Donnerstag, 18. Juni 2015

Der Frühling, so weit



Manchmal, ja manchmal, da fahr ich abends durch den Park, wo scheinbar alle anderen auf der Wiese sitzen. Oder gesessen haben; ein paar wenige Menschen sind vielleicht noch übrig. Auf Decken, auf Treppen, mit einer letzten Flasche zu warmem Bier. Ein Wunsch schwebt wortlos in die Dunkelheit: „Komm, wir bleiben. Noch nicht heimgehen. Lass uns die Zeit zerdehnen.“
Es ist beinahe Sommer.



Manchmal, ja manchmal - ich will ehrlich sein - da denk ich mir: „Sagt mal, habt ihr denn alle nichts zu tun?“
Wie so ein alter Reaktionärsgeist. Fehlt nur noch: „Ham'se gedient?“, denke ich erschrocken.

Das kommt - ich will gnädig mit mir sein - weil ich immer so viel mache. Nun machen die Menschen im Park und auf der Wiese ja auch was. Sich einen schönen Abend zum Beispiel. Das ist gut.
In meinem Kopf landet solcherlei Zeitvertreib allerdings in der Nichts-machen-Schublade. Nichts im Sinne von 'nicht nützlich'.
Ich selbst mache meist nützliche Dinge. (Ja, da muss ich selbst ein bisschen lachen.)
Will sagen, ich arbeite. Auf die eine oder andere Weise steht mein Tun zumeist mit Arbeit oder Nützlichkeit in Verbindung. Oder was ich eben so für nützlich zu erachten beschlossen habe.

Da will ich gar nicht klagen: ich entscheide ja selbst.
Arbeit ist übrigens nicht gleich Gelderwerb. Arbeit ist oftmals ganz profan die eigene never-ending-Existenzbestellung. Dazu gehört auch Katze füttern, Blumen gießen und mal eben schnell das Treppenhaus für alle putzen – (was ich insgesamt gerne mache.)

Also fotografiere ich das, was ich selbst eher selten mache.
(Für diesen Blog, für den ich mir zu wenig Zeit nehme.)
So mache ich auf meine Weise mit.




Übrigens sitze auch ich gerne einfach so da. Morgens zum Beispiel - mit einem Kaffee in der Hand.
Ganz entspannt langweilig gucken.
Schön!

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