Mittwoch, 20. Juni 2012

Companions





"Das Wichtigste im Leben ist, einen Ge­fährten zu haben, einen Freund", das sagt John aus New Castle in Nord-England und seine Frau Helen lässt an irgendeiner Stelle leise aber wirkungsvoll das Wort Liebe in seinen Satz hineinfallen.
Liebende Gefährten sind die beiden seit über 50 Jahren, in denen sie völlig unter­schiedlichen Berufen nachgegangen sind: Helen war Richterin im Strafrecht, John Ento­mologe, zu Deutsch Insektenforscher.
Begegnen konnten sie sich trotz oder gerade wegen dieser Verschiedenheit immer gut: "Man kann dem anderen er­zählen, was passiert ist und der weiß es dann nicht sofort besser und erteilt Rat­schläge. Man hört sich gut zu."
Ich frage Helen, was ihrer Meinung nach eine gute Richterin ausmacht: "Das man versucht zu verstehen, warum Menschen tun, was sie tun. Und dass man dennoch das Recht anwendet. Letztlich ist man nur das Sprachrohr des Rechts, nicht mehr und nicht weniger."
Auch John versucht zu verstehen wie Lebewesen ticken; in seinem Fall sind es eben Rübenblattwanzen oder andere wenig populäre Arten denen er seine Aufmerk­samkeit widmet. "Insekten sind interes­sant!" sagt John und mir scheint, dass es doch gewisse, grundsätzliche Parallelen zwischen seinem und Helens Beruf gibt.
Iris Radisch empfiehlt hier übrigens mit respektvoller Begeisterung Jean-Henri Fabres "Erinnerungen eines Insektenfor­schers" und ihre Beschreibung, die die Wor­te Krimi, Demut und Gottesbeweis schlüssig verbindet, macht tatsächlich neu­gierig auf dieses Buch.
"The most important thing in life is to have a companion, a friend" says John from New Castle in North-England and his wife Helen lets the word love drop in his speech, lightly but effective.
Both of them are loving companions since over 50 years in which they've applied themeselves to quite different professions: Helen has been working as a judge in criminal law and John used to be an entomologist; a scientist for insects.
To connect themselves nevertheless was easy for them, or maybe precisely because this diversity concerning their work: "You can complain and tell what was going on, and you won't hear what you should have done better or any words of advice. You listen very well to each other."
I ask Helen what, in her opinion, makes a good judge:" Trying to understand why people act like they do. And to dispense justice anyway. As a judge you are a mouthpiece for law, nothing more and nothing less."
John also tries to understand how living creatures function: he simply focuses on beetles and bugs. "Insects are interesting!" says John and the idea, that their professions after all basically have something in common crosses my mind.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Das Richtige im Falschen


Vor genau 2 Monaten, an einem Freitag den 13., habe ich Isli in Istanbul foto­grafiert. Sie studiert das Falsche, wie sie sagt: "Betriebswirtschaft" und arbeitet, auch das sagt sie,  das Richtige: Isli ver­kauft in einem kleinen Laden in Istanbul neue Kleider in altem Gewand, moderne Retromode.
Sie studiert schon ziemlich lange ohne rechte Freude so herum, hat sich aber fest vorgenommen ihr Studium auf jeden Fall zu Ende zu bringen. Was sie danach tun will? Isli träumt davon einen eigenen Laden zu eröffnen, mit Kleidung und Schuhen oder Schmuck. Das, sagt Isli, sei einfach ihre Leidenschaft und dass es wichtig ist, das was man tut wirklich gerne zu machen, hat ihr ihr Studium gezeigt.
Ich erlaube mir, das Echo der Leichtigkeit zu nutzen, das Isli in mir erklingen lässt, um mich langsam wieder aus der Schreib­blockade zu lösen und hier endlich wieder Fahrt aufzunehmen.
Excactly two months ago, on a friday the13th I took this photo of Isli in Istanbul. As she says she studies the wrong thing: business economy, but the job she does for money is the right thing. Isli sells modern customized retro clothes in a tiny little shop in Istanbul. Isli definitely intends to finish her studies although it took her quite a time yet without taking much pleasure of it. What she's dreaming of? To open up her own shop whith clothes, shoes or jewellery. This simply is her passion, she points out, and that it is important to do what you love she has learned through her studies.
I venture to benefit from Islis easiness, which I remember clearly, to slowly, slowly get over my current writers block and to get things started here again.