Sonntag, 22. September 2013

Einen Bart wie meine Freundin


Seit sieben Monaten sind Jan und Liselotte Ladenbesitzer. The Lodge Bruges heisst ihr Geschäft, und es befindet sich auf der Lange Straat in Brügge. Kaum 800 Meter vom Markt entfernt ist vom dort routine­mäßigen Menschenstrom hier kaum etwas zu spüren. Statt dessen bietet das Viertel rund um die Lange Straat eine Ahnung vom normalen Leben in Brügge; einem Alltag in dessen Mittelpunkt nicht ausschließlich das Grundrauschen der Tou­risten eine Rolle spielt.
Since seven months Jan and Liselotte are store owners. The Lodge Bruges is it's name and it's located at Lange Straat, which is situated beyond the medieval city gate, but inside the centre, which is enclosed by the Gent-Oostende canal. Not even 800 metres away from the crowded Market, at Lange Straat you will find a completely different atmosphere: it's more about everyday life of Bruges, life beyond the ambient noise of touristical necessities, which occupy  the centre stage.



Was romantisierende Individualfanatiker wie mich erfreut kann man allerdings auch anders sehen. Gegen ein paar fremde Be­sucher mehr hätten die ansässigen Geschäf­te nämlich gar nichts einzuwenden. „Ein Laden im Zentrum ist unbezahlbar.“ sagt Liselotte. Aber es sind nicht nur die sprich­wörtlichen  Kirschen, die dem Fuchs zu sauer sind, die Jan und Liselotte zur Lange Straat gezogen haben: „In dieser Strasse gibt es alles; Cafés, Geschäfte, wir haben zwei Sternerestaurants, da fahren hier manchmal sogar Bentleys vorbei, wir haben eine richtig tolle Nachbarschaft und es gibt hier Menschen wie ihn.“ sagt Liselotte und zeigt auf einen Mann, der gerade mit seinem Fahrrad vorbeischiebt. Er hat einen seltsam bunten Hut auf dem Kopf, sein Rad ist skurril geschmückt, und es ist schwer einzuschätzen, ob er wohl in dieser oder aber einer anderen Welt unterwegs ist. 
Even if romanticizing individual-freaks like me prefer non-touristic areas, there's always another point of view. The local shops would pretty much appreciate some more foreigners to come over. „A shop in the centre isn't affordable,“ Liselotte says. But it's not only the unpayable high rent, why Jan and Liselotte were trying to find a shop at Lange Straat: „We have everything in this road: cafés, shops, two starred restaurants, so sometimes Bentleys drive past, we have a great neighbourhood, and there are people like him,“ and  Liselotte points at a man crossing the street with his bike. He wears an oddly colourful hat, his bike is strangely decorated and it's not easy to consider whether he's at home in this world or in another. 



Im Laden von Liselotte und Jan steht wohl­platziert ein Sofa und lädt zum Bleiben ein. Nein, eigentlich sind es Jan und Liselotte, die zum Bleiben einladen, das Sofa ist nur ein Symbol und eine Möglichkeit. Ich weiß das, denn ich habe nicht auf dem Sofa gesessen und bin trotzdem lang geblieben.
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There's a well-placed sofa in the shop, which invites to stay. Well, actually Jan and Liselotte invite to stay, the sofa is just a symbol or a possibility. I know that, because I didn't sit on it, but I stayed for quite a while, anyway.
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Freitag, 20. September 2013

Handwerkerseele geht wählen



In Brügge habe ich diese Frau fotografiert, weil ich es 'irgendwie lustig' fand, dass sie ein Kleid in den Farben der Deutschlandfahne trägt. Erst Tage später haben sich mir beim wiederholten Sichten meiner Belgienfotos die Worte schwarz-rot-gold ins Hirn ge­schlichen, und langsam habe ich begriffen, dass die Farben zwar stimmen, die Reihen­folge allerdings nicht.
Ich fürchte, meine politische Bildung ist insgesamt ähnlich ungenau angelegt. Ich hab von vielem schon mal gehört, aber Durchblick sieht doch anders aus.
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Mittwoch, 18. September 2013

Franlis III


Wer sich fortbewegen möchte braucht mit­unter eine Fahrkarte. Die erste Fahrkarte eines Donnerstages in Oostende kaufe ich einer freundlichen Dame am Ticketschalter der Kustram ab; der längsten Strassenbahn­linie der Welt, die obendrein am Meer entlang fährt. Es ist ein warmer Tag, schon morgens um zehn schwitzt es sich ganz prima; sogar im Schatten an der Halte­stelle. Die Bahn meiner Sehnsüchte trifft schließlich ein, sie ist brechend voll und nur eine Station später möchten – so eine Durchsage des Schaffners – doch bitte alle Fahrgäste ge­meinsam umsteigen. „Follow the people“ werde auch ich hinaus kom­plimentiert und natürlich steige ich aus und denke, das sind aber ganz schön viele people.
Zu viele für eine heiße Strassenbahn finde ich, Gelegenheit hin oder her. Also werfe ich meinen Plan und das Ticket kurzerhand über Bord und beginne, zu­nächst ein wenig missgelaunt, einen ziel­losen Spaziergang, der mich schließlich zum Pier hinaus aufs Meer führt.
When you want to move along you occasionally need a ticket. The first ticket I buy on a thursday morning in Oostende is at the counter of the Coast Tram, where a nice lady serves the clients. The coast tram is the longest tram line in the world and most notably it's built along the entire belgian coast. It's a warm day, perfect for sweating already at ten o'clock in the morning, even in the shade of the tram station. Finally the tram of my desire arrives: it's completely packed and just one station further all the passengers – as the conductor announces – are asked to change the train. „Follow the people“ they tell me, and of course I do, thinking to myself, that we talk about quite a lot of people. Too many for a hot tramride, I think, all opportunities aside. So I decide to drop my plans and waste my ticket and I wend on an aimless stroll – first in a slightly bad mood – which finally guides  me to the pier at the seaside. 



Die zweite Fahrkarte des Tages kaufe ich bei Aaron, der soeben seinen Dienst am Pier beginnt. Auf dem Hinweg ein un­schein­barer Bretterbau, ziert auf meinem Rückweg ein riesenhafter Captain Hook die Ticketbude, die der Franlis III als Start­punkt dient. Bis zur Abfahrt ist noch reich­lich Zeit, aber trotzdem beschließe ich mich festzulegen und folge Aaron in das weiße Häuschen. Drinnen auf dem Tisch liegt, ganz Arbeitsbeginn, noch ein Ruck­sack auf einem Skateboard und ein hastig hingeworfenes Shirt.
„Deine Sachen?“ frage ich, und weil Aaron natürlich nickt frage ich ihn, wie er seine Arbeitskleidung findet. „Naja, is' schon ok,“ antwortet er großzügig, „wenn ich nicht müsste, würd' ich's wohl eher nicht anziehen.“
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My second ticket of this thursday I buy from Aaron, who is just starting his work at the pier. On my way to the pier I see just a mousey shack, on my way back Aaron shifts a huge Captain Hook figure out of the ticket shop to catch attention, because Franlis III starts it's excursions here. It's still  some time until departure, but I decide to tie myself and I follow Aaron inside the ticket shop. Inside I see a skateboard with a bag on top, covered with a carelessly dropped shirt.
„Your stuff?“ I ask, and of course Aaron nods and my next question is, whether he likes his work dress: „Oh, well, it's ok“ he replies generously, „probably I wouldn't wear it, if they wouldn't ask me to.“


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Montag, 16. September 2013

l'héroïne


Manche Menschen spreche ich so spontan an, dass ich selbst ganz überrascht bin. „Hallo...“ höre ich mich dann sagen, oder „Guten Tag, entschuldigung...“ während ich 'Huuch‘ denke und mich erst mal flott neu orientieren muss. Die Überraschung meines Gegenübers ist vermutlich noch ein bisschen größer, aber es herrscht dann dies­bezüglich immerhin so etwas ähnliches wie Gleichstand. Um so schöner also, wenn sich gleich hernach mit Leichtigkeit auf kurzen Wegen ein Gespräch entwickelt, das dem Small Talk gewissermaßen einen Platz am Katzentisch zuweist.
Sometimes I approach people so spontaneous so that I'm surprised myself. „Hello ...“ I hear myself saying, or „Excuse me, please ...“, while I think 'Oops', trying to reorganize myself quickly. The person I approach is probably even more surprised, but after all, at least it's a bit of drawing a level. So it's even more commendable if after a few seconds it seems to be more than easy to talk in such a personal manner, that you wouldn't name it small talk at all.



Anne Marie ist kurz vor Ladenschluss auf ihrem eiligen Weg noch ein paar Einkäufe zu tätigen, als ich uns beide wie beschrie­ben überrasche und sie anspreche. Warum ich sie fotografieren möchte, fragt Anne Marie. „Weil Sie so besonders aussehen.“ antworte ich, und weil ich es auch gerade nicht besser erklären kann füge ich hilflos noch etwas an wie „Toll“ oder „Schön“, während ich hoffe, dass Anne Marie mir meinen Jeans-Look verzeiht, der mir neben ihr beschämend nachlässig erscheint.
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Anne Marie is in a hurry to do some shopping before closing-time when I surprise both of us as mentioned above, by approaching her. Why I want to take a photo of her Anne Marie would like to know. „Because you look so special“ I say, and because for the moment I'm not able to put it into better words, I add something like „great“ or „beautiful“, while I hope that Anne Marie would'nt judge me for my simple denim-look, which to me seems to be embarrissingly sloppy  beside her.
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Samstag, 14. September 2013

Unterwegs in Brügge


In Brügge war ich sehr viel unterwegs.
In Bruges I've been out and about.



Die anderen aber auch.
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Like many other.
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Donnerstag, 12. September 2013

... am Meer leben


Isabelle ist in einer kleinen Stadt zwischen Brüssel und Gent aufgewachsen. Schon als Kind wußte sie eines ganz genau: dass sie eines Tages am Meer leben möchte. „Als ich noch klein war haben wir immer die Sommerferien am Meer verbracht,“ sagt Isabelle, und damals hat sich die Idee in ihr festgesetzt.
Aber dann, nach Schule und Studium, hat sie zunächst in Brüssel gearbeitet: in einem Touristikunternehmen, das auf Kreuzfahr­ten spezialisiert war. Als Isabelle 25 war hat sie sich schließlich ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt, wann 'eines Ta­ges' sein soll: „Ich habe mir gedacht, wa­rum soll ich eigentlich warten, bis ich alt bin, um ans Meer zu ziehen? Warum nicht jetzt, wo ich jung bin?“ 
Isabelle grew up in a small city close to Gent and Brussels. Since she was a child she knew something for sure: someday she wanted to live by the sea. „When I was young we always spent our summer vacation at the seaside,“ Isabelle says and back then the idea took hold in her mind.

But finally, after school and study, she started to work in Brussels: for a tour company which was specialized on cruises. When Isabelle became 25 she faced up to the question when 'someday' actually would be: „I asked myself, why should I wait until I'm old, to move to the sea? Why not now, as I'm still young.“




Seit elf Jahren lebt Isabelle nun also ihren Traum aus Kindertagen. Sie hat viel gear­beitet um sich ein kleines Haus in der Nähe von Oostende kaufen zu können. Von dort läuft sie ein paar Minuten an den Strand, aber riechen kann sie das Meer immer.
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So, since eleven years Isabelle is living her childhood-dream. She has worked a lot to buy herself a house close to Oostende, from where she reaches the beach after a short walk and where she can always smell the sea.
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Sonntag, 8. September 2013

Tango oder Tatort


Sonntagabends gegen acht leeren sich auch im Zentrum von Brügge die Straßen, und es kehrt so etwas wie Beschaulichkeit ein.
Viele Wochenendbesucher mögen sich be­reits auf dem Heimweg befinden, die da­gebliebenen Touristen, die zuvor in Scha­ren das Bild der Altstadt mitgestaltet ha­ben sind mutmaßlich überwiegend in den Restaurants untergekommen, und die Ein­heimischen, ja, die Einheimischen meiden den historischen Stadtkern ohnehin nach Möglichkeit, wie mir wiederholt berichtet wurde.
Auch ich bin Touristin, auch mich treibt der Hunger, da fällt mir ein, dass Deutschland gerade Tatort guckt. Oder Traumschiff. Ach nein, TV Duell. Und während sich derlei nichtige Gedanken den Platz in mei­nem unterzuckerten Hirn mit solchen an Essen und belgisches Bier teilen, weht von Ferne Musik an mein Ohr.
On sunday evenings around eight o'clock the streets in the center of Bruges are getting calmer and something like peacefulness emerges.
Many weekenders probably are on there way back home yet, all the staying tourists, which have been an impressive part of the view of the city before, presumably have entered the restaurants, and the locals, well, the locals try to avoid the historical centre of the city anyway, as people have kept telling me.
I'm also a tourist, I'm also hungry and I'm also looking for some food. In Germany people are watching Tatort right now, I think to myself (which is a ritual since more than 40 years by now.) And while irrelevant thoughts like this and those about food and belgian beer keep my simple mind busy, I suddenly hear music from afar.



Am Fischmarkt ist Tango. Und der wirkt nun doch sehr einheimisch. Ich zögere mich in die Menge hinein; meine Kamera weist mich als Fremde aus, und ich möchte nicht stören. Auf der anderen Seite möchte ich gerne fotografieren. Ein Zwiespalt, der mich immer wieder aufs Neue heraus­fordert. Schließlich setze ich mich an den Rand des eigens ausgelegten Tanzbodens und lausche der argentinischen Musik.
Tanzende Paare kreisen versunken und mit würdevoller Ernsthaftigkeit an mir vorüber, und ich bin berührt. So sehr, dass ich fast ein bisschen weinen möchte.
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It's tango-night at the fishmarket. And actually this seems to be a local event, after all. Hesitantly I enter the scene; my camera identifies me as a foreigner and I don't want to bother the locals. On the other hand I want to take photos. A conflict which keeps challenging me once more. Finally I sit down right on the dance-floor, which is specially built for the tango-night, and I listen to the argentine music.
Self-engrossed couples are passing by, radiating graceful wholeheartedness, and I'm so touched, that I almost feel like I could slightly cry.
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Samstag, 7. September 2013

Aennie auf der Bank


„Als ich zwei Jahre alt war habe ich laufen gelernt, und als ich zehn Jahre alt war musste ich es noch mal lernen.“ Das er­zählt mir Aennie als ich schon eine Weile neben ihr auf der Bank sitze und sie nach ihrem Alter frage. „Ich bin 67, aber ich bin damals krank geworden.“ Sie nennt den Namen ihrer Krankheit, und weil ich nicht verstehe ergänzt sie : „Die Muskeln ...“ Beim reden fliegt immer eine ihrer Hände bedächtig hin und her und erzählt so wort­los die Ge­schichte eines Lebens mit der Krankheit. Mit klugen Augen sieht Aennie mich an; offenbar hat sie mein Erstaunen gespürt, denn ehrlich gesagt habe ich sie tatsächlich älter geschätzt.
„When I was two years old I found my feet, and when I was ten years old I had to find them again.“ That's what Aennie tells me when I ask her for her age, after we've been talking since a while, sitting together on the bench. „I'm 67, but back then I fell sick.“ She names her disease, but for the reason that I don't understand she adds: „The muscles ...“ While she's talking always one of her hands keeps flying around, telling the wordless story of a life with this disease. With wise eyes she looks at me; obviously she realized my aston­ishment, 'cause to tell the truth; I expected her to be older. 



Aennie lächelt mir so freundlich zu als ich an ihr vorbeigehe, dass ich stehenbleibe und frage ob sie in Brügge lebt. „Nein, in Heist.“ antwortet sie. Das ist ein kleiner Ort am Meer, ganz in der Nähe.
Gerade eben war sie in einem Harfen­kon­zert, von dem sie in der Zeitung ge­lesen hat: „Es ist hier ganz in der Nähe, Luc Vanlaere,“ sagt sie und hält mir einen Flyer hin: „Er spielt gleich noch mal“ sagt sie und rät mir hinzugehen. „Es ist umsonst und er spielt so wunderschön ... sehr be­ruhigend.“
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Aennie smiles at me in such a nice way that I stop, and I ask her if she's from Bruges. „No, I'm from Heist,“ she says. Thats a small village at the sea, near by. She has just visited a harp-concert, which she found announced in the news papers: „It was around the corner, Luc Vanlaere,“ she says, showing a flyer to me: „He will play again in one hour,“ she says and recommends me to go there: “It's for free and he plays the harp so wonderful ... it's so relaxing ...“
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Mittwoch, 4. September 2013

Menschen am Meer


Menschen am Strand habe ich letztes Jahr in Brighton fotografiert. Heute bin ich in Oostende angekommen und bin erst mal in einem der zahllosen Restaurants an der Strandpromenade eingekehrt. Manchmal ist mir wichtiger wo ich esse, als was ich esse. Ich bin einfach zu gerne am Meer. Und damit bin ich ja ganz offensichtlich nicht allein.
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People on the beach was a short series which I posted last year from Brighton. Today I arreived in Oostende and one of the first things I did was eating in one of the endless Restaurants at the sea front. Sometimes I actually care much more about where I eat than what I eat. I simply love to be close to the sea. And obviously I'm not the only one.
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Dienstag, 3. September 2013

Get lost


Nun bin ich seit 4 Tagen in Brügge und war noch in keinem Museum, bin auf keinen Turm gestiegen und habe keine Kirche be­sichtigt. Ich habe auch die Schokoladen­läden, Frittenbuden, Waffelstände und Bootstouren ausgelassen. (Wobei gegen all dies im Grunde nichts zu sagen ist). Ganz Tourist laufe aber auch ich mit meiner Kamera durch die Stadt, die eigentlich schon ganz abgenutzt aussehen müsste, bei all den Fotos die hier sekündlich ge­macht werden. Und manchmal schäme ich mich ein bisschen, weil ich und tausend Andere auf diese Weise gedankenlos Besitz von Brügge ergreifen.

Sophie lebt in Brügge und ich frage sie, was sie davon hält, dass all die Touristen da sind. Sophie guckt mich freundlich an, überlegt, macht eine indifferente Bewe­gung mit den Schultern und sagt: „Das ist ok. Sie gehören dazu, irgendwie.“

Since 4 days I'm in Bruges now and still I haven't been to any museum, I didn't enter any tower and didn't visit a church yet. I also skipped the chocolate-shops, the chips and waffle stands and I didn't book a tour by boat. (Although there's nothing to say against all that). Nevertheless I walk the streets as a Tourist, as well, taking photos of the city, which surprinsingly doesn't look shabby yet, despite all those pictures which are taken every single second. And sometimes I feel embarresed, because I and thousand others somehow take the city over by taking all those pictures.


Sophie lives in Bruges and I ask her, what she thinks about all those tourists coming to her hometown. She looks at me gently, ponders, shrugs her shoulders in a relaxed way and says: „That's ok. They belong to Bruges, in a way.“



Eigentlich sind Sophie und Davy auf dem Weg nach Gent und sie haben es sogar richtig eilig. Trotzdem nehmen sie sich ein paar Minuten Zeit. Und eigentlich wollte ich ursprünglich nur ein Foto von Sophie machen. Aber dann entspinnt sich so ein nettes Schnell-Gespräch zwischen uns Dreien; darüber wie man einen unbe­kannten Ort (z. B. Brügge)  als Reisender erfahren kann. Also frage ich, ob ich noch ein Bild von beiden zusammen machen darf.
Actually Sophie and Davy are on their way to Ghent and in fact they're in a hurry. Nevertheless they make a few minutes for me. And actually in the beginning I just asked for a photo of Sophie. But then the three of us start a nice quick chat about how to discover foreign places as a traveller; Bruges for example. And so I ask for another photo of both, Davy and Sophie.



Und wie die beiden sich so für das Foto aufstellen und in meine Kamera gucken, kommt von der Seite ihr Sohn Eland hinzu und schiebt sich mit ernster Miene wortlos nah und näher an Sophie. Dabei schubst er seinen Roller mit den Füßen gekonnt auf Vorwärtsposition, ohne die Augen auch nur einen Moment lang abzuwenden. Er konfrontiert mich mit einem Blick der sich einmischt, der mich rührt und der mir nachhaltig Respekt abverlangt.

Sophie sagt, wer Brügge kennenlernen möchte, sollte auch durch all die kleinen Strassen laufen, abseits des touristischen Zentrums. Und Davy stimmt ihr zu: „Get lost ... “.
Das beschreibt ziemlich gut, was ich hier mache: ich verliere mich in all den kleinen Strassen und Gassen und Cafés und irgendwo unterwegs hab ich dabei auch mein Herz verloren an diese schönen Orte.
And as they both find their position, looking into my camera, their son Eland enters the scene, stepping close and closer to Sophie without saying a word. He shifts his scooter with his feet into a forward position without taking his eyes of me for a moment. He confronts me with an expression of interference, which touches me and demands my respect in a sustained manner.


Sophie says, who wants to discover Bruges should also walk all those little streets,  far away from the tourist center. And Davy agrees: „Get lost ...“
That's quite what I'm doing here at the moment: I get lost in all those streets and little alleys, and somewhere on this way I even lost my heart to all these beautiful places.