Mittwoch, 27. April 2011

Was bin ich? Teil zwei





Neben mir an der Ampel steht Uschi und hat so richtig gute Laune. Das zumindest denke ich, während sie noch telefoniert. Nachdem ich sie nämlich angesprochen habe, kommen mir erste Zweifel, ob ich nicht vielleicht gerade einen eher normalen Stimmungsmoment in Uschi's Leben mit­erlebe. Weil sie sehr in Eile ist begleite ich sie ein kleines Stück, um noch mit ihr reden zu können. Auf meine Frage was für sie wichtig ist im Leben, zählt Uschi ohne lange zu überlegen drei Begriffe auf: erstens Freunde, den zweiten Begriff kann ich nicht zuverlässig wiedergeben, ich glaube aber es war Familie, und als drittes Sprache. Das ist interessant, aber leider können wir das Thema nicht vertiefen, weil mir nur noch wenige gemeinsame Meter bleiben und ich gerne auch erfahren möchte, was sie beruflich macht. Und um es gleich vorwegzunehmen; es bietet sich nun wieder die Gelegenheit fröhlich mit­zuraten, um was es sich wohl handeln könnte. Nur soviel sei hier preisgegeben; für Uschi spielt der Wechsel der Kleidung eine bedeutsame Rolle, und so widmet sie ihrer Privatkleidung gern und bewußt Aufmerksamkeit.
Next to me at the traffic light Uschi waits, and she obviously is in a fantastic mood. Anyhow that's my impression while she's on her mobile. After I approached her I'm not sure anymore if I don't witness a quite normal mood of Uschi. She's in a hurry and so I accompany her, to grab my chance to talk to her. On my question what she considers important in life she counts three items; first friends, the second I can't recite for sure, but I think she said family,  and the third one is language. That to me sounds interesting, but unfortunately we can't delve into this subject, because in only a few steps we'll part company, and I'm curious about her profession, also. And to cut the matter short, this is another opportunity to make a lucky guess what this profession could be. Only this shall be let out; changing clothes is a matter of importance in Uschi's daily routine, and so she attentively chooses her private clothes.

Sonntag, 24. April 2011

Kwerfeldein


In diesen Tagen mach ich's wie die Herren auf der Wiese und ruh' mich ein wenig aus. Allerdings:  ich hab ausnahmsweise fremd­geschrieben: Martin Gommel von Kwerfeld­ein hat kürzlich freundlich angefragt, und so kam's. Bei ihm zu lesen ist nun ein Bericht über meinen Blog, der mir so am Herzen liegt. Und irgendwie ist eine solche Form des Resümees auch ein Geschenk an einen selbst, denn es bedeutet innehalten. "Was tu ich eigentlich, und worum geht es mir dabei?" Das ist die Frage die ich mir, zum wiederholten Mal, gestellt habe. Und auch wenn meine ganz persönliche Antwort an mich selbst dort nicht bis ins Kleinste nieder­geschrieben steht, so weiß ich doch genau, was mir das alles hier bedeutet. In diesem Sinne auch ein winkendes und herzliches Dankeschön an alle Leser/innen! Und an die Menschen auf den Fotos ohnehin. Denn ganz alleine in der Ecke spielen macht ja keinen Spaß.
Frohe Ostern noch!
Like those men, lying in the green grass, I take a little rest in these days. Although I've written a guest post for Kwerfeldein. Martin Gommel recently asked me for a short report about my blog which means so much to me. And for some reason this kind of résumé is a benefit for oneself as well. It means pausing to think: "What am I doing and why do I do it?" That's the question which, from time to time, arises. And even though I didn't write the very details of my personal conclusion, I can tell for sure, that all this means a lot to me. With this in mind a heartful and cheerful thanks to all my readers and of course to all the people I took photos of. Happy easter!

Mittwoch, 20. April 2011

Foto-Sally





Zwischen diesen beiden Fotos liegen viele Stunden. Das obere hab ich wirklich ne­benbei locker aus der Hand heraus foto­grafiert, als Sally sich nach ihrer Ankunft im Studio erst mal auf's Warte-Sofa be­geben hat. Das untere Bild ist, genauso nebenbei, nach getaner Arbeit aus einer übermütig-entspannten Stimmung heraus entstanden. Sally ist für mich ein Phä­nomen; sie ist toll vor der Kamera, und auch großartig dahinter, hinter ihrer eigenen nämlich.  Das erste Mal hab ich sie vergangenen Sommer fotografiert, nach­dem wir uns, ich weiß gar nicht mehr genau wie, über Blog und Internet kennengelernt haben. Ich hab mir ihre Ausstellung Stadtgeschichten angesehen, und seither haben wir erfolglos geplant uns mal auf "einen Kaffee " zu treffen. Das Wiedersehen gabs dann beim ersten Gesine Moritz-Lookbook, dass ich kürzlich fotografiert habe. Da war Sally als Modell dabei, und weil's so schön war hab ich sie auch für das nächste Shooting gefragt, am Rande dessen dann diese Bilder entstanden sind.
Sally selbst fotografiert aber auch, und zwar mit größter Leidenschaft. Ihre wunderbaren Momentaufnahmen kann man hier sehen, oder hier etwas über sie lesen, oder  einfach gleich auf ihrer eigenen Seite finden.
Vor kurzem hat Sally sich mit ihrer Foto­grafie selbstständig gemacht: "Das ist eine ziemliche Veränderung in meinem Leben. Ein bedeutender Schritt nach fast 20 Jahren Festanstellung in einem ganz anderen Beruf." Trotzdem hat sie absolut das Gefühl alles richtig zu machen. Auf meine Frage, was der wichtigste Aspekt bei all dem ist, antwortet Sally: "Freiheit. Ich entscheide jetzt selbst. Und diese Freiheit setzt Ideen frei; Inspiration."
Between these two photos many hours lie in between. The first one I took, as a very snapshot, when Sally arrived at the studio, and took her seat at the waiting-couch. The picture below I shooted on a whim of slaphappy-relaxation, after shooting-wrap. Sally to me is a phenomenon: she's great in front of the camera, and gorgeousbehind it, behind her own own namely. The first photo of her I took last summer, after we, I don't excactly remember how, came to know each other through my blog and the internet. I visited her exhibition "tales of a city", and since then we ineffectively tried to meet again for  a coffee or so.
Finally our second encounter was caused by the Look-book-shooting of Gesine Moritz, which I recently did. I asked Sally if she'd like to be my model, and for the reason that we've had a great time together I asked her again for our second shooting, whereby I took this photos en passant.
Sally herself is a photographer as well, actually with concentrated passion. You might see her wonderful photos here, or on her own website of course.
A short while ago Sally decided to go into business for herself as a photographer: "That's quite a change after about 20 years of being employed in a different profession." Nevertheless she hasn't any doubts about it. On my question what she considers the most important facet of all this, she replies: "Freedom. Now I'm the one who decides. And this freedom releases ideas; inspiration."

Montag, 18. April 2011

Neu kalibrieren





Jakub und ich kennen uns aus dem Inter­net. Vielmehr kennen wir das jeweilige Projekt des anderen. Jakub kennt also meinen Blog, und ich seine Ausstellungs­veranstaltung. Als ich ihn anpreche habe ich allerdings von all dem noch keine Ahnung.
Hug me heimlich, so heisst die fortlau­fende Ausstellungsreihe, die Jakub, ge­meinsam mit 2 weiteren Organisatoren, ins Leben gerufen hat. "Die Idee dazu ist eher zufällig und ein bisschen aus einer Bierlaune heraus entstanden. Wir waren in Berlin bei einer Ausstellung in der Kindl-Brauerei und das hat uns so beeindruckt, dass wir dachten, wir könnten doch auch so etwas starten."  Inzwischen hat  Hug me heimlich schon vier mal Künstlern die Gelegenheit gegeben ihre Arbeiten in einer großen Gruppenausstellung zu präsen­tieren. Natürlich frage ich Jakub, wann Hug me heimlich das nächste Mal statt­finden wird: "Momentan sind wir dabei die ganze Veranstaltung neu zu kalibrieren." Diese feinsinnige Wortwahl garniert er mit einem hintersinnigen Blick, und so bringt er mich zum Lachen. Überhaupt wählt Jakub seine Worte wohl, und es ist mir eine Freude ihm zuzuhören. Nach abge­brochenem Studium hat er beispielsweise eine Weile 'vor sich hin prokrastiniert', bis er schließlich in Lohn und Brot gekommen ist. Jetzt arbeitet er, und zwar sehr gerne, bei einem Kölner Buchverlag. "Nun hab ich beides; einen Job und die Kunst."
Jakubs Fledermausmantelcape ist übrigens ursprünglich Damenkonfektion. Und auch ein Lodencape nennt er sein Eigen: "Das hat mir meine Freundin geschenkt, die wußte, dass sich so gerne eins hätte. Im Freundeskreis hat es mir den Namen "Waldmeister" eingebracht."
Jakub and I know each other from the internet. Respectively we know each others projects. So Jakub knows my blog and I know his exhibition-event. When I approach him, indeed, I haven't got a clue about this.
Hug me heimlich, thats the title of the exhibitions series, which Jakub, together with two friends brought into being. "The idea crossed our minds more or less by coincidence, when we were in an exuberant mood, visiting an art exhibition in an old brewery in Berlin. We were so impressed, that we considered whether we should organize something familiar in Cologne." In the meanwhile Hug me heimlich took place for four times, and gave to a variety of different artists the opportunity to show their work in a big group exhibition. Of course I ask when the next Hug me heimlich will come up. "Currently we are about to re-calibrate the whole thing." These sophisticatedly chosen words Jakub refines with a subtle smile, and so he makes me laugh. Anyway he chooses his words carefully, and it's a pleasure to listen to him. After he broke off his study, for example, he 'procrastinated away', until he finally started working at a cologne book-publishing house. He likes his work: "And now I have both: I earn my money and I can persist with arts."
Jakub's batwing-sleeve coat by the way formerly used to be womens-wear. And he also owns a loden-cape: "I received it from my girlfriend as a gift. She knew, that I wished for having my own one." His friends call him "woodruff" when he wears it.

Sonntag, 17. April 2011

Stadtspaziergang


"Mir fällt nichts ein. Mir fällt was auf." Dieses Zitat von Alfred Hrdlicka hat Frau Auge ihrem Blog vorangestellt, und ich leih es mir heute mal aus. Denn genau das passiert, kurz bevor ich ein Foto mache. Manchmal auch währenddessen, oder sogar erst hinterher. Selten fällt mir ein Moment schon auf, bevor er da ist. Beim letzten Foto war es allerdings genau so.
Stadtspaziergänge müsste die Überschrift eigentlich heißen, denn es war nicht nur einer, sondern mehrere. Und oft waren es nicht mal Spaziergänge, sondern Wege, gespickt mit Erledigungen. Und kleinen, eroberten Pausen. Für ein Foto, oder zwei.
Nachdem einem was aufgefallen ist, kann einem übrigens eine ganze Menge ein­fallen.
 Hier geht's weiter...
"I don't imagine. I catch an image." this is my helpless try to translate a quote by Alfred Hrlicka, an artist fro Austria, which I found at Frau Auge's Blog. Today I borrow this quote, because it perfectly describes what happens the very moment befor I take a picture. Sometimes it happens while I take a picture, and sometimes even afterwards. Very rarely I perceive a moment before it is there, but this is what happened before taking the last photo.
All the photos were taken on different city-strolls, and sometimes it  haven't even been strolls, because I was on my way to settle issues. Every once in a while I take a short break, for a photo, or two.
After catching an image one can imagine quite a lot, by the way.
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Donnerstag, 14. April 2011

Kasap





Seit fast 20 Jahren kenne ich den Zeitungs­verkäufer Kasap vom Sehen, und auch wenn die Zahl beeindruckend klingt, dürfte es viele Menschen geben, denen er bereits doppelt so lang vertraut ist. Denn schon seit 41 Jahren verkauft Kasap abends auf der Strasse und in den Kneipen den Express und den Kölner Stadtanzeiger. Seit 30 Jahren ist Ehrenfeld sein Bezirk, und so manchen, der heute seine Zeitung bei ihm kauft, hat Kasap noch im Kinderwagen liegen sehen. "Ich kenne so viele Leute..., ach, ich kenne hier fast alle." sagt er, und er spricht von ihnen als Brüder und Schwestern. Auch mich nennt er "mein Schwester" und schenkt mir eine Zeitung.
Früher war Kasap tagsüber Betriebs­schlosser, genau wie Wolfgang, an den ich an dieser Stelle mal erinnern möchte. Die Haltung mit der Kasap an die Arbeit gegangen ist formuliert er so: "Geht nicht geht nicht.", Heute, mit 66, ist er in Früh­rente, aber seinen abendlichen Zeitungsjob will er nicht aufgegeben. "Einmal war ich im Krankenhaus, sogar auf der Intensiv­station. Ich habe immer nur gedacht, dass ich wieder zurück auf die Strasse möchte." Er liebt den Umgang mit Menschen: "Das ist für mich wie Medizin."
Kasap hat einen Sohn und eine Tochter: "Und die haben auch beide einen Sohn und eine Tochter." Dieses ausgewogene Ver­hältnis überrascht mich überhaupt nicht. In seiner linken Jackentasche hat er eine Hand voll Trockenfutter für Hunde.
I know the newspaperman Kasap by sight since about 20 years. Even though this number may sound impressing, I guess there are many people who know him twice as long. Since 41 years Kasap sells the Express and the Kölner Stadtanzeiger on the streets and in the restaurants and bars. Since 30 years Ehrenfeld is his district, and some of those, who buy their newspapers from him, Kasap remembers lying in the baby carriage. "I know so many people around..., oh, I guess I know almost all." he says, and he's talking about them as brothers and sisters. He calls me "my sister" as well, giving a newspaper to me.
Formerly in the daytime Kasap used to work as an engine fitter, like Wolfgang, who I've met last year. His attitude concerning his work he describes like this: "Won't work won't work." Today, at the age of 66, he's retired but he wouldn't give up his every evening newspaper job. "Once I was in the hospital, even at the CCU. I permanently wished that I could go back to my work on the street." He loves to have intercourse with people: "To me that's like medicine."
Kasap has a son and a daughter: "And both of them have a son and a daughter, as well." This balance doesn't surprise me at all. In his left jackett pocket he keeps a handful of dry food for dogs.

Sonntag, 10. April 2011

Ableger





Acht Monate des Jahres lebt Frau L. in Österreich, den Rest der Zeit in den Nie­derlanden. Da kommt sie nämlich her, und das kann man auch am Akzent hören. Es ist sofort um mich geschehen, als sie die ersten Worte sagt. Auf wundersame Weise verleiht die Sprachfarbe des niederlän­dischen dem deutschen eben jene  kluge Leichtigkeit, die, wenigstens für meine Ohren, beruhigende Entspanntheit ver­mittelt.
Frau L. hat über 36 Jahre in einem Büro gearbeitet, als Chefsekretärin, wenn ich es richtig übersetze. Ihre Arbeit mochte sie gern, sie hatte internationale Kontakte und viel Verantwortung. Trotzdem ist sie froh, dass sie heute, mit 64, nicht mehr arbeitet: "Ich bin gern in der Natur, und ich liebe meinen Garten." Alles was darin wächst hat sie nicht im Gartencenter gekauft; sie zieht die Pflanzen selbst und sammelt Ableger, auch im Wald.
Ich frage Frau L. was sie gerade liest, und erst später wird mir klar dass diese Frage durch Herrn Z. inspiriert ist. "Sarah`s Schlüssel von Tatiana de Rosnay" ant­wortet Frau L. und fügt an, dass sie es nur empfehlen kann.
Es handelt sich um eine Geschichte, die auf 2 Zeitebenen spielt, und da ich es nicht gelesen habe lasse ich "durchgelesen" und "Mona Lisa" sprechen, hier gibt's einen Artikel bei Deutschlandradio Kultur, und verfilmt wurde es auch. Wer hat's gelesen, wer hat's gesehen??
Eight months a year Mrs. L. lives in Austria, the rest of the time she stays in the netherlands. That's whrere she's from, and one can easily hear that by her accent. I'm immediately addicted to her, when she starts speaking. Somehow the dialect colouring of the dutch language lends the german language, to my ears at least, excactly the wise easiness which generates a becalming relaxation.
Mrs. L has been working at an office for about 36 years, as a chief secretary, if I got her right. Sle loved her work with international contacts and a lof of responsability. Nevertheless she's glad, that she doesn't work anymore nowadays: "I love to spend my time in the nature, and I love my garden." Everything which grows in there she didn't buy at the garden center. She takes cuttings from all places, for example from the forest.
I ask Mrs. L. what she's reading at the moment, and later, back at home, I realize that Mr. Z inspired this question. "Sarah's key by Tatiana de Rosnay" Mrs. L. responds and she adds that it is worth reading. The novel was also made into a film, starring Kristin Scott Thomas. Has anybody seen or read it?

Donnerstag, 7. April 2011

Lesen





"Lesen hat mir zwei Mal das Leben ge­rettet, das kann ich schon so sagen." Das erste Mal war Herr Z. 16 Jahre alt, und der 2. Weltkrieg ging gerade zu Ende: "Ich bin ganz allein und in voller Uniform wochen­lang durch Wälder und fremde Ge­biete ge­gangen. Ich hatte Angst, und unter­wegs habe ich nur Frauen um Hilfe gefragt, keine Männer." Bei seinem Marsch nach Hause hat er sich in den Pro­tagonisten des Buches "Nacht über Si­birien" hineinge­dacht, der ebenfalls auf der Flucht war. "Meine eigene Realität habe ich aus­geblendet."
Nach dem Krieg hatte er Tuberkolose, und war 6 Jahre lang krank: "Die meiste Zeit war ich in Liegekur. Das war das zweite Mal. Ich habe immer gelesen; Dramen, Romane, Stücke und Künstlerbiographien." Später hat Herr Z. dann eine kauf­männische Lehre gemacht, und noch viel später hat ihn sein Weg zum Theater geführt. Er war an mehreren Theatern als Verwaltungsdirektor beschäf­tigt, und wenn er Begebenheiten aus sei­nem Leben erzählt wimmelt es darin nur so vor Komponisten, Dirigenten und Inten­danten. In Aachen war er über 20 Jahre lang am Stadttheater. Der Intendant hat einmal über Herrn Z. gesagt, er sei sein bester Dramaturg: "Das habe ich erst nach seinem Tod erfahren, und es hat mich sehr berührt. ...das lag wohl auch daran, dass ich soviel gelesen hatte."
"Reading twice safed my life. Yes, it certainly did." The first time Mr. Z was 16 years old, and the second world war was almost over: "I was on the raod for weeks, all by myself, wearing my uniform. I walked through forests and foreign regions, and I was full of fear. On my way I only approached women for help; no men." During his trudge he projected his thoughts in the protagonist of the novel "Night over Siberia" who was on the run himself. "I totally blocked out my own reality." After the war he had tuberculosis and he was sick for about six years: Most of the time I had to stay in rest cure. That was the second time. I've been reading all the time. Dramas, novels, plays and biographies of artists. Later Mr. Z. passed a commercial apprenticeship, and even later he started working at the theatre. He was occupied as an administrative director at several theaters, and when he tells stories about his life, they're full of composers, conductors, artistic directors. In Aachen, where he worked at the citytheater for about 20 years. The artistic directot once said about him, that Mr. Z, was his best dramaturg: "I first gained knowledge of that, when he was dead already. ...that surely was because I've been reading so much."




Herr Z. ist einmal von einer berühmten Fotografin fotografiert worden, das teilt er mir gleich am Anfang mit: "Rosemarie Clausen. Die hat viel mit Gründgens zusammengearbeitet. Als ich Verwaltungs­direktor in Hamburg am Schauspielhaus war hat sie mich eines Tages fotografiert. An der Außen-Alster."
Vor wenigen Wochen ist Herr Z. ins Alters­heim gezogen: "Das ist schon eine Um­stellung. Aber ich wollte das machen so­lange ich noch fit bin. Damit ich mir aus­suchen kann, wo ich hinkomme."
Mr. Z. once was photographed by a famous photographer, he tells me at the very beginning of our meeting: "Rosemarie Clausen. She used to work with Gründgens for a long time. When I was administrative director at the Hamburg theatre one day she photographed me. At the outer alster."
A few weeks ago Mr. Z. moved to a retirement home: "That's quite a switch. But I'd rather wanted to to that as long as I'm still fit enough. I wanted to have the option to decide where I'll end up."

Dienstag, 5. April 2011

Computerfachmann





"Ich sehe immer das Gute im Leben. Jetzt gerade freue ich mich, dass mich eine schöne Frau anspricht." Damit meint Herr B. mich, und seine Worte formuliert er mit spielfreudigem und gewitztem Charme, den er in 87 Lebensjahren stetig zu ver­feinern nicht müde geworden ist, wie mir scheint.
Früher war Herr B. Computerentwickler. Er hatte eine eigene Werkstatt, in der er Computer gebaut und Schnittstellen ent­wickelt hat. "Ich habe noch ein paar alte Maschinen, das wäre auch interessant für Sie zum fotografieren." sagt er, und lädt mich ein, ihn zu besuchen. Fotografiert hat Herr B. früher auch: "Natürlich analog. Ich hab schöne Aufnahmen gemacht, die kann ich Ihnen dann auch zeigen." Einmal war er in Kanada bei den Niagarafällen: "Das war etwas ganz besonderes. Ich hab foto­grafiert, und ich hab mir dabei Zeit gelassen." Seine Begleitung musste war­ten, das war ihm damals egal: "Ich dachte mir, hier kommst du ja nie wieder hin."
Auf seine Kleidung legt Herr B. wert: "...aber nicht zu viel. Es muss ordentlich sein, aber nicht pedantisch." In seinem Schrank hat er noch über 20 Anzüge, die er allerdings fast nie trägt, wie er mit Bedauern feststellt. "Und ich hab sicher 60 Hemden. Meine Frau hat mir immer Hemden gekauft."
Zum Abschied geben wir uns die Hand, und Herr B. verspricht, dass er mich anruft.
"I always see the good in life. Right now I'm happy, that a pretty woman approaches me." Mr. B. talks about me, and he says it with playful and shrewd charme, which he obviously didn't grew tired to cultivate in 87 years, as it seems to me.
Formerly Mr. B. used to work as a computer-developer. He was running his own workshop, constructing computers and developing interfaces. "I still own some old machines, they would be interesting for you to take photos of." he says, and invites me to visit him one day. Mr. B. was taking photographs himself when he was younger: "Analog, of course. I took nice pictures; I could show them to you as well." Once he travelled to Canada, visiting the Niagara Falls: "That was very special. I took my photos, and I took my time." His companion had to wait for him, but Mr. B. didn't care: "I thought to myself, that I probably never would come back to this place."
Mr. B. cares about his clothes: "...but not too much.  They have to be proper, but I'm not pedantic." In his closet he still keeps about 20 suits, which he hardly ever wears, as he regretfully notices. "And I have got about 60 shirts, for sure. My wife always used to buy shirts for me."
When we say good bye we shake hands, and Mr. B. promises to give me a call.

Samstag, 2. April 2011

...mitten im Atlantik


Es ist schon ein kleines Weilchen her, dass ich die Modedesignerin Gesine Moritz durch die Verkettung mehrerer glücklicher Umstände kennengelernt habe.
An einem Dienstagnachmittag Ende Januar habe ich sie zuhause besucht, um mit ihr über Kleidung, Mode, ihr Leben und ihr Werk zu sprechen. Und weil es, wie ich finde, ein Vergnügen ist Gesine Moritz zuzuhören, habe ich zu unserem Treffen ein Aufnahmegerät mitgenommen und prä­sentiere nun erstmalig, und vielleicht auch einmalig, einen Beitrag zum Hören.
Da unser Gespräch sehr lang, und teilweise auch recht privat war, habe ich ausge­wählte Passagen in einzelne, kurze Se­quenzen unterteilt.
Und nun geht's los; Gesine Moritz stellt sich vor:
It's quite a short while ago yet, that I first met fashiondesigner Gesine Moritz. On a tuesday afternoon in january I visited her at her home and we talked about clothes, fashion, her life and her work. And for the reason that it's a great pleasure to listen to Gesine Moritz I've used a recorder. So this post unfortunately is more or less only in german. I'm sorry for that, maybe her voice and the pictures are anyway able to tell something about this interesting person.
When Gesine Moritz was a child she wanted to tell stories. So, after school, when she had to decide what to do, she first learned to be a photographer. Then she studied photography and graphic design.

Eine Möglichkeit Geschichten zu erzählen war für Gesine Moritz das Fotografieren. Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin hat sie an der Folkwangschule Fotografie und Grafik studiert, bei Professor Otto Steiner. Die ersten Eindrücke vom Tag ihrer Aufnahmeprüfung, an dem sie sich in ihrer Kleidung gar nicht wohl gefühlt hat, schildert sie so:
After studying Gesine Moritz has been working in the advertising business for a long time. But she never planned to do this forever, and finally she felt, that the time for a change had come. She took her chance at the right time, and she knew that she wanted to start making clothes.
Edit:  Eine gehörlose Leserin hat in den Facebook-Kommentaren den Wunsch nach einer Umwandlung des Interviews von Ton nach Text geäußert. Mir selbst fehlt mo­mentan dafür die Zeit, aber Anna, eine treue Blogleserin, hat sich an die Arbeit ge­macht, und dank ihres Einsatzes kann ich nun die Textfassung in Deutsch prä­sentieren. Tausendmal und einmal Danke, Anna! Weiter geht's, bitte hier entlang...
Edit: In a facebook-comment a deaf reader asked for a transcription of the interview from audio to script. For the reason that I have very less time at the moment I'm not able to do that. But Anna, a constant reader of my blog was helpful enough to type it out. Thank you so much, Anna! If anyone feels like translating it from german to english...feel free to send me an email... Read more, please follow....