeisterung für Gerd Danigels Fotos wechselt sich mit fast demütiger Dankbarkeit für sein Werk ab. Keines seiner Bilder ist belanglos oder beliebig. Mit durchlässigem Gespür für kleine und große Augenblicke und vor allem für den richtigen Moment, teilt er mit, was er gesehen hat. Seine Bilder sind Würdigungen ohne zu romantisieren, sie entlarven ohne Niedertracht, und immer wieder fangen sie die rhythmische Eigen­komposition des Alltäglichen ein, dessen Verweildauer nicht selten eine Sekunde unterschreitet.

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Gerd Danigel is a Berlin based photo­grapher.  A few months ago his photos have been published in a  book, and I definitely would like to show a selection. But probably I would post all of his photos, for the reason that it seems impossible to me to narrow down the choice. His monochrome pictures, taken between 1978 and 1998 in the streets of Berlin, present Gerd Danigels subtle and sensitive poetical view into a world which has been rigorously modified in the meantime.
My explicit enthusiasm for Gerd Danigels photos alternates with a thankful humble­ness for his complete work. His photos are appreciations without romanti­cizing, they reveal without baseness, and over and over again they catch the rhythmical self­composition of everyday occurrences which often last for less than a second.

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Samstag, 10. Dezember 2011

Zoey Zoley!





Eisprinzessin, dieses Wort macht es sich sofort in meinem Kopf bequem, als ich Zoey in einem Berliner Café sehe.  Zoey ist eine ganz und gar echte Berlinerin: "In der dritten Generation. Ja, na echt, dass muss man ja dazusagen. Bin ich auch stolz drauf." Zoey lacht, und ich bin verloren. Ihr Großvater war Schuhmacher am Prenzlauer Berg, zumindest meine ich mich zu erinnern, dass Schuhmacher der Beruf war. Denn ganz ehrlich: Zoey zuzuhören lenkt mich ab von dem was sie sagt. Sie spricht so schön. Wenn sie nicht im Café arbeitet, dann singt sie übrigens.
(Vielleicht auch manchmal im Café, aber nicht so lange ich da war.) Nach einem ausführlichen Spaziergang auf ihrer Seite, den ich hier mit erheblicher Verblüffung begonnen habe, kann ich nun sagen, ihr Gesang fasziniert mich nicht minder.
"Ice princess" is what first comes to my mind when I see Zoey in a cafe in Berlin. Zoey is a true blue Berlin girl: "Third generation." She mentiones this for the reason that it's not too easy to meet original inhabitants in Berlin, especially in her district. "I'm proud of it!" she says and laughs and I'm lost. Her grandfather was a shoemaker at Prenzlauer Berg, at least I seem to remember that she said shoemaker. To tell the truth; listening to Zoey is distracting me from conceiving what she tells. She's speaking in a such a nice way. When she's not working at the cafe she also sings. (Maybe sometimes at the cafe as well, but not as long as I was there) After a delightful excursion to her site, which I started quite astonished here, I can tell; listening to her singing is fascinating me as well and definitely worth it.


Zoey drückt sich musikalisch auf unter­schiedlichste Weise aus. Zum Beispiel spielt sie manchmal gemeinsam mit einem Akkordeonisten in Berliner Altersheimen Stücke von Brecht und Weill, und allerlei anderes aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Die dem Vortrag lauschen begeben sich nicht selten auf eine Zeitreise in die eigene Kindheit oder gar Jugend. "Das ist schön" sagt Zoey.
Über meine Assoziation der Eisprinzessin freut sie sich: "Ja, ich zieh mich mal an wie 'ne Schneeflocke, dachte ich." Zoey trägt gern weiß oder bunt. Oder bunt und weiß: "Jedenfalls nicht gerade schwarz, grau oder blau, wie das im Winter so üblich ist."
Was im Leben wichtig ist? "Die Liebe."
Während ich hier so vor mich hinschreibe läuft übrigens im Hintergrund Zo(e)lec­triCity.
Zoey has diverse forms of musical expression. For instance she sometimes performs together with an accordionist in retirement homes. They play pieces of Brecht and Weill and other stuff from the first half of the last century. Those who listen to them often go on a journey through time, back to their childhood or youth. "That's very nice." Zoey says.
When I tell her about my ice-princess association she's pleased. "Yeah, I thought to myself I could dress up like a snow­flake." Zoey likes to clothe herself in white or in colourful.  Or in white and colourful: "Anyway, not in black or grey or blue, like most people in the wintertime."
What she considers important in life? "Love."
While I'm writing all this I'm listening to Zo(e)lectriCity, by the way.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Reiseglück





Die letzten Tage habe ich (hurra) in Berlin verbringen dürfen und dort habe ich mich am Sonntag auf den Weg gemacht um den Travelettes Christmas market zu besuchen und dort vielleicht Katja kennenzulernen, die ihn mitorganisiert. Katja fotografiert für ihren Blog Glamcanyon Menschen auf den Strassen Berlins und der Welt. In Berlin lebt sie, durch die Welt reist sie. Und zwar oft und gern und am liebsten allein. Und weil sie so gern bloggt hat sie auch noch Travelettes- backpacking in heels ins Leben gerufen, den sie gemeinsam mit 12 anderen Frauen schreibt. Das Reisen hat sie früh für sich entdeckt, ihr Zuhause trägt sie in sich selbst: "Facebook und Twitter machen es natürlich auch leichter Kontakte zu halten." Katja beschreibt sich selbst als verwurzelten Menschen mit starkem Rückhalt in der Familie: "Vielleicht kann ich gerade weil ich so verwurzelt bin so gut reisen." Worauf es ihr im Leben ankommt? "Glücklich sein. Ich frage mich immer: Katja, bist du glücklich? Oder wie könntest du noch glücklicher werden?" Das Leben vergleicht sie mit einem Tablett voller Möglichkeiten: "Und es wäre doch töricht nicht zuzugreifen."

Was Katja so macht unterwegs? Zum Beispiel dies:
I took the chance to stay in Berlin for a few days and there I visited the Travelettes Christmas market on sunday. I was curious to meet Katja, one of the organizers. For her blog Glamcanyon Katja takes photos of people on the streets in Berlin, where she lives and (almost) the whole world, where she travels. For the reason that Katja loves travelling she travels a lot, and she enjoys most to travel alone. She also loves blogging, and so she founded  Travelettes - backpacking in heels, a blog she writes together with 12 other women. Early in her life she discovered her passion for travelling, she contains home within herself: "Of course it is much easier to stay in touch with friends by using twitter or facebook." Katja describes herself as a rooted person with a strongly backed up by her family: "Maybe beeing rooted is excactly the reason why it is so easy for me to travel the world." What she considers important in life? "To be happy. I always ask myself: Katja, are you happy? Or what could you do to attain more happiness?" She collates life with a tray full of possibilities: "And wouldn't it be foolish not to help oneself?"

What Katja does while she's travelling? Well, this for instance:


Bangkok smiles from Travelettes on Vimeo.

Freitag, 2. Dezember 2011

Eigentlich





"Man sagt ja sehr oft 'Eigentlich...', aber man muss auch den Mut haben, dass das Eigentlich wahr wird. Immer wieder." Das ist Herr Hasumis Antwort auf die Frage, worauf es im Leben ankommt, und er lacht, während er das sagt: "Das ist nicht immer so leicht."  Herr Hasumi ist Laute­nist, Frau Abe spielt Geige. Als ich sie anspreche sind sie mit raschen Schritten auf dem Weg in die Minoritenkirche, wo sie mit weiteren Musikern ein Benefizkonzert für Japan spielen.
Beide leben seit Anfang der 90iger in Deutschland und beide haben hier ihr Musik­studium absolviert. In dieser Zeit haben sie sich kennengelernt, auch wenn sie an unterschiedlichen Hochschulen in verschiedenen Städten waren.  Nun leben sie gemeinsam in Köln, und wer sie gerne zusammen spielen hören möchte drückt unten auf den Play-Button.
Ich frage Frau Abe nach ihrem Mantel, und sie erzählt erstaunliches darüber: Im Alter von ungefähr 11 Jahren hat sie ihn in Japan gekauft, und seitdem trägt sie ihn: "Ich hab ihn schon seit 30 Jahren." Auch Herr Hasumi hat seinen Mantel schon lange: "Bestimmt seit 15 Jahren."
Ich bin beeindruckt: 15 Jahre ist schon eine lange Zeit. 30 Jahre alt ist auch der Mantel dieser Dame, die ich kürzlich getroffen habe. Aber ein Kleidungsstück, dass man beinah ein Leben lang besitzt und trägt, hat in meinen Augen eine besondere Würdi­gung verdient.
Welches Kleidungsstück  tragt ihr schon lang und gern, und warum?
"The word is often 'Well, actually...' but it is necessary to let this acually become true. Again and again. " This is Mr. Hasumis reply on my question what he considers important in life, and he says it laughingly. "It isn't always that easy." Mr. Hasumi is a lute player and Mrs. Abe plays violin. When I appraoch them they are heading at full pace towards the Minoriten-church, where they are about to give a charity concert for Japan together with other musicians.
They both are living since the early 90ies in Germany, and they both have studied music here. During this time they have  met each other, although they were living and studying in different cities. Now they are living together in Cologne, and if you like to hear them play together, you may press the button below.
I ask Mrs. Abe about her coat and she tells an amazing story; when she was something like 11 years old she had bought in Japan and since then she's wearing it: "I have it since 30 years yet." Mr. Hasumi owns his coat since quite a while, as well: "About 15 years for sure."
I'm impressed. 15 years is quite a while. The coat of this woman I've met the other day is 30 years old also. But a piece of clothing which one owns and wears almost since forever deserves a special appre­ciation in my opinion.
Which peace of clothing do you own and wear since a long time, and why?






Uccellini Sonata Op42

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Einer mehr im Raum


Heute Abend findet im Berufskolleg in Ehrenfeld die Auftaktveranstaltung zur Bürger­beteiligung  Heliosgelände statt. Der Bezirksbürgermeister lädt dazu ein. Weil er das auf sehr zurückhaltende Weise tut, wie mir scheint, so dass man es glatt übersehen könnte, helfe ich einfach mal ein bisschen mit beim einladen.

Berufskolleg Ehrenfeld, Weinsbergstrasse 72 (Eingang Piusstrasse), 19:30 geht's los. Karte

Ich kann von mir selbst nicht behaupten, dass ich  politisch sonderlich versiert oder aktiv wäre. Ich bin nicht einmal übermäßig informiert. Ich kann aber, aus bürgerlicher Anwendersicht quasi, mit Bestimmtheit sagen, dass ich gegen ein Einkaufszentrum auf dem Heliosgelände bin.
Deswegen werde ich heute abend einfach einer mehr im Raum sein, um so zu zeigen, dass das Heliosgelände und Ehrenfeld was Besseres verdient haben als einen schnöden Konsum­tempel.
Wer sich ein wenig ins Thema einlesen möchte kann dies ganz prima auf der Seite der BI Helios tun, und hier im Blog gabs auch schon was zum Thema. 

Montag, 28. November 2011

Be happy





 Manch Werktätigem, der sich im Zustand der verzehrenden Sehnsucht nach erhol­samen Urlaubstagen befindet, mag dies ein Trost sein: auch Touristen sind durchaus mit weltlichem Ungemach konfrontiert. Ich weiß das, weil ich von Zeit zu Zeit auf Reisende treffe, deren am offenbarsten zu Tage tretender Grundzustand der folgende ist: die Eile. Stets gilt es Termine ein­zuhalten: der Bus zur Sightseeing-Tour will erreicht werden, die Messe im Dom beginnt sekündlich, die Führung durch die üblichen Kölner Brauhäuser steht an und allerlei solcherlei Gründe treiben die Welten­bummler hektisch voran.
Auch Mrs. M. aus Süd-England hat wenig Zeit, und einen guten Teil dieses kostbaren Gutes verwenden wir  für die Klärung, dass ich "Nein, keine Touristenfotografin" bin und sie "Nein, kein Geld" für das Foto bezahlen muss. In schnellstem Englisch erkläre ich sodann mein Ansinnen und schließlich darf ich sie gern fotografieren. Mrs. M. ist 78 Jahre alt, und sie spricht ein wunderschönes Englisch. Sie ist für eine Woche in Deutschland, und mit (Niesel)­Regen kennt sie sich aus. Früher war sie in einem Hotel als Bedienung angestellt, und das Allerwichtigste, vetraut sie mir im Weggehen mit königlich weise anmuten­dem Akzent an, ist "To be happy." Ob sie denn glücklich sei, frage ich, die Antwort ahnend: "Oh, yes."
Many a workers, beeing in a yearning state for restful holidays,  may take comfort in knowing that even tourists have to deal with profane circumstances. I know this, because from time to time I approach travellers, whose  basic situation quite often most obvious is dominated by the following: hurry. Always it is necessary to be on shedule: the sightseeing-bus is leaving in a minute, the mass at the cathedral is about to start, the cologne-brewhouse-tour is coming up and a number of things like this hurry the globetrotters along.
Mrs. M. from South-England also is short of time, and quite a good bit of this time we spend by clarifying that "No, I'm not a tourist-photographer" and "No, she wouldn't have to pay" for the picture. In most quick english I try to explain my request and finally, with pleasure, I may take a photo of her. Mrs. M. is 78 years old and her english tongue sounds wonderful to me. She's in Germany for one week and she's very familiar with (drizzle)-rain. In earlier days she was working as a waitress in a hotel and the most important thing in life, she entrusts to me while she walks ahead, with a queenly wise sounding english accent, is "To be happy." If she herself is happy, I ask, anticipating her answer: "Oh, yes."

Sonntag, 27. November 2011

Sonntagsstadt


Sie war zwar heute verkaufsgeöffnet, die Stadt, hat sich aber doch von erstaunlich ruhiger Seite gezeigt. Vielleicht war es auch in mir selbst einfach ruhig, so dass ich mit entsprechendem Blick die Dinge sehen konnte. Wer mag das mit Bestimmtheit wissen?
Den einen oder anderen Stadtspaziergang hat es hier ja schon gegeben. Es folgen nun, in chronologischer Reihenfolge, ein paar Bilder vom heutigen.
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Although the city was open to business today I could witness a quite relaxed atmosphere around. Maybe I simply was calm myself, so that I had an appropriate view on things. Who knows?
I've posted one or another citywalk yet, and here are some moments of my sunday-stroll from today, in chronological order.
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Samstag, 26. November 2011

En passant, sozusagen


Zwölf Samstage ist der Rothaarigentag her, und ich bleib meinem bummeligen Ver­öffentlichungsrhythmus treu, der sich dies­bezüglich nun mal eingeschlichen hat. Den Jungs und den Männern, denen meine über­wiegende fotografische Aufmerksam­keit gegolten hat, folgen heute nun also immerhin wenigstens ein paar Fotos von weiblichen Besucherinnen in Breda, die allerdings  mehr oder weniger nebenbei entstanden sind.
Leslie aus Ohio war gemeinsam mit einem rothaarigen jungen Mann unterwegs, und wie um die Aussage von Race aus dem Männer-Post zu bestätigen habe ich so­gleich nachgefragt, ob sie wohl Ge­schwister sind. Nein, Geschwister sind sie nicht, ganz im Gegenteil: beim Rot­haarigen-Tag hatten die beiden noch vor sich, was inzwischen hinter ihnen liegt - den Tag ihrer Hochzeit. Beste Wünsche winke ich rüber nach Holland Ohio, wo die beiden gemeinsam leben.
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Twelve weeks ago the Redhead day took place in Breda, and I continue with my delayed postings concerning this subject. After The boys and The men, who stood in the center of my attention that day,  today I will publish at least a few pictures of raedheaded women and girls, which I more or less took en passent, so to say.
I met Leslie from Ohio  together with a young redheaded man, and as if I wanted to approve Races words I asked them if they were siblings. No, they were not, quite the opposite: at the readhead day they were looking forward to an event which now is in the past, yet: their marriage. All the best to you, I say from here to the Netherlands Ohio, where they live together.
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Donnerstag, 24. November 2011

Wärmendes Wams





Vor über dreissig Jahren hat Frau Z. ihren karierten Mantel in einem kleinen Laden beim Dom gekauft. Weil sie keinen Pulli und keine Strickjacke darunter tragen kann, hat der Mantel üblicherweise ab November temperaturbedingte Tragepau­se. Nicht so allerdings in diesem Jahr: "Es ist ja ungewöhnlich mild. Die Pappeln haben noch nicht mal alle Blätter ver­loren." Trotzdem trägt Frau Z., quasi als Strick­jackenersatz, ein wämendes "Wams", wie sie es nennt. Das hat sie selbst ge­webt: "...und mit einer alten Seidenbluse ab­gefüttert." Viele Stücke im Kleider­schrank von Frau Z. sind mehrere Jahr­zehnte alt: "Die Sachen gehören wirklich zu mir."
Frau Z. ist im 83. Lebensjahr, und weben tut sie noch immer. Sie hat in Karlsruhe Architektur studiert: "Da war ich noch so jung, das war gerade nach dem Krieg." Das Bauhaus hat sie fasziniert und die neue Sachlichkeit. Frau Z. hat Kinder bekommen und großgezogen, und erst mal nicht mehr gearbeitet. "Mit 40 hab ich  dann was Neues angefangen, da war ich Berufsschullehrerin." Als Diplomingeni­eurin hat sie Lehrlinge im Baubereich unter­richtet, aber auch beispielweise Foto­grafen: "Mit denen habe ich dann über menschliche Gebrauchsspuren auf Wegen oder Zebrastreifen diskutiert."
Auf meine Frage, was im Leben wichtig ist zitiert sie Eugen Drewermann: "Es gibt ein Wort, das habe ich in einem seiner Bücher gelesen: überlieben. Man kann andere Menschen überlieben, aus einem tieferen Verständnis heraus. Also 'über' im Sinne von mehr."
More than 30 years ago Mrs. Z. bought her chequered coat in a small boutique near the cathedral. For the reason that no sweater and no cardigan would fit under the coat it usually, due to the weather, has it's time off from november on. But not this year: "It's exceptionally mild weather. The poplars didn't even defoliate yet." But anyway Mrs. Z. wears a warming waistcoat on top. It's self-woven: "...and I lined it with an old silk-blouse." Many clothes in her wardrobe are several decades old: "They really belong to me."
Mrs. Z. is almost 83 years old and she still is weaving fabrics. She has studied Architecture in Karlsruhe: "I was so young, it was right after the war. " Bauhaus fascinated her and the New Objectivity. Mrs. Z has given birth to her children and so she first didn't work for a while. "When I was 40 I've started something new, I became vocational college teacher." As a graduated engineer she educated students of the building industry, but for example photographers, as well: "With them I was talking about human traces of usage."
On my question what she considers important in life she quotes Eugen Drewermann:" There is a word of him I've read in one of his books: over-love. You can over-love somebody, out of a deeper understanding. So, 'over' in the meaning of more."

Mittwoch, 16. November 2011

Tea with cinnamon





Linda ist 18 und geht noch zur Schule. Sie hat vage Pläne für die Zukunft, die konkret mit anderen Ländern und anderen Spra­chen zu tun haben: "Auf jeden Fall möchte ich erst mal für eine Weile ins Ausland." Ich frage Lena was sie umtreibt, was sie fasziniert und beschäftigt: "Theater" ist die Antwort, und dafür muss sie nicht lange überlegen. Mit ihren Freundinnen hat sie eine Theatergruppe gegründet, die aus­schließlich aus jungen Frauen besteht. Es gibt einen männlichen Regieassistenten, und ganz manchmal auch einen männlichen Darsteller. Aber das sind die Ausnahmen. Demnächst kann man die Truppe mit ihrem neuen Stück auf der Bühne der Kulturen sehen: "Tea with Cinnamon" lautet der Titel, und Lindas Beschreibung klingt sehr vielversprechend. Elf  reale Frauenfiguren aus verschiedenen Epochen treffen Ende der 20iger Jahre in einem Circus auf­einander - hier ist eine wohlformulierte Programmankündigung zu finden. "Die Frauen sind alle irgendwie gescheiterte Existenzen, und nun treffen sie sich, und lernen dabei neue Kraft zu finden." erklärt Linda salopp, und zählt ein paar der Charaktere auf: Edith Piaf, Marlene Dietrich, und eine mir unbekannte mo­derne Serienfigur. Die "gescheiterten Existenzen" klingen in meinem erstaunten Ohr nach, und neben Verblüffung macht sich echte Neugier in mir breit. Wer das Stück sehen möchte: am 12. und 19. 12 um 20 Uhr, im Herzen von Ehrenfeld.
Die Theatergruppe ist für Linda sehr wichtig: "Theater und Freundeskreis ist quasi identisch." Diejenigen, die gerade nicht auf der Bühne mitspielen, machen das Catering oder solche Dinge.
Lena hat sich übrigens die Rolle der Edith Piaf ausgesucht
Linda is 18 years old and she's still visiting school. She has some vaguely plans for her future, which concretely concern foreign languages and foreign countries: "I definitely want to go abroad for a while." I ask Lena what keeps her busy, what is fascinating her: "Theatre." she replys, and she doesn't have to ponder. With her friends she founded a theatre-group which consists only women. There is a male AD, and sometimes a male actor, but they are the exceptions. In the near future the group will present their latest play at the "Stage of cultures" in Cologne. It's called "Tea with cinnamon" and Lindas description sounds very promising to my ears. Eleven real existing female figures of diverse epochs come toghether in a circus in the late twenties. "Those women all kind of failed. Now they meet each other and they learn how to get encouraged again," Linda explains, putting it crudely. She tells some of the characters names: Edith Piaf, Marlene Dietrich and a character of a modern tv-series, which is unfamiliar to me. Those "failed women" arouse my interest and beside bafflement my curiosity is excited. If you like to see the play: at the 12th and 19th of december, here.
The theatre-group means a lot to Linda: "The circle of friends and the theatre-group is more or less identical." Those who are currently not playing on stage do the catering, or things like that.
Lene, by the way, is playing Edith Piaf.

Freitag, 11. November 2011

Ver- oder Kleidung?





Wenn man gemächlich mit dem Fahrrad durch Köln fährt ist man genauso schnell wie die U-Bahn. Das weiß ich, weil mir Svenja das erste Mal auffällt als sie ziel­strebig die Stufen zur Verkehrs-Unterwelt hinabeilt. Das nächste Mal, wenige Minuten und 4 U-Bahnstationen später, sehe ich sie, als sie gerade wieder die Oberwelt er­reicht. Prima, denke ich, nun kann ich sie doch noch fragen, ob sie wohl ver- oder aber gekleidet ist. Wen diese Frage wundert, dem sei an dieser Stelle der heutige Sessionsbeginn des Kölner Kar­nevals in Erinnerung gerufen.
Kaufhauskostümierte zu erkennen ist, ich hab es bereits angedeutet, so leicht wie langweilig. (Wenngleich das Tragen eines Kuh- oder Eisbärenkostüms mitunter aben­teuerlich zu enden vermag.) Schwieriger ist es hingegen, Verkleidungen als solche zu identifizieren, die unbedingt alltags­tauglich wären. Wenn auch keine iro­nisierenden Accessoires Aufschluss geben, kann man nur mutmaßen oder eben nachfragen.
Ich frage nun euch: trägt Svenja Kostüm oder Kleidung?
If you ride through Cologne by bike in an easygoing tempo you are as fast as the subway. I know that, because when Sonja first caught my attention she was entering the stairs to the traffic-underworld. I saw her again a few minutes and four stations later, when she just reached the the street again. Great, I thought to myself, now I can ask her if she's disguised or simply dressed. For those who are bewildered by this question: today the Cologne carnival began.
Recognizing people wearing departement-
store disguises is easy and boring at the same time; I've mentioned that before. (Eventhough owning those disguises may become adventurous: Today's the start of the court-proceedings because 2 young men where robbed last season: they had to hand out their cow- and ice-bear costume to the thiefs.)
Anyway, it's much harder to identify a costume if it perfectly would be suitable dor daily use. If no ironical accessoires are giving a hint you either make a guess or you need to ask.
Now I ask you: Is Svenja wearing a costume or her all-day-clothes?

Montag, 7. November 2011

Mirrormen





Na, auch irritiert vom ersten Bild? Ganz sicher hätte ich Andrew (rechts) und Byron nicht angesprochen, wenn sie schon als Mirrormen unterwegs gewesen wären.
Als mir Byron mit rotem Haar und eng­lischer Sprache auffällt stehen die beiden aber noch etwas unschlüssig in einer Ecke hinter dem Dom, wo sie soeben das  städtische Ordnungsamtspersonal vor Ort kennenlernen durften. Um sich für ihre Performance umzuziehen suchen sie sich also zunächst ein anderes Plätzchen, und ich begleite sie dabei.
Andrew und Byron kennen sich aus Seattle und gemeinsam reisen sie nun  durch Europa. Byron lebt seit einer Weile in Malmö in Schweden. Dort besucht er eine Schule für "international relations", wo er zum Beispiel in der Kunst der Diplomatie unterrichtet wird. Andrew arbeitet in Seattle als Architekt. Ihre Reise hat sie bislang von Göteborg nach Zürich, über den Bodensee nach München, Berlin und Köln geführt. Morgen geht es weiter nach Amsterdam, Paris steht noch auf dem Plan, und einiges mehr: "Wir sind bis Mitte Januar unterwegs." Die Mirrormen-Nummer trägt zur Finanzierung der Reise bei und bislang klappt das ganz gut.
Well, amazed by the first pic, as well? For sure I wouldn't have approached Andrew (on the right side) and Byron if they already were dressed as mirrormen.
When Byron's read hair and english tongue caught my attention they were standing quite uncertain in some corner behind the cologne cathedral, because they just picked up with the local public order office. To get changed for their per­formance they decide to find another place, and I accompany them.
Andrew and Byron know each other from Seattle and now they are travelling together through Europe. Byron lives in Malmo, Sweden, since a while and there he visits a school for international relations. He learns important things like diplomacy there. Andrew works as an architect. They travelled from Gothenborg to Zurich, Constance. Munich, Berlin and now Cologne. Tomorrow they'll leave to Amsterdam, later Paris and a lot of more  places: "We'll be on the road until january." The mirror-men performance is helping to finance this journey, and that works out quite fine so far.



Die Anzüge haben sie in langwieriger Kleinarbeit selbst angefertigt; näheres dazu kann man auch auf ihrem Blog er­fahren. So ewig lang wie ich vermutet hätte sind die beiden noch gar nicht be­freundet: "Seit drei Jahren ungefähr." Während sie sich umziehen reden wir ein bisschen, und als Andrew mir dann als erster sein Spiegelgesicht zeigt merke ich , wie seltsam es doch ist, nicht mehr darin lesen zu können: "Wenn wir gefragt werden, ob wir für ein Foto posieren, dann lächele ich immer" erzählt Byron, "obwohl es ja gar niemand sieht."
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They prepared and constructed their mirrormen-suits by theirselves in a time-consuming datail-work. More you can read about this in their mirrormen-blog. Andrew and Byron aren't friends since such the long while, I would have expected: "Since about three years." While they get changed we talk a bit, and when first Andrew is presenting his mirrorface to me I realize, that it's quite strange that I can't read in it anymore. "If people ask us for a photo I always smile, " Byron says. "Although nobody can see it."
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Samstag, 5. November 2011

Die Männer, erste Runde


Heute, ja heute soll es endlich passieren: den Jungs folgen die Männer. Und zwar die rothaarigen, die ich vor nun schon zwei Monaten in Breda beim diesjährigen Red-head-day getroffen habe. Ja ja, top­aktuelle Berichterstattung geht anders, weiß ich auch...
Peter aus England ist das erste Mal in Breda. Seit seinem 18. Lebensjahr hat er seine Haare nicht mehr abgeschnitten, und das ist nun schon über 20 Jahre her. Inmitten all der rothaarigen fühlt er sich wohl, und als ich ihm prophezeie, dass er sicher sehr häufig fotografiert werden wird, bleibt er gelassen: "Normalerweise bin ich eher nicht der Typ, der  gerne viel Aufmerksamkeit erweckt. Ich bin nicht so der Pfau. Aber hier ist es was anderes, ich bin glücklich hier zu sein." In seinem alltäglichen Lebensumfeld ist er keines­wegs der einzige (Mann) mit roten Haaren. Und trotzdem empfindet er es als be­wegend sich in Gesellschaft so vieler anderer Rothaariger zu befinden: "Ich habe gestern mitbekommen, wie es langsam immer voller wurde in Breda, immer mehr Menschen mit roten Haaren. Das war einfach toll."
Todays's the day: the men finally follow the boys. Namely the red-heads who I've met at this years redhead-day in Breda. Well, this is no up-to-the-minute report at all, I know...
Peter is from England and it's his first time in Breda. Since he was 18 he didn't cut his hair no more, and this is so for about 20 years now. He feels very comfortable among all those redheads, and when I predict, that he will be asked for a photo very, very often, he keeps cool: "Usually I'm not the guy who likes to be in the limelight. I'm not peacocking, you know. But this is different, I'm very happy to be here." He's not the only redhead (man) in his daily surrounding, but anyway he feels touched meeting so many other redheads: "Yesterday I could see how Breda was getting kind of crowded with redheads, more and more were arriving. That was simply great."



Diesen jungen Mann habe ich bei der Eröffnungsveranstaltung am Groote Markt fotografiert. Da wollte ich ihn nicht stören. Das nächste Mal saß er in einem Cafe am Hafen beim essen. Und ich wollte wieder nicht stören. Am Ende hab ich ihn nicht mehr gefunden; Was lerne ich daraus? Chancen soll man nutzen, wenn sie sich bieten. Weiter geht's, bitte hier entlang....
First I saw this guy at the big opening at the Groote Markt. But I didn't want to disturb him then. Later I saw him again, at a restaurant at the harbour where he was eating. Again I didn't want to disturb him. Finally I didn't meet him again. What do I learn from this? You need to catch your chance at the right moment. See more, please follow....

Dienstag, 1. November 2011

Leseförderung





Bevor Herr E. mich sieht bzw. die Worte, die ich an ihn richte, hört, vergehen lange Sekunden, in denen seine komplett unge­teilte Aufmerksamkeit seiner Kamera gilt. Oder vielmehr dem, was er dadurch sieht, irgendwo weiter oben, himmelwärts. Ja, ich darf ihn fotografieren, und weil er seine Kamera schon mal in der Hand hat, macht er währenddessen auch ein Foto von mir, weil er es zu komisch findet wie ich dastehe. (Falls er es mir schickt, werde ich es nachträglich anfügen)
Herr E. ist seit 13 Jahren Hausmann und Vater von zwei Söhnen, die 15 und 16 sind. Davor war er Buchhändler, und den Büchern ist er auch treu geblieben: "Ich arbeite morgens in der Bibliothek einer Grundschule." Nun sitzt Herr E. aber nicht spröde hinterm Pult und stempelt Aus­leihdaten in vergilbte Laufkarten: "Wir machen da Leseförderung. Die Schule ist in einem sogenannten sozialen Brennpunkt. Der Rektor der Schule ist sehr engagiert, er hat viele Förderungen und Unterstützungen beantragt, so dass es möglich ist sowas anzubieten." Was gelesen wird ist gar nicht so wichtig; es geht eher darum die Kinder überhaupt zum Lesen zu animieren und einzuladen: "Manche bringen auch 'ne Bravo mit, die lesen wir dann zusammen. Es geht schon lebhaft zu dabei."
Before Mr. E finally realized me standing beside him, trying to approach him, some long seconds dragged by. He gave all his undevided attention to his camera, resp. to what he was seeing trough his lense, somewhere upwards in the sky. Yes, he agreed that I take his photo, and just because he had his own camera in his hand, he took a picture of me, as well, because he thought my pose was so funny  while I was shooting him. (If he sends it to me, I will add it.)
Since 13 years Mr. E is home-husband, and he's father of two boys at the age of 15 and 16. Formerly he used to be a book seller, and today he's still busy in books: "I work at a school-library in the morning" But Mr. E doesn't simply stamp periods of loan on yellowed batch cards: "We encourage the kids to read. The school is located in a so called deprived hot spot, and the dirctor is very involved in all this; he proposes for all kinds of sponsor-ships and fundings, so that this work is possible, at all." It's not that important what the kids are reading, it's all about inviting them to read at all: "Some of them bring a 'Bravo', and then we read it together. It's quite a vibrant thing."



Meine Frage, was ihm im Leben wichtig lässt Herrn E.s Blick nachdenklich in die Weite schweifen: "Ja, das ist so eine Frage, auf die man gerne eine Antwort parat hätte..." sagt er und überlegt weiter: "Ich versuche ein verträglicher Mensch für andere zu sein, eine Resonanz für andere zu haben... Ja, und ich bin froh, in einer Demokratie zu leben. Freiheit, die Verfassung... 'Die Würde des Menschen ist unantastbar'; das müßte man noch viel deutlicher herausstellen. Das sind alles wertvolle Dinge im Leben."
The question what he considers important in life makes Mr. E stare ponderingly into the distance for a long moment: "Well, this is a question one would like to be prepared for..." he says, still reflecting. "I try to be a peaceable person for others, I try to respond to others. Well, and I'm glad to live in a democracy. Freedom, constitution... "The dignity of men is unimpeachable", that should be even more prominent. All these things are precious in life."

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Kaffee hoch


Zu meiner täglichen email-Routine gehören Anschreiben, die, so unterschiedlich die Produkte auch sein mögen, die den/die Schreiber veranlasst haben sich zum Zwecke der Gewinnmaximierung an mich und vermutlich Hundert andere Blogger­­innen zu wenden, gewisse äußerliche und inhaltliche Gemeinsam­­keiten aufweisen:
Unterschiedliche Schrifttypen und -größen lassen schnell erkennen, dass vorgefertigte Texte hastig individuell anzupassen ver­sucht wurden. Dabei  entstandene Flüch­tigkeitsfehler, wie z. B. das Nicht-löschen von Formulierungsoptionen, die unter Zuhilfenahme des Slash-zeichens vorberei­tet wurden, tragen zum einen zur unfrei­­willigen Komik bei. Zum anderen aber entlarven sie den Absender als kalkuliert handelnden Menschen und legen die Ver­­mutung nahe, dass Manipulations­absichten nicht nur vorhanden sind, sondern durchaus dominieren.
Überschwängliches Lob und niederträchtige Schmeicheleien runden diesen Eindruck ab.

Lange schon hab ich mit dem Gedanken gespielt, mal ein passendes Antwort­schreiben zu verfassen. Den Duktus nach­zuempfinden fiel, angesichts der Viel­zahl der im Laufe der Zeit eingegangenen mails, nicht allzu schwer.
Bitte sehr, hier geht's los:
My daily-email-routine includes proposals, which are inspired by the wish to optimize the profit of quite a variety of different products. Of course they are sent not only to my account; hundreds of bloggers receive them, as well. Those emails bear a formal and contentual similarity;
Variying fonts and font-sizes indicate that someone has made a hastily try to customize pre-draftet letters, to make them occur individual. Careless mistakes usually come along, for example not to delete semantic options, which are prepared with the help of the slash-sign. This, on one hand,  brings out uninten­tional humour. On the other hand it tells, that the sender is a calculating person, and this must arouse suspicions that mani­pulation strategies doesn't only  exist; they probably dominate.
Exuberant compliments and villainous flatteries complete this impression.



Since a while I've planned to write an answer in the same manner. Well, today I've done so! But: only in german...I'm sorry..
Read more, anyway...



Mittwoch, 26. Oktober 2011

Hofballett





Auf Berenikes Visitenkarte stehen drei Adressen: eine befindet sich in einem kleinen Ort in Oberösterreich, eine in Paris und seit kurzem hat sie auch eine Adresse in Köln. Berenike hat  Theaterwissenschaft studiert, zuerst in Wien, dann in Paris, wo sie die letzten 10 Jahre gelebt hat. Darüberhinaus hat sie eine Schauspiel­ausbildung an einer Privatschule absol­viert, und so kommt es, dass sie auch als Schauspielerin arbeitet: "Das mach ich aber hauptsächlich in Paris, da bin ich in einem kleinen Ensemble." Ich frage, ob sie eine Lieblingsrolle hat: "Oh.." Berenike über­legt: "Jede Rolle, die ich gerade spiele." Momentan schreibt Berenike ihre Doktor-Arbeit: über das französische Hofballett. "Ich hab einmal eine Aufführung einer Compagnie in Paris gesehen, L'Eventail. Das war ganz anderes Ballett als ich es kannte; viel weicher." Das hat sie sehr begeistert. Früher, am Hofe Ludwig des XIV., erklärt Berenike, da war Ballett auch viel weicher in der Bewegung. "Und es waren eher die Männer. die getanzt haben. Heute ist Ballett ja überwiegend weiblich konnotiert, man denkt an die Prima­ballerina und so. Damals haben oftmals Männer die am politischen Leben beteiligt waren, oder die im Krieg gekämpft hatten, getanzt. Das ist ein bisschen, als würden die GI's heute tanzen, nachdem sie aus Afghanistan kommen."
Three addresses are printed on Berenikes card: one is located in a little village in Upper Austria, one in Paris and since a little while there is a third address in Cologne. Berenike has studied theatre studies in Vienna and Paris, where she has lived for the past ten years. In addition to her study she completed a training at a private acting school, and for this reason she works as an actress, as well: "But mainly I do this in Paris, I'm part of a small company there." I ask her, if there is any character she likes most: "Oh..." Berenikes thinks for a moment: " Always the character I play at present." Currently Berenike is writing her thesis on  french court balett. "Once I've seen a performance of a company in Paris: L'Eventail. It was a totally different ballet than I used to know, it was much softer." She was very delighted. In earlier times, at the court of Louis XIV., she explains, ballet movements also used to be more soft. "And back then mostly men used to dance. Today ballet primarily is connoted feminine, prima ballerina and all this. At that time often men who were involved in politics or who have been at war, used to dance. It's like the todays GI's were dancing after coming home from Afghanistan."

Montag, 24. Oktober 2011

Immer jetzt





Für ihren Beruf ist Frau Luig viel unter­wegs, und dabei tifft sie auf Menschen die nicht unbedingt viel, dafür aber lange unterwegs sind, bzw. waren. In der Regel kommen diese Menschen nämlich aus Japan, wie Frau Luig selbst übrigens auch. Sie allerdings lebt seit 44 Jahren in Deutschland; die Menschen die sie trifft hingegen haben ungleich weniger Zeit sich unserer Kultur zu nähern.
Im gesamten Rheinland, ab und zu auch in Frankfurt, führt Frau Luig Stadtführungen durch. Auf meine begeisterte Reaktion erwidert sie: "Ja, geht so. Es kommen weniger Touristen als vorher." Das liegt zum einen am Erdbeben und all seinen Folgen. "Es ist aber auch alles viel teurer geworden, es müssen fast doppelte Preise gezahlt werden. Zum reisen haben die Menschen kein Geld."
Die Frage, was ihr im Leben wichtig ist versteht Frau Luig etwas anders als sie gemeint ist: "Ich habe gar nicht viele Ziele." Sie überlegt einen Moment: "Aber ich nehme alles wichtig, was ist. Egal was ich mache, das nehme ich ernst. Und wenn es nur kochen ist. Was jetzt ist, ist wichtig. Und ich frage nicht nach etwas. Ich nehme an, was zu mir kommt im Leben."
Nach unserer sehr kurzen Begegnung, zu deren Beginn Frau Luig andeutet, dass sie in Eile ist, kann ich diese Aussage nur bestätigen. In diesen wenigen Minuten erlebe ich sie als mir sehr zugwandt, interessiert und hochpräsent. "Viel Erfolg." sagt sie beim Abschied.
Frau Luig ist übrigens 76 Jahre alt.
Mrs. Luig travels a lot, caused by her profession. She meets many people, who probably don't travel as much as she does, but they usually have had a long journey. Most of them are japanese, like Mrs. Luig herself. But she lives in Germany since 44 years; the people she meets have incomparably less time to get to know our culture.
In the whole Rhine-area Mrs. Luig offers guided city tours, sometimes in Frankfurt also. On my enthusiastic comment she replys: "Well, so-so. Less tourists are coming." This, for one reason,  is caused by the earthquake and it's consequences: "But prices are going up. People have to pay almost twice as much as before, and they don't have the money for travelling."
Mrs. Luig obviously understands the question, what she considers important in life, different than it's meant: "I don't have many aims." She ponders for a moment: "But I take everything that happens serious. No matter what it is, if I'm cooking or whatever it is. 'Now' is important. And I don't ask for anything. I accept life as it occurs."
After our very short meeting I simply can confirm these words. In the few minutes we share I witness her as very approach­able, totally on the spot and very interested. "May you do well," she says when she leaves.
Mrs. Luig, by the way, is 76 years old.

Samstag, 22. Oktober 2011

Zu zweit unterwegs


Zwei kleine Ausnahmen kennzeichnen die heutige, noch sommerliche Bildfolge: keine erläuternden Geschichten fügen sich erstens den Fotos der zweitens en passant fotografierten und mir somit unbekannt gebliebenen Menschen an. All dies ist zum größeren Teil dem Umstand geschuldet, dass ich derzeit aufs entschlossenste dem Motto der kürzlich erwähnten Ameise folge. Zum anderen macht Abwechslung aber auch das Leben bunt, nicht wahr. Los geht's, bitte hier entlang...
Two little exceptions characterize the todays series, which comes along quite summerly: no adding words for one thing tell the story of the for another thing en passant photographed people, which, for this reason,  I didn't get to know. All this mainly is due to the fact that I highly follow the principle of the lately mentioned ant. On the other hand diversion enriches life, does'nt it. See more, please follow...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

1000 Teile





Vor genau 2 Wochen bin ich an einem der letzten warmen Tage dieses Sommers Gitta begegnet. Recht zügig hatte sie, von rechts nach links und rollenderweise, meinen Weg gekreuzt. Mehrere Dinge sind mir gleich­zeitig durch den Kopf geschossen; z. B. ob sie etwas besonderes vor hat in ihrem braunen Kleid. Ob sie wohl einwilligen wird, dass ich sie fotografiere? Ob ich ihr mit diesem Ansinnen nicht gar zu nahe trete, weil sie im Rollstuhl sitzt. Und ob ihr über die Rückenlehne gehängter Rucksack nicht womöglich Taschendiebe anlockt.
Ach, und noch ein paar Kleinigkeiten mehr. Ganz ehrlich; so viele "ob's" versperren mir in der Regel nicht den Weg zu einem meiner potentiellen Blogbewohner. So unverkrampft wie ich es gerne hätte scheint es also nicht zu sein, mein Ver­hältnis zu Menschen mit einer Behin­derung. (Darf man 'Behinderung' beispiels­weise überhaupt sagen, oder verstößt man damit, wenngleich ahnungslos, schon gegen die Regeln irgendeiner 'political correct­ness'? oder besser 'social correctness'??)
Excactly two weeks ago, on one of the last few summer-days, I've met Gitta. Quickly rolling she crossed my way, from the left to the right. Quite some things crossed my mind immediately: if she, wearing this brown dress, was on her way to a special event. If she would agree that I take a photo of her. If I possibly would offend her with my wish, because she's bound to a wheel-chair. And if her bag, hung up on her back-rest, would'nt invite pickpockets.
Oh, well, and even some more things like this. To tell the truth: so many 'if's' usually don't bar my way to potential blog-residents. My relation to handicapped people obviously isn't as easy as I'd like it to be. (Is it allowed to use the word handicapped, for example, or is this already the first naive step into political incorrectness, or, more precisely,  social incorrectness??)


Um es kurz zu machen; der Weg, bildhaft ausgedrückt, zwischen Gitta und mir ist, warum auch nicht,  erfreulich leicht und kurz. Nein, sie hat nichts besonderes vor, sie nutzt lediglich eine der letzten Sonnenscheingelegenheiten das Kleid zu tragen. Dass ich sie fotografieren möchte freut sie, und meine Bedenken weil sie im Rollstuhl sitzt kann sie zwar nachvoll­ziehen, jedoch in keiner Form bestätigen. Nachdem ich Gitta fotografiert habe nehme ich auf einem kleinen Stromkasten am Wegesrand Platz. Stehen erscheint mir irgendwie unhöflich. So ein Gespräch im Sitzen (zumal unter Fremden) bringt die Qualität des Verweilens mit sich, die wiederum Wertschätzung für das Gespräch in sich trägt. Eine feine Sache, denke ich. Gitta überlegt, und nickt und stimmt mir zu.
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To cut it short, putting it in figurative words, my way to Gitta was easy and short, and why should'nt it, anyway? No, she does'nt have a special reason to wear the brown dress, she just catches one of the last chances to wear it, before summer is over. She feels pleased that I want to take photos of her, and eventhough she can relive my doubts concerning her wheel-chair-situation, she could'nt varify them in no way. After taking pictures of Gitta I take a seat on a small electricity box on the sidewalk. Standing occurs unpolite to me, somehow. Talking while sitting down (especially with a stranger) emerges a quality of staying, which on the other hand bears appreciation for the talk itself. That's  nice, I think, and Gitta ponders and nods and she agrees.
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