Samstag, 28. Februar 2015

Was ich von ihm weiß



Paris - Köln - Brüssel - Paris; das ist die Reiseroute von Yuhei. 2 Wochen hat er Zeit, und fast 10000 km ist er dafür geflogen: Yuhei lebt in Osaka in Japan, wo er als Architekt arbeitet. Und damit ist auch schon fast alles erzählt, was ich von ihm weiß. Yuhei spricht nur sehr wenig Englisch und ich natürlich überhaupt kein Japanisch. Ihm zu erklären, dass ich gern ein Foto von ihm machen würde - und warum - war gar nicht so leicht. Zu fragen, wie es in Europa ist, wie es ist allein zu reisen, was ihn herführt oder interessiert, um nur mal ein paar banale Einstiegsfragen zu erwähnen – diese Versuche haben wir ratlos lachend beiseite gewischt.




Natürlich hätte ich gern mehr von Yuhei erfahren, ich hätte mich gern überraschen lassen von dem, was er vielleicht von selbst erzählt hätte. Letztlich aber wäre auch dann die Atmosphäre entscheidend gewesen; wortloses Verstehen, das Wohlwollen, Wohlfühlen und Sympathie voraussetzt oder ermöglicht.



Yuhei hat beim fotografieren auch ein Foto von mir gemacht, das hab ich hier (Achtung facebook) gepostet.


So schade es auch ist, das unser Gespräch schnell an sprachliche Grenzen gestoßen ist, so schön war doch die Begegnung.

Nachtrag: eigentlich eine schöne Gelegenheit diesen Japan- Blog zu empfehlen: 8900km - von einer die auszog in Japan das Schlangestehen zu lernen. Darin schreibt Claudia über ihr neues Leben in Tokyo, wo sie seit ein paar Jahren lebt. Das liest sich mal amüsant, mal informativ, und auch mal ergreifend.

Freitag, 27. Februar 2015

Ein Foto von ...




Wie dieses Foto entstanden ist könnt ihr drüben bei hintergrundrauschen lesen – meinem Portfolio-Begleitblog, auf dem ich somit eine neue Serie beginne (und den ich damit hoffentlich überhaupt mal richtig ans Atmen bringe): „Ein Foto von ...“ mit der Geschichte zum jeweiligen Foto. Das Schöne ist: ich hab bereits so einige Fotos, die mir etwas bedeuten und die ich deshalb nach und nach gerne zeigen möchte – eben weil sie eine Geschichte haben.

Freitag, 13. Februar 2015

Spaziergang durch den Irrsinn



Ausgerüstet mit Schuhen, die ich für geeignet hielt und einem Aufnahmeverfahren für Sprach-Memos, das mir komfortabler als ein Zettel zu sein schien, habe ich mich gestern auf meine alljährliche Weiberfastnachts-Wanderung gemacht. Dass die Schuhe nicht ganz so bequem waren wie gewünscht, musste ich mir bei Kilometer 6 allmählich eingestehen. Bei der Streckenhalbzeit also – was ich natürlich in diesem Moment noch nicht wusste.

Ungefähr 60 Menschen habe ich auf meinem Spaziergang durch den Irrsinn (sehr viele Leute überall, Alkohol spielt eine Rolle) angesprochen und fotografiert. Da tun Notizen Not; worin in diesem Fall leider ein doppelter Wortsinn liegt.
Am späten Abend hat sich nämlich herausgestellt, dass sämtliche Erinnerungs-Aufsager im technischen Nirwana verloren gegangen sind. Namen, Kostümgeschichten, Kurzinterviews - alles weg.
Das tut weh; mehr noch als schmerzende Füße.

Das Wichtigste aber bleibt zum Glück: ein primatoller Tag mit kalter Luft und blauem Himmel, interessanten Begegnungen und vielen Fotos.




Mehr Bilder gibt es heute hier nach dem Klick. Und noch mehr Bilder dann morgen bei Brigitte.de. Da sag ich nochmal Bescheid.
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Dienstag, 10. Februar 2015

Wir müssen draussen bleiben


Bernd Blömer und Dirk Tillack, Outtake

Unterhalten sich zwei; Einer stellt Fragen, Eine antwortet. Im Gespräch geht es um das Kabarett-Programm 'Wir müssen draussen bleiben' von Dirk Tillack und Bernd Blömer, das im Januar Premiere hatte.
Also, genau genommen ist es so: die Unterhaltung von Einer und Eine ist fiktiv. Die Eine bin übrigens ich. Den Fragensteller, den armen Tropf, hab ich mir nur ausgedacht. Die Antworten sind aber echt. Eigentlich geht es (mir zumindest)  ja auch nur um die Antworten. Und natürlich geht es um Dirk Tillack und Bernd Blömer. Die Künstler, die famosen.

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Dienstag, 3. Februar 2015

Waldgartenvögel



Hinter unserem Pfälzer Ferienhäuschen liegt ein kleiner, steiler Garten, der nahtlos in den angrenzenden, ebenso steil ansteigenden Wald übergeht. Einzig ein Stück deutsches Kulturgut - ein Maschendrahtzaun - bezeichnet die genaue Grenze zwischen Wald und Garten. Die ansässige Vogelgemeinde weiß von solcherlei menschlicher Markierungssymbolik naturgemäß nichts und fliegt munter hin und her. War die Meise eben noch ein Waldvogel ist sie einen Moment später ein Gartenvogel, was der Meise natürlich herzlich egal sein kann. Nicht egal kann ihr hingegen die Nahrungsaufnahme sein, der sie entsprechend viel Zeit widmet. Ebenso wenig egal sind todbringende Feinde, wie Sperber, Katzen oder große Frauen in dicken, raschelnden Jacken; da kann die Jacke so baumstammfarben sein, wie sie will. Je näher Frau und Jacke sich an den Futterplatz heranrascheln, desto einsamer wird es dort. Nur raschelfreies und bewegungsloses Ausharren lässt Kohl-, Blau- und Haubenmeisen zurückkehren, und mit etwas Glück auch Rotkehlchen, Kleiber und Specht.




Nicht das Auslösen der Kamera verjagt die Vögel, einzig meine Bewegungen sind offenbar bedrohlich. Also stehe ich in stockstarrer Haltung mit laufender Nase und kaltgefrorenem Zeigefinger so nah wie möglich am Futterbaum, das tränende Auge am beschlagenen Sucher. Der Versuch einen der Vögel beim An- oder Abflug zu erwischen scheitert vielfach, sie sind zu schnell und ich bin zu langsam. Ein Rotkehlchen scheint sich über mich lustig zu machen, indem es sich unentwegt hochreckt, als wolle es sich für den Start bereit machen. Aber es ist eben ein Rotkehlchen und kein Albatross; als es tatsächlich endlich losfliegt, kann ich nur noch einen leeren Ast fotografieren.

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