Samstag, 27. April 2013

Dorfjunge


Mit 16 war Robin auf seiner ersten Techno-Party. Das kam eigentlich fast nebenbei; zuerst war er in der Philharmonie, weil dort im Rahmen der c/o Pop ein Konzert stattfand. Danach hat ihn ein Freund mit zu der Party genommen. Für Robin war das ein magischer Moment; alles war neu und anders und nie gekannt: "Ich hab da die Musik in den Füßen, im Boden gespürt..." sagt Robin. Er sieht mich an  und sucht nach Worten und gerade das lässt mich verstehen. Durch den Boden und die Füße hat sie ihn erobert, die Musik. Der Techno um genau zu sein. Er hat alles vergessen an diesem Abend, in dieser Nacht, und er hat sich überwältigen lassen. Am nächsten Morgen um neun hat seine Mutter auf dem Handy angerufen: "Wo bist du??"
At the age of 16 Robin has been at his first techno-party. It happened incidentally in a way; before he visited concert at the Cologne Philharmony, which was given in the context of c/o pop. Afterwards a friend took him to this party. For Robin this has been a magical moment; it was all new to him, and exciting and completely unknown: "I could feel the music in the ground, in my feet..." Robin looks at me, pondering, groping for words. And excactly that's, what makes me understand. Through the ground and through his feet the music took him over. To be exactly; techno took him over. At this night he has got lost and he was overwhelmed. The next morning at nine o'clock his mother called him on his mobile: "Where are you??"



Seitdem war Robin auf vielen Techno-Partys; er kennt die Szene und sie kennt ihn. Mit Freunden hat er ein Kollektiv ge­gründet: die Dorfjungs.
Technofreundschaftsgemeinschaft nennen sie sich. "Ich mach hauptsächlich die ganze Grafik, und ich leg auch auf." sagt Robin. Die Dorfjungs veranstalten Partys im eigen­en Dorfjungs Klub, wo sie sich selbst ein Forum geben, und dazu laden sie noch DJs und Liveacts ein; z.B. aus London oder Istanbul.
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Since then Robin has been at many techno-partys; he knows the scene and the scene knows him. With some friends he founded a collective: Dorfjungs, which can be translated as 'village boys'.
It's a friends-community for techno, as they call it. "I'm doing the graphics, main­ly, and I'm a DJ'ing, as well" Robin says. The Dorfjungs organize partys in their own Dorfjungs Club, where they've created their own playground. They also invite other DJs or live acts from elsewhere, London for example, or Istanbul.
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Mittwoch, 24. April 2013

Integriert, nicht assimiliert


Ahijah hat zwei Afrika-Ketten; die erste hat er sich gekauft, als er in Kongo war, wo der Ursprung seiner Familie liegt. In Köln hat er irgendwann diese rote Kette ent­deckt. Sie ist noch größer als die andere und rot, und das gefiel ihm.
Ahijah hängt an Afrika und er ist stolz auf seine Herkunft. Das will er mit der Kette zeigen.
"Eigentlich hänge ich zwischen zwei Kul­turen. Ich selbst bin in Köln geboren, aber ich will meine Herkunft nicht vergessen. Man soll seine Vergangenheit nicht einfach so ablegen." Davon ist Ahijah überzeugt: "Ich bin hier aufgewachsen und ich lebe hier." Ahijah überlegt einen Moment: "Ich bin integriert, aber nicht assimiliert. So ungefähr."
Ahijah has two Africa-necklaces; the first one he has bought when he was at Congo, which is the origin country of his family. Some day he found this red necklace in Cologne. It's even bigger than the first one, an it's red and that's why he liked it.
Ahijah is cling to Africa and he's proud of his background. That's what he wants to show, wearing his necklace.
"Somehow I live halfway between two cultures. I was born in Cologne, but I don't want to forget my origin. No one should drop his background" Ahijah is convinced. "I was raised in Cologne and I'm living here." Ahijah ponders for a moment: "I'm integrated, but I'm not assimilated. Something like that."



Ahijah ist 19 und er hat Pläne für sein Le­ben. Im September fängt er an zu studie­ren: "Mehrsprachige Kommunikation." Da­nach würde er gerne noch interkultu­relle Kommunikation studieren: "Ich möchte so viele Kulturen kennenlernen, wie es geht," sagt Ahijah. Ich frage ihn, was er später gerne machen möchte: "Helfen. Vielleicht bei der Unicef. In Afrika gibt es sehr viele Probleme. Ich würde gerne so viel ich kann dafür tun, dass es besser wird. Das ist mein persönliches Ziel."
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Ahijah is 19 and he's full of plans for his life. He will start to study in september: "Multilingual communication." Afterwards he'd like to continue with a study of intercultural communication: "I want to get to know as many cultures as possible" Ahijah says. I ask him, what he'd like to do later on: "I want to help. Maybe at the Unicef. There are so many problems in Africa. I want to help solving as many as possible. Thats my personal goal."
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Samstag, 13. April 2013

Ein guter Ort...


...ist das Cafè Franck in Köln-Ehrenfeld. Seit fast 10 Jahren wird es mit viel Liebe zum Detail, einer verhängnisvollen Auswahl an leckerstem Kuchen und einer bemer­kenswerten Mischung aus Nostalgie und Moderne von den beiden Inhabern Daniel und Anette geführt, die ausführlich  hier vorzustellen schon lange mein heimlicher Plan ist.
Genau genommen gibt es das Café Franck inzwischen seit 75 Jahren; 1938 wurde die Konditorei von Susie Franck und ihrem Mann eröffnet.
There is a great place in Cologne-Ehrenfeld, my home-district: it's Café Franck. With much love for details, a fatal choice of best cakes and pastries and  a remarkable mixture of nostalgia and modern style this Café is run since 10 years by it's owners Daniel and Anette, who I plan to introduce at this blog since quite a while, to tell the truth.
Strictly speaking this Café exists since 75 years; 1938 Susie Franck and her husband opened up the pastry shop.


Irgendwann, wenige Jahre bevor sich die ehemalige Besitzerin des Cafés zur Ruhe gesetzt hat, war ich einmal mittags dort. Ich habe hausgemachte Hühnersuppe ge­gessen und später an der Kuchentheke eine Tafel Schweizer Schokolade gekauft; und zwar nur, weil mir das Papier so gut gefiel, in das sie eingewickelt war. Darauf ab­gebildet war eine Anmutung von Heidi und Peter auf grüner Alm vor blauem Himmel und schneebedeckten Alpen.
Ich hatte diese Tafel Schokolade ein paar Jahre lang an der Wand über meinem Küchentisch hängen.
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At someday, some years before the former owner decided to retire, I've been there for lunch. I've had a homemade chicken soup and later I've bought a chocolate bar at the counter, just because I liked the paper it was wrapped in, so much. It gave an impression of Peter and Heidi on a green alp in front of blue sky and snow-covered mountains.
I had his chocolate bar as a decoration hanging on my wall above the kitchen table for a few years.
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Donnerstag, 11. April 2013

Einfach mal gar nichts tun


„Was habe ich vom Leben gelernt? Da kann ich gar keine endgültige Antwort drauf ge­ben. Ich kann sagen, ich habe viel kennen­gelernt.. Ich war immer sehr interessiert, ich habe viel ausprobiert. Ich habe viel gemacht, bin gereist, ich war immer sehr offen. Aber dass ich nun an einem Punkt wäre, an dem ich sagen kann: das habe ich vom Leben gelernt, das ist nicht so. Ich bin ja noch nicht fertig und ich mache auch heute noch Fehler. Ich bin sehr gerne alleine, das war schon immer so. Und ich bin die Königin des Nichts-Tuns. Ich kann sehr gut auch einfach mal gar nichts tun."
"What did I learn from live? In fact, I can't give a final answer to this question.. I can say that I have gotten to know quite a lot of things. I've always been very interested, I've tried a lot of things. I've done a lot of things, I travelled a lot,  I've been very open-minded. But that I've reached a point at which I could tell: this is what I've learned from live, that's not like it. I'm not ready, yet, I'm still making mistakes. I enjoy being alone; I always used to. And I'm the Queen of doing nothing. I'm quite good in doing nothing."


Frau H. wohnt in meiner Nachbarschaft und eigentlich möchte ich sie jedesmal foto­grafieren, wenn ich ihr auf der Straße be­gegne. Diese Fotos sind vor gut eineinhalb Jahren entstanden und damals habe ich Frau H. in ihrer Wohnung besucht, bevor wir zum fotografieren nach draußen ge­gangen sind.
Die Wohnung von Frau H. zu betreten be­deutet in gewisser Weise das Jetzt zu verlassen und sich der konsequenten Um­setzung einer anderen Lebenswelt und Lebenszeit  anzuvertrauen. Die 20er Jahre sind präsent, Möbel und Accessoires des Art Déko füllen die Räume und irgendwo hängt, zumindest in meiner Erinnerung, auch ein Bild von Tamara de Lempicka.
Früher war Frau H. Maskenbildnerin am Theater. Später hatte sie ein Geschäft in dem sie Möbel, Lampen und andere Preziosen aus den 20er, 30er und 40er Jahren verkauft hat.
Der kleine Mops, den Frau H. auf dem Arm trägt, war damals noch ganz jung und immer wenn ich die beiden aus dem Küchen­­fenster gegenüber im Park spazie­ren gehen sehe, möchte ich gerne direkt loslaufen und ein Foto machen. Denn der Kleider­schrank von Frau H. scheint keine Grenzen zu kennen.
Mrs. H. lives in my neighborhood and I'd really like to take a photo of her every time I meet her on the street. These photos I took one and a half years ago and I had the chance to visit Mrs. H. in her apartment before we went outside for taking the pictures.
To enter the home of Mrs. H. somehow means to leave the 'now' and  to get involved with a different lifeworld and a different modus of life. The 1920s-style is present, furniture and accessories of the art deko  fill the space and somewhere, at least in my mind, a picture of Tamara de Lempicka is hanging on the wall.
Formerly Ms. H. was a make-up artist at the theater. Later she ran a business in which he has sold furniture, lamps and other items from the '20s, '30s and '40s.
The little pug Mrs. H. carries on her arm was very young back then, and always when I see both of them out of my kitchen window, walking towards in the park, I could always run and take a picture. The possibilities of dressing up seem to be endless for Mrs. H.


Sonntag, 7. April 2013

Geschäftsgeburtstag


Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Diane und ihre Le Pop Lingerie hier vor­gestellt. Damals war ihr Laden, in dem sie ein wohlgewähltes Sortiment an Wäsche, Sexspielzeug und anderen Waren zur sinn­lichen Verwendung für die interessierte Kundschaft bereithält, gerade 2 Monate alt. Der erste Geburtstag ihrer Dessous-ge­wordenen Selbstständigkeit ist im Februar ausgerechnet auf den Rosenmontag gefal­len; in Köln ein konkurrenzloser Gegner für Veranstaltungen jeder Art. Und so hat Diane einfach nur mit einer Freundin, Sekt und Musik den Abend in ihrem Geschäft verbracht, selbigem zugeprostet und mit französischer Nonchalance die richtige Party einfach auf das nächte Jahr ver­schoben.
It's about one year ago I first introduced Diane and her shop Le Pop Lingerie at my blog. Back then her shop, where she offers  a selected range of lingerie, sex-toys and other goods for sensuous usage to her customers, was 2 months old. The first birthday of her self-employment took place just at the Carnival Monday, which in Cologne is an event without competition. So it happened that Diane and a friend of her have spent the evening all by themself at Dianes shop to enjoy some sparkling wine and music; with french nonchalance Diane decided to postpone the birthday-party until next year.



Ich habe Diane im vergangenen Jahr bei verschiedenen Gelegenheiten gesehen und fotografiert; unter anderem ist dabei die­ses Foto von ihr und ihrer goldenen Bade­wanne für ein Booklet entstanden.
Auch die Beine im unteren Bild, die aller­dings nicht Diane sondern einer Frau ge­hören, die bei einer Veranstaltung Dianes Wäsche präsentiert hat (man nennt das Model, ich weiß), habe ich im Laufe des letzten Jahres fotografiert.
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I have met Diane on several occasions during the last year and so I took pictures of her from time to time. For example the picture of Diane and her golden bathtub I took for a print-booklet. Or the legs in the photo below, which doesn't belong to Diane but to a woman who was presenting lingerie for Diane (I know this is called modelling), I've taken during the last year.
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