Samstag, 29. Dezember 2012

Dreizehn


Jüngst trug es sich zu, dass ich beim Roulette zugegen war. Nicht etwa um mein Glück zu wagen, sondern um das Ringen, Jagen und Bangen anderer um und nach eben jenem stimmungsvoll im Bilde fest­zuhalten. Und wie ich später die vom Eifer und der angespannten Konzentration hitziger Spielleidenschaft Zeugnis geben­den Fotos gesichtet habe, fiel mir eines auf: immer wieder spielte die Zahl 13 eine prominente Rolle. Vielleicht, so kam mir schließlich in den Sinn, hätte ich doch einmal auch selbst lässig die Jetons umher schmeißen  sollen. Denn dass die 13 die Zahl meiner abergläubischen Wahl gewesen wäre ist nur allzu wahrscheinlich. Ganz sicher hätte ich auf sie gesetzt. Nun ist gerade das "spielen um", zudem ums Glück, kein Motiv, dass mich durchs Leben trägt.
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Lateley I had the chance to attend an european roulette. Not for pushig my luck, but to capture the pursuit and yearn of fortune of those whow were ready to play the game. Later, when I checked the pictures I took, it striked me that the number 13 played a central role that evening. Suddenly a thought crossed my mind; maybe I should have grabbed the chance to bet, as well, at least even once. It is highly probable that the 13 would have been my superstitious choice. For sure I would have bet on the 13, though playing, especially if it comes to gambling, isn't a distinct attribute of mine.
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Freitag, 28. Dezember 2012

Revue (1)


Was zu kurz gekommen ist in diesem Jahr? Mein Blog. Sehenden Auges, mit ratlosem Bedauern und konfrontiert mit der Un­möglichkeit noch mehr zu schaffen und zu arbeiten, als ich nicht selten bis tief in die Nacht ohnehin schon getan habe, musste ich Monat um Monat erneut einsehen, dass hier mehr Ruhe herrschte als in meinem Leben. Und vor allem mehr als mir lieb war.
Dabei habe ich noch so viele Fotos, die zu veröffentlichen ich einfach nicht geschafft habe. Bis die Geschichten zu den Bildern in meiner Erinnerung zu blass und vage wa­ren, als dass ich sie noch hätte nieder­schreiben können. So wie die der jungen Frau, die ich im im verregneten Brighton angesprochen habe. Ihre Karte, die sie mir gab, habe ich verloren oder verlegt und so bleibt sie hier nun namenlos.

Sie ist Schneiderin und arbeitet bei einem Designer, den ich Tage zuvor geplanter­weise in Brighton getroffen hatte. So gern ich seine Mode - vorzugsweise für den Herren - mag, so leer ist die Begegnung geblieben, und ich habe mich entschieden nicht darüber zu berichten. Statt dessen traf ich also seine Angestellte Lizzy? Alice? Tage später auf der Strasse, die mich mit ihrer Mischung aus Präsenz und Zurück­haltung beeindruckt hat. 
Mit ihr beginnt meine zweiteilige Revue des sich dem Ende zuneigenden Jahres.
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So, looking back, what did I neglect this year? My blog, definitely. Though with my eyes open, realizing the fact I simply could'nt help it. There was so much work to do and to me it seemed to be impossible to do even more, than I did yet, often working until after midnight. So month by month I repeatedly had to admit that there wasn't as much going on at my blog, as it was in my life. Which hasn'nt been my choice all the time.
Actually I've made so many pictures during the year, not finding the time to write down all the storys who come along with them. Finally the stories were kind of fading away, even harder to put them in words. As with this young lady I've met in rainy Brighton. She gave me her card, but I lost it or maybe misplaced it. Thats why she stays nameless in this post. 

She's a seamstress, working for Designer who I've met some days before, by appointment. Although I really appreciate his clothes, especially the mens wear, our meeting was kind of irrelevant to me and so I decided not to write about it. Instead I've met his employee, Lizzy? Alice? a few days later, by chance on the street. She really impressed me with both her presence and her reclusiveness.
With her I'll start my little 2 part-petrospect of 2012.
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Mittwoch, 26. Dezember 2012

...weiter gucken


1966 haben Jan und Clasina sich bei einem Urlaub in Österreich kennengelernt.
Damals war Jan 34 Jahre alt, Clasina war 2 Jahre jünger. "Es war eine Reisegruppe. 10 Leute und er war einer davon" sagt Clasina. Seitdem sind sie ein Paar und momentan sind sie wieder auf Reisen; sie haben eine Flußkreuzfahrt gebucht und schippern seit 7 Tagen auf dem Rhein umher. Morgen geht es zurück nach Holland, wo die beiden leben. Auf meine Frage worin ihrer Meinung nach das Geheimnis einer glück­lichen Beziehung liegt, lacht Clasina fröhlich los, als hätte ich einen ebenso überraschenden wie komischen Witz ge­macht. Dabei schaut sie  Jan an, dem sie dann die Frage übersetzt. Auch er lacht nun und so lachen sie ein Weilchen gemeinsam. 'Das wissende Lachen der Erprobten', schießt mir als Gedanke durch den Kopf und Clasina setzt zu einer Antwort an: "Geduld. Geduld, mit allem was der andere macht. Wir haben beide schlechte Eigenschaften."  Man solle aber nicht so kleinlich am Moment kleben: "Wir gucken weiter." sagt sie und guckt mich forschend an, ob ich wohl verstehe, was sie meint.
Back in 1966 Jan and Clasina became acquainted during a holiday trip in Austria.
Jan was at the age of 34, Clasina was 2 years younger than him. "It was a tour group of ten, and he was one of them." Since then they are a couple and they still like to travel: currently they're on a river cruise on the Rhine for 8 days; tommorrow they'll be back in the netherlands, where they are from. When I ask them, what to their mind makes a relationship happy and lasting, Clasina starts laughing immediateley, like I'd have told a surprising and really good joke. She keeps looking at Jan, translating my question for him. Finally he also starts laughing,  and so they're laughing together for a moment. 'The  aware laugh of the tested', this thought quickly crosses my mind, and Clasina answers deliberately: "Patience. To be patient with anything your partner does. Both of us have misfeatures." But one shoudn't just small-minded consider the very moment: "We try to be far-sighted." she explains, having an inquiring eye on me, if I understand what she means.



Die beiden beraten sich kurz auf nieder­ländisch was noch zu nennen wäre, und Clasina fährt fort: "Außerdem die Freiheit alles zu tun was man selbst möchte. Jan spielt Schach und ich singe im Chor. Das ist wichtig, dass man diese Sachen macht, die man tun will. Wir machen aber auch viel gemeinsam, wir gehen viel wandern." Jede Woche machen sie rund um ihren Wohnort einen langen Spaziergang, wie Clasina es nennt: "So 25 - 30 Kilometer. Manchmal auch länger, dann sind wir ein paar Tage unterwegs."
Zum Abschied bedanken sie sich enthu­siastisch für die nette Begegnung. Dabei bin doch ich diejenige die zu danken hat: für die Offenheit, die Zeit, das Vertrauen und die wohlüberlegten Antworten. Vielen Dank, Clasina und Jan!
They quickly confer what else should be mentioned and Clasina goes on: "Furthermore the freedom to do all the things you personally want to do. Jan plays chess and I'm singing in a choir. That's important, to do those things. But we also share a lot of things. We go on hikes very often." Every week they  go for a long stroll, like Clasina calls it: "About 25 to 30 kilometers. Sometimes even more, then we're out for some days."
When we say good-bye they are enthusiastically giving thanks to me for the  pleasant meeting. And yet I'm the one who is thankful: thankful for the sincerity, the time, the trust and for the well-considered answers. So, thank you, Jan and Clasina!






Samstag, 15. Dezember 2012

Der Retro-Salon





Kaum guckt man mal ein paar Monate nicht vorbei..., denke ich mir, als ich neulich bei Esther für ein Shooting ein paar Requisiten leihen möchte.
Esther ist Raumausstatterin. Und zwar mit Leib und Seele. Ich bin beruflich mit ihr locker aber treu verbandelt, und immer wenn ich sie nach, bei, vor oder mitten in der Arbeit erlebe, kommt mir das Wort Vollblut in den Sinn. Vor über sieben Jahren hat sie sich mit  ihrem Werksalon selbstständig gemacht: für Foto, Film und Veranstaltungen verwandelt sie leere Räume und Hallen in neue Welten, die glaubwürdig und lebendig wirken.
Vor 3 Monaten hat Esther die leerstehende Etage unter ihrem Werksalon dazuge­mietet. Leer, karg und abgewirtschaftet wie die Räume nach dem Auszug des letzten Mieters waren, habe ich sie damals im Vorbeigehen kurz besichtigt. 
Well, it must been quite a while... I thought to myself, when I visited Esther the other day, to lend some props for a shooting.
Esther is an interior-decorator. With heart and soul, to be exact.  Even if it happens rarely, our job-pathes are crossing repeatedly and solidly, and every time I watch or witness her doing her work a word crosses my mind: thoroughbred. More than seven years ago she started her own business called Werksalon: she creates, designes and produces scenerys and interiors for filmers, photographers and for events.
One year ago she took her chance to rent the floor underneath the Werksalon. Back then I took a quick look at it by the way, when it looked totally abandoned, empty and run-down.



Und deswegen musste ich bei meinem jüngsten Besuch auch erst mal fassungslos innehaltend überlegen, ob ich mich in der Etage geirrt habe.
Als ich Esther frage, was sie an ihrem Beruf am meisten liebt kommt die Antwort ohne Zögern: "Werkeln."  Und nach einer kurzen Pause fügt sie an: "Es gibt nichts anderes was ich lieber mache. Das ist genau DAS."
Werkeln bedeutet für Esther Räume und Gegenstände zu bearbeiten, zu erschaffen und zu gestalten. Und das hat sie in den vergangenen Monaten auch mit und in der leerstehenden Etage gemacht.
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And for this reason I stopped abruptly the last time when I entered the room; totally confused I considered, if I missed the right door.
On my question what she loves most about her work Esthers quick reply is: "To putter around". And then she adds: "There's nothing I like more than doing what I do, it's exactly this."
Puttering around means for Esther to work at things, to create and to design things and to combine them. And that's what she did in her new rooms during the last months.
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